Sprüche über das Leben
3218 Sprüche — Seite 51
Das Wort ist Medium der Erinnerung.
— Ferdinand Ebner
Die Mixtur, Mensch genannt, ist wohl das tollste Ragout, welches je einem himmlischen Kochbuch entschlüpfte
— Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau
Einen großen Reiz des Alters vergißt man gewöhnlich, nämlich die ruhige Resignation
— Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau
Wir sind, was wir müssen, und nicht, was wir wünschen.
— George Meredith
Die Zivilisation ist nichts anderes als ein Farbanstrich, der vom nächsten Regen fortgewaschen wird.
— Auguste Rodin
Wer dem Leben gegenüber gleichgültig bleibt, ist verantwortungslos.
— Menander
So wie Licht und Schatten einander ausschließen, ebenso werden alle Dinge vom Gegensatz beherrscht.
— Helene von Druskowitz
Ein Rätsel ist die Welt, ein Rätsel sind wir selbst, ein Rätsel ist das Leben, ein Rätsel der Tod.
— Helene von Druskowitz
Es ist bedauerlich, dass man unter den Menschenrechten das Recht vergessen hat, sich selbst zu widersprechen.
— Charles Baudelaire
Die nicht die Kleinheit großer Dinge in sich fühlen, die werden auch die Größe kleiner Dinge in anderen übersehen
— Okakura Kakuzo
Die Gewalt besitzt nicht halb so viel Macht wie die Milde.
— Samuel Smiles
Der neue Besen kehrt gut, bevor er voll Staub ist
— Bernhard Freidank
So guten Bogen gibt es nicht, der überspannt und nicht zerbricht.
— Bernhard Freidank
Wer um alle Dinge sorgen will, den erwartet Leides viel.
— Bernhard Freidank
Es ist betrogen deren Mut, die sich selber dünken gut.
— Bernhard Freidank
Auf Erden nichts geschaffen ist, was hat Bestand für lange Frist.
— Bernhard Freidank
Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster des Menschen fast ebenso nützen wie seine Tugenden.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Je mehr sich die Dinge ändern, um so mehr bleiben sie sich gleich.
— Alphonse Karr
Der Weg zur Vollkommenheit und zu jedem Fortschritt ist fortwährende Selbstkritik.
— Arnold Böcklin
Der Welten Kleinstes ist auch wunderbar und groß. Und aus dem Kleinen bauen sich die Welten.
— Christian Gottfried Ehrenberg
Wir können ohne Freude leben, aber nicht ohne Hoffnung.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Beständig kann nur jene Freude sein, welche an den Zweigen unseres eigenen Gemüts emporblüht.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Mancher Mensch gibt nur dann Beweise seiner Stärke, wenn es sich um seine Schwäche handelt.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Wem's Haus brennt, dem ist Eilen gut, sonst nicht
— Christoph Lehmann
Vergesst nie, dass auch euer Tun einmal Tradition wird.
— Paul von Beneckendorff und Hindenburg
Ehe sie den Wert des Lebens erkannt, haben die meisten es schon halb durcheilt.
— Theodor Toeche-Mittler
Mit dem Alter beginnen die Schwächen des Lebens; umso mehr muss die Seele ihnen standzuhalten bereit sein.
— Theodor Toeche-Mittler
Einsamkeit heißt Wirksamkeit für den, der Erinnerung und Ziel besitzt.
— Theodor Toeche-Mittler
Streben heißt leben: Vertausche zwei Buchstaben, es genügt, daß Alles sich ins Gegenteil fügt: sterben.
— Theodor Toeche-Mittler
Ich wollte das Alter gern der Jugend gleichsetzen, wenn es nur nicht die Enge der Bewegung, die Schwere der Erinnerung, die Bitternis der Erfahrung hätte.
— Theodor Toeche-Mittler
Dem Tatendrange geweiht sei Dein Morgen und den Erinnerungen Dein Abend.
— Theodor Toeche-Mittler
Hoffnung heißt der Morgenstern, Sehnsucht der Abendstern.
— Theodor Toeche-Mittler
Man kann sein Vaterland nicht mit einer Binde um die Augen lieben
— Frederico Garcia Lorca
Überall, wo die Menschen eingeteilt werden in gute und böse, hat man die Menschen nicht verstanden.
— Heinrich Lhotzky
Es ist um kein einziges Leben schade, auch kein einziges ist verloren, das im Kampfe gegen das Böse eingesetzt wurde.
— Heinrich Lhotzky
Eine dünne Freiheit ist immer noch besser als fettes Sklaventum
— Thomas Fuller
Wenn du erwartest, dass Dinge passieren, passieren sie seltsamerweise
— John Pierpont Morgan
Man hat immer zwei Gründe etwas zu tun: Einen anständigen und den wahren
— John Pierpont Morgan
Was nützt das Tempo, wenn unterwegs das Gehirn ausgeronnen ist?
— Karl Kraus
Ein Zwerg sieht nicht weiter als ein Riese, wenn er auf den Schultern eines Riesen steht
— Samuel Taylor Coleridge
Ein Mensch ist erst alt, wenn Reue den Platz von Träumen einnimmt.
— John Barrymore
Versuchung im vorgerückten Alter ist wie ein Dudelsack ohne Luft
— John Barrymore
Das Leben, Freunde, ist langweilig. Das dürfen wir nicht sagen
— John Barrymore
Jede Generation trägt ihre Zukunft und ihre Geschichte unbewusst und im vorhinein in sich.
— Hippolyte Taine
Die Vernunft, wenn sie wirksam werden will, muss die Form der Tradition annehmen, denn keine Lehre kann tätig eingreifen, bevor sie blind geworden.
— Hippolyte Taine
Die zwei stärksten und allgemeinsten Kräfte, die den Menschen beeinflussen, sind: die soziale Stellung und der Nationalcharakter.
— Hippolyte Taine
Ein grausamer Mensch weidet sich an Tränen, er wird nicht durch sie gebrochen.
— Hippolyte Taine
Alles Leben hat keinen Stillstand und das Schönste ist das Schnellste.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Selbstständig wirken ist Leben; mechanisch tun müssen Tod
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Unser Gefühl selbst ist nichts anderes als eine innere Musik immer währender Schwingung der Lebensnerven.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Wer lauter große Dinge sehen will, muss sich zu einer Mücke wünschen.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Gewohnheit ist eine schreckliche Tyrannin
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Die Freude ist das Salz im menschlichen Leben. Ohne Freude ist alles abgeschmackt.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Das Leben zehrt den Tod auf, und nicht der Tod das Leben.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Leben und Tod; daraus ist alles zusammengesetzt.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Jede Gegend nimmt mit der Zeit die Seelen ihrer Einwohner an sich.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Einsamkeit ist weiter nichts als eine Verdauung des Gefühls oder ein Schlaf des Lebens. Nun ist es gewiss schändlich, immer der Verdauung zu obliegen oder zu schlafen.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Hoffnung ist das gefiederte Ding, das sich in der Seele niederlässt, und die Melodie ohne Worte singt und niemals aufhört.
— Emily Elizabeth Dickinson
Schütze dich vor Monotomie, sie ist die Mutter aller tödlichen Sünden
— Edith Wharton
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit
— Johann Wolfgang von Goethe