Sprüche über das Leben
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Man kann sechzig Jahre alt geworden sein, ohne zu ahnen, was ein Charakter ist. Nichts ist verborgener als die Dinge, die wir beständig im Mund führen.
— Hugo von Hofmannsthal
Ich glaube, dass durch das Gefühl dem Geist einer Frau alles offenbar wird; nur bleibt es oft nicht darin haften.
— Guy de Maupassant
Die Freiheit ist der Atem des Lebens.
— Alfred Friedrich Delp
Alles altert, selbst die Achtung, wenn man sich nicht in Acht nimmt.
— Joseph Joubert
Mit der Energie aber schwindet jede andre Tugend hin. Ohne sie wird der Mensch Maschine. Man bewundert, was er tut; man verachtet, was er ist.
— Wilhelm von Humboldt
Seien wir froh, daß es Dumme gibt. Ohne sie könnten wir übrigens es nie zu etwas bringen.
— Mark Twain
Die Vielen können nichts, der Einzelne kann alles.
— Carl Spitteler
Alle Künste sind gut, ausgenommen die langweilige Kunst.
— Voltaire
Manche meinen, wenn sie ein Echo hören, der Ton stamme von Ihnen.
— Ernest Miller Hemingway
Über die ZUKUNFT zu reden, ist der beste Vorwand, sich von der Gegenwart zu drücken.
— Mark Twain
Je mehr ein Mensch weiß, desto weniger ahnt er.
— Hermann Bahr
Der Mensch ist das einzige Tier, das lacht und weint. Denn er ist das einzige Tier, das den Unterschied erkennt zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte.
— William Hazlitt
Doch wenn ich arm bin, habe ich nur meine Träume. Die Träume breite ich aus vor deinen Füßen. Tritt leicht darauf du trittst auf meine Träume.
— William Butler Yeats
Das Schicksal macht nie einen König matt, ehe es ihm Schach geboten hat.
— Ludwig Börne
Das einzige Paradies ist das verlorene Paradies.
— Marcel Proust
Die Jugend ist nicht das Alter der Rache und des Hasses, sondern das des Mitleidens, der Milde, der Großmut.
— Jean-Jacques Rousseau
Will man richtig leben, muss man sich immer vergegenwärtigen, dass wir nicht stehen, sondern uns bewegen, und darf sich nicht an das klammern, was wir hinter uns lassen.
— Leo Tolstoi
Die Welt kann man nicht verändern, aber gewisse Sauereien kann man abstellen
— Georg Simmel
Alle Menschen schieben auf und bereuen den Aufschub.
— Georg Christoph Lichtenberg
Jeder sollte all das werden können, wozu er bei der Geburt die Fähigkeit mitbekommen hat.
— Thomas Carlyle
Die Augen reden mächtiger als die Lippen.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Kein Mensch ist unersetzbar.
— Wilhelm von Humboldt
Kaum gedacht, kaum gedacht, war der Lust ein End' gemacht.
— Wilhelm Hauff
Hätte die Weltgeschichte ein Sachregister, wie sie ein Namenregister hat, könnte man sie besser benutzen.
— Ludwig Börne
Der Mensch wird wie der Stahl hart - durch öfteres Abkühlen nach Erhitzung.
— Jean Paul
Es ist etwas in uns, das über und hinter allen Altern ist und mit allen Altern spielt.
— Hugo von Hofmannsthal
Allein aus Freude am Sehen und ohne Hoffnung, seine Eindrücke und Erlebnisse mitteilen zu dürfen, würde niemand über das Meer fahren.
— Blaise Pascal
Die Empörung ist der Zorn der Gerechtigkeit.
— Sully Prudhomme
Das Licht der Herrlichkeit strahlt mitten in der Nacht. Wer kann es sehn? Der Augen hat und wacht.
— Angelus Silesius
Langsam, Schritt für Schritt, die Treppe weiter hinauf. Wahrlich, die Welt bietet nicht solch ein Übermaß von Genüssen, dass man sie in Sprüngen überfliegen dürfte.
— Wilhelm Raabe
Alles muss zum Wachsen Zeit haben. Was zu schnell geht, muss zwei- oder dreimal wiederholt werden, und dauert schließlich am längsten.
— Carl Hilty
Die Zeit bringt Rat. Erwart's in Geduld! Man muss dem Augenblick auch was vertraun.
— Friedrich von Schiller
Im übrigen aber ist es zuletzt die größte Kunst, sich zu beschränken und zu isolieren.
— Johann Peter Eckermann
Was man verachten will, das muss man kennen.
— Gorch Fock
Dies sei mein Leben: Mir nichts zu vergeben, keine Wesen zu scheuen, kein Ding zu bereuen!
— Gorch Fock
Handle nie in Wut. Es bedeutet, im Sturn in See zu stechen.
— Thomas Fuller
Wer mit der Sünde spielt, mit dem spielt die Sünde.
— Claus Harms
Die meisten Meinungen kommen zustande, indem man vergisst, wo man sie gehört oder gelesen hat.
— Moritz Heimann
Der Mensch muss sich stets auf neue Überraschungen gefasst machen.
— Max Planck
Mit einem Talent mehr steht man oft unsicherer als mit einem weniger: Wie der Tisch besser auf drei als auf vier Füßen steht.
— Friedrich Nietzsche
Im Schlechtesten der Menschen steckt noch so viel Gutes und im Besten noch so viel Böses, dass keiner befugt ist, zu urteilen und zu verurteilen.
— Robert Louis Stevenson
Die Eitelkeit ist das letzte Kleid, das der Mensch auszieht.
— Ernst Bloch
Wenn wir uns auf Begegnungen nicht mehr einlassen, verlieren wir einen entscheidenden Bestandteil unseres Lebens. Es ist so, als würden wir aufhören zu atmen.
— Martin Buber
Freiheit ist Hingabe - Hingabe an eine selbstgewählte Idee.
— Carl Ludwig Schleich
Auch das Gewissen der Menschen unterliegt der Mode.
— Daniel Spitzer
Je boshafter eine Lüge ist, für desto wahrscheinlicher hält man sie.
— Daniel Spitzer
Jede Wahl enthält ein Opfer
— André Gide
Das Leben wird schließlich mit dem Tode bestraft.
— Wilhelm Busch
Der heutige Mensch ist ein heimatloser trunkener Söldner geworden, der sich ebensogut für das Gemeine wie für das Hohe anwerben läßt.
— Albert Schweitzer
"Pietät" ist unter Umständen die raffinierteste Art des Egoismus.
— Hermann Sudermann
Es gibt für den Menschen nur drei Ereignisse: geboren werden, leben und sterben. Aber er merkt nicht, wenn er geboren wird. Er leidet, wenn er stirbt. Und er vergisst zu leben.
— Jean de la Bruyère
Vielleicht war meine Gleichgültigkeit nur ein Übermaß an Begierde.
— Gustave Flaubert
Es gibt Leute die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse als einen Sitzplatz in der dritten.
— Kurt Tucholsky
Erfreue dich deines Besitzes, als stürbest du morgen. Aber verbrauch ihn mit Maß, als lebtest du lange.
— Lukian
Die Wahrheit verletzt tiefer als jede Beleidigung.
— Donatien A. F. Marquis de Sade
Bei einer liebenden Frau hat die Vernunft nur wenig zu sagen.
— John Knittel
Wie oft durchkreuzt die Furcht vor den Lächerlichwerden unsere innersten, zartesten Gefühle.
— Wilhelm Raabe
Die, die von Sterben reden, leben am längsten.
— John Knittel
Am Leben zu sein, heißt Narben tragen.
— John Steinbeck
Das Leben eines jeden Menschen ist ein von Gotteshand geschriebenes Märchen.
— Hans Christian Andersen