Sprüche über das Leben
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Vor der zwingenden Macht einer menschheitserzieherischen Aufgabe, sind persönliche Schmerzen und Entbehrungen unbedeutend und nichtig.
— Theresa Keiter
Alle Ordnung ist für den einzelnen Freiheitsbeschränkung.
— Friedrich Paulsen
Dunkel und verhüllt sind die Endzwecke des Schicksals und doch befördern wir täglich durch unser Tun und Denken – wenn auch scheinbar das Gegenteil – den geheimen Gang desselben.
— Heinrich Martin
Wahrheit behauptet stets und überall ihre Unbeschränktheit. Sie wird zur Verbrecherin, wenn sie sich zur Sklavin der Menschen machen lässt.
— Heinrich Martin
Tugend schärft nur ihre Kraft, wenn sie schweigend schafft.
— Heinrich Martin
Die Not ist oft der Henker der Tugend. Öfter jedoch wird sie durch Üppigkeit und Reichtum zu Grunde gerichtet.
— Heinrich Martin
Wenn wir bedenken, dass Vernunft ihre Stoffe nur allein aus dem Herzen, den Sinnen und unserer Einbildung holt, so wissen wir hinlänglich, wie weit sie in praktischer Beziehung verlässlich ist.
— Heinrich Martin
Ein unverbrüchliches Gesetz ist die Vernunft; wer sich ihr entzieht, verletzt die Humanität, mithin die heiligsten Menschenrechte.
— Heinrich Martin
Es gibt kein Maß und Gesetz für Auffassung der Schönheit, weil ihre Beschaffenheit, je nach der Individualität des Menschen, in dessen Seele verschiedene Abspiegelungen findet.
— Heinrich Martin
Wer Leidenschaft zum Vernunftgenossen macht, hintergeht sein Gewissen.
— Heinrich Martin
Warum stehen Phantasie und Verstand so oft im Widerspruch? Weil dieser mit kalter Sonde zergliedern will, was jene aus Duft und Luft und aus den leisesten Regung des Herzens gewebet und aufgebaut hat …
— Heinrich Martin
Der Mensch bleibt schwach bei aller Weisheit, die nur zu oft der Stimmung unterliegt; denn stets kommt eine neue Torheit, wenn kaum die alte ist besiegt.
— Heinrich Martin
Die Lüge straft durch's eigene Bewusstsein; Die Wahrheit hält's Gewissen und die Brust rein.
— Heinrich Martin
Die nach allen Freuden rennen darfst Du leere Köpfe nennen.
— Heinrich Martin
Bei einer guten Tat sind wir uns stets selbst genug; bei einer bösen Tat sehen wir uns jedoch nach Mitschuldigen um.
— Heinrich Martin
Phantasie ist die Fackel, welche uns voran leuchtet und das Dunkel erhellt, wenn wir auf der Leiter des Verstandes emporsteigen wollen zur Erkenntnis des Schöpfers.
— Heinrich Martin
Streiche die Phantasie fort und die meisten Genüsse unsres Daseins sind nicht des Erwähnens wert.
— Heinrich Martin
Wo und wie sollen wir die Wahrheit finden, wenn wir sie nicht aus der Quelle des Irrtums schöpfen?
— Heinrich Martin
Freiheit wünschen nur wenige edle Menschen, Willkür der große Haufen.
— Karoline Freiin von Wolzogen
Die Willkür kennt nur den blinden Eigenwillen.
— Karoline Freiin von Wolzogen
Oft ist es die Angst vor einem Übel, die uns zu einem schlimmeren führt.
— Nicolas Boileau-Despreaux
Nichts zu tun haben ist eine fürchterliche Bürde
— Nicolas Boileau-Despreaux
Es gibt kein Jenseits, kein anderes Ufer mehr, wenn das Unendliche in unser Leben selbst zu liegen kommt.
— Friedrich Lienhard
Ringsherum Grenzen unseres Erkennens. Eingekapselt sind wir in die Schale unserer fünf Sinne, eingekapselt in Raum und Zeit.
— Friedrich Lienhard
Das Leben ist ein Mysterium, das man vom schöpferischen Herzen aus erlebt.
— Friedrich Lienhard
Keine Macht auf Erden kann den Einfluss eines wertvollen, reinen, einfachen und nützlichen Lebens wettmachen.
— Booker T. Washington
Das Einmaleins der Vernunft folgt unter allen Nationen der Erde den selben Gesetzen und wird nur hier auf ein unendlich größeres, dort auf ein sehr geringes Feld von Gegenständen angewandt.
— Wilhelm Heinrich Wackenroder
Belohnung darf wohl bisweilen unerwartet auf die erfüllte Pflicht folgen, nicht aber im voraus versprochen werden.
— Theodor Waitz
Das Menschengeschlecht durchläuft in seiner äußeren und inneren Geschichte nur den von höherer Macht ihm vorgezeichneten Entwicklungsgang.
— Theodor Waitz
Des Menschen Feind, Bruder, ist der Mensch!
— Lewis Wallace
Jeder Mensch hat seinen Preis.
— Robert Walpole, Earl of Orford
Das Wandern und Schweifen ist eine grund- und tiefdeutsche Eigenschaft. Immerfort sind sie unterwegs. Kärrner, Kaufleute, Künstler, Dichter, Mädchen und Knaben.
— Jakob Wassermann
Wir können der Wirklichkeit nicht habhaft werden. Sie muss gestutzt, gekürzt, geknetet, ja, sie muss umgeglüht werden, und der Ofen, in dem die Umglühung vorgenommen wird, ist die Phantasie.
— Jakob Wassermann
Es bedarf nur eines leisen Glockenschlags der Phantasie, eines Stichworts von drüben, wo die Träume sind, dass ich bin, wo ich nie gewesen, ich Wege gehe, die ich nie gekannt.
— Jakob Wassermann
Es ist nötig, dass wir den Schwerpunkt des Lebens in unser Inneres verlegen.
— Jakob Wassermann
Nur wer die Gegenwart gekannt hat, weiß wirklich, was die Hölle ist.
— Jakob Wassermann
Wer ein Ziel hat und dafür leiden kann, den brauchen wir. Und sonst, wie schön ist es doch! Droben ist der Himmel, unten ist die Erde, in der Mitte steht der unsterbliche Mensch.
— Jakob Wassermann
Es hängt von der Breite des Schicksals ab, wieviel unvergess- und unverwischbare Spuren es in der Seele hinterlässt.
— Jakob Wassermann
Im Leben muss man den Sorgen, Enttäuschungen und Kümmernissen ihren Anteil lassen und bescheiden genießen, was übrigbleibt.
— Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)
Aller Fortschritt bringt nur Variationen zu dem alten, ewigen Liede des Lebens.
— Rosalie Perles
Erfahrung trügt so oft, weil niemals zwei Fälle ganz gleich gelagert sind.
— Rosalie Perles
Eine Lüge kann einmal um die Welt laufen, bevor die Wahrheit überhaupt in Ihre Schuhe steigt.
— James Watt
Die Furcht steckt an wie der Schnupfen und macht aus dem Singularis allemal den Pluralis.
— Katharina Elisabeth Goethe
Ängstlichkeit nimmt nicht dem Morgen seine Sorge, aber dem Heute seine Kraft.
— Charles Haddon Spurgeon
Man verzählt sich stets, wenn man mit Angst und Hoffnung rechnet.
— Francoise de Maintenon
Angst ist der einzige sichere Ratgeber, den das Leben überhaupt hat.
— August Lafontaine
Legen wir unserer Begabung keine Zwang auf; das Ergebnis würde immer nur plump ausfallen.
— August Lafontaine
Nichts nutzt die Eile; man starte zur rechten Zeit
— August Lafontaine
Das Leben gleicht eher einem Gemälde als einer exakt zu lösenden Rechenaufgabe.
— Oliver Wendell Holmes
Vererbung ist ein Autobus, in dem alle unsere Vorfahren sind und aus dem ab und zu einer von ihnen den Kopf herausstreckt und uns aus der Fassung bringt.
— Oliver Wendell Holmes
Es ist gut, wenn wir uns erinnern, dass das Universum – mit einer kleinen, unscheinbaren Ausnahme – sich aus den anderen zusammensetzt.
— Oliver Wendell Holmes
Nicht der Platz ist wichtig, den wir einnehmen, sondern die Richtung, in welcher wir uns vorwärtsbewegen.
— Oliver Wendell Holmes
Was wir am meisten lieben und verehren, wird durch frühe Assoziationen bestimmt.
— Oliver Wendell Holmes
Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Unter der Schneelast unseres Alters grüne das Immergrün eines guten Gewissens, sprosse das Schneeglöckchen, die Botin des ewigen Frühlings.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Es gibt doch viele Freuden in der Welt! Nur muss man sich aufs Suchen verstehen, sie finden sich gewiss, und das Kleinste nicht verschmähen. Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist …
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Es gibt auch Menschen, die sich bei einem dreifachen Schädelbruch noch keine edlen Teile verletzten.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Es ist hart zu leben; aber härter ist es noch zu sterben.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Um das Große zu schätzen und lieben, musst du dich erst an dem Kleinen üben.
— Georg Keil