Sprüche über das Leben
3218 Sprüche — Seite 22
Oft nennt man Güte, was nur ein Mangel an Geistesgegenwart ist.
— Carmen Sylva
Es gibt zwei gefährliche Abwege: die Vernunft schlechthin abzulegen und außer der Vernunft nichts anzuerkennen
— Blaise Pascal
Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Der Gütige ist frei, auch wenn er ein Sklave ist. Der Böse ist ein Sklave, auch wenn er ein König ist.
— Augustinus
Runzeln sind die Schützengräben der Haut
— Kurt Tucholsky
Die Welt ist nicht schlimmer und nicht besser, als sie vor tausend Jahren war und nach tausend Jahren sein wird.
— August von Kotzebue
Die meisten Menschen besitzen wie Pflanzen verborgene Eigenschaften, die der Zufall entdeckt.
— François de la Rochefoucauld
Auch der allzu große Eifer im Guten kann zu allen Zeiten das Gute hindern und das Böse fördern.
— Johann Peter Hebel
Zweifeln ist Suchen, nicht Ratlosigkeit.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Heuchelei.
— Ernst Hohenemser
Die Zahl ist das Wesen aller Dinge.
— Pythagoras
Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein Talent, zur Mitfreude nur wenigen.
— Christian Friedrich Hebbel
Schönheit ist der Sinn der Welt. Schönheit genießen heißt: die Welt verstehen
— Otto Julius Bierbaum
Für sich selbst ist jeder unsterblich; er mag wissen, dass er sterben muss, aber er kann nie wissen, dass er tot ist
— Samuel Butler
Wie mutig man ist, weiß man immer erst nachher
— Ludwig Marcuse
Die Sprache ist ein Gewölke, an dem jede Phantasie ein anderes Gebilde erblickt
— Jean Paul
Der Wunsch ist ein Wille, der sich selbst nicht ganz ernst nimmt.
— Robert Musil
Dem Verschwender fehlt viel, dem Geizigen alles.
— Publius Syrus
Unterhaltung besteht meistens nicht darin, dass man selbst etwas Gescheites sagt, sondern dass man etwas Dummes anhören muss.
— Wilhelm Busch
Worte sind das schlechteste Mittel, Schönheiten, die das Auge genossen hat, lebhaft wieder erstehen zu lassen.
— Otto Julius Bierbaum
Das Gestern ist fort, das Morgen nicht da. Leb' also heute!
— Pythagoras
Für die Menschen gibt es nichts Überzeugenderes als die Erfolge, willig beugen sie sich dem Glücke und dem Ruhm.
— Leopold von Ranke
Es gibt Dinge, die jeder leicht haben kann, er muß sich nur danach bücken
— Adalbert Stifter
Wenn du mit Sieg und Niederlage gleichermaßen fertig wirst, dann bist du ein richtiger Mensch
— Rudyard Kipling
Der Irrtum ist recht gut, solange wir jung sind, man muß ihn nur nicht mit ins Alter schleppen
— Johann Wolfgang von Goethe
Jede höhere Stufe, welche der Mensch betritt, erfordert eine andere Lebensordnung
— Christoph Martin Wieland
Das Wichtigste im Verkehr mit Menschen: ihnen ihre Ausreden wegräumen.
— Arthur Schnitzler
Alles, was menschlich ist, muß rückwärts gehen, wenn es nicht vorwärts geht.
— Edward Gibbon
Jedes Schreckbild verschwindet, wenn man es fest ins Auge faßt.
— Johann Gottlieb Fichte
Die Jugend ist die Poesie des Lebens.
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Jedermann ist zu bedauern, der gerade genug Verstand hat, seine Mängel wahrzunehmen.
— William Hazlitt
Die Alten sind die einzigen Alten, die nie alt werden.
— Karl Julius Weber
Freiheit ist ein Gut, dessen Anwesenheit weniger Vergnügen bringt als seine Abwesenheit Schmerzen.
— Jean Paul
Niemals bin ich weniger müßig als in meinen Mußestunden und niemals weniger einsam als wenn ich alleine bin.
— Marcus Tullius Cicero
Sklavische Hingabe an die Launen des Schicksals ist eines denkenden Menschen unwürdig.
— Heinrich von Kleist
Ordnung führt zu allen Tugenden. Was aber führt zur Ordnung?
— Georg Christoph Lichtenberg
Jeder Mensch hat auch seine moralische backside, die er nicht ohne Not zeigt und die er solange wie möglich mit den Hosen des Anstandes zudeckt.
— Georg Christoph Lichtenberg
Jedes Ding wird mit mehr Genuss erjagt als genossen.
— William Shakespeare
Je jünger, einfacher und frömmer die Völker, desto mehr Tierliebe.
— Jean Paul
Wer ohne Murren sich dem Schicksal unterwirft, ist bei uns weise.
— Euripides
Der Hass ist ein fruchtbares, der Neid ein steriles Laster.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Wer Vertrauen hat, erlebt jeden Tag Wunder.
— Epikur
Was mit Gewalt gewonnen wird, hat keine Dauer
— Oliver Cromwell
Kalte Umschläge sind besser als warme Ratschläge.
— Peter Rosegger
Der Aufschub ist der Dieb der Zeit.
— William Butler Yeats
Es gibt keine Seele, die nicht ihr Wattenmeer hätte, in dem zu Zeiten der Ebbe jedermann spazieren gehen kann.
— Christian Morgenstern
Zwei Dinge können im Alter Talent und Lebensgenuß zur Not ersetzen: Ruf oder Reichtum.
— Marquis de Vauvenargues
Das beste aller Hausmittel ist eine gute Hausfrau.
— Daphne du Maurier
Reinlichkeit kommt gleich nach der Gottseligkeit, aber es gibt Leute, die auch die Gottseligkeit unausstehlich machen.
— Charles John Huffam Dickens
Gemeinsame Erinnerungen sind manchmal die besten Friedensstifter.
— Marcel Proust
Wenn man viel hineinzustecken hat, so hat ein Tag hundert Taschen.
— Friedrich Nietzsche
Im Stein wird die Bewegung nicht früher geendet, bis er auf dem Boden liegt. Ebenso tun alle Geschöpfe: Sie suchen ihre natürliche Statt.
— Eckhart von Hochheim
Mehr Dampf in einer Lokomotive erzeugen, als nötig ist für ihre höchste Bewegung, ist die Tat eines wahnsinnig gewordenen Maschinenführers. So ist der Mensch! Er rast dahin den Weg des Lebens und wird …
— Peter Altenberg
Es gibt naive Menschen, die sich erkennen und ihre Naivität geschickt zu benutzen verstehen
— François de la Rochefoucauld
Man kann nicht für seinen Mut einstehen, wenn man nie in Gefahr gewesen ist
— François de la Rochefoucauld
Es liegt wenig daran, wie man geboren werde; aber es ist viel daran gelegen, wie man sterbe.
— Christina I. von Schweden
Die Kunst zu leben hat mit der Fechtkunst mehr Ähnlichkeit als mit der Tanzkunst, insofern man auch auf unvorhergesehene Streiche gerüstet sein muss.
— Mark Aurel
Man glaubt für gewöhnlich, es gebe keine Steigerungsform von tot. Diese gibt´s aber doch: ausgestorben
— Martin Kessel
Was man nicht beachtet, das verliert seine Kraft; worüber man zürnt, das scheint man dadurch als wahr anzuerkennen.
— Tacitus
Wer längst Vergangenes in der Gegenwart aufsuchen möchte, setzt sich meist einer großen Enttäuschung aus.
— Wilhelm Busch