Sprüche zum Zusammenleben
2120 Sprüche — Seite 26
Reife ist, wenn man das Vollkommene nicht im Ungewöhnlichen, sondern im Alltäglichen sucht.
— Hugo von Hofmannsthal
Der Mensch, der von der Vernunft geleitet wird, ist freier in einem Staate, wo er nach gemeinsamem Beschlusse lebt, als in der Einsamkeit, wo er sich allein gehorcht.
— Baruch de Spinoza
Nur dem friedlichen Bürger gebührt von seiten der Gesellschaft Schutz.
— Georg Büchner
Niemand kennt die Menschen so gut wie der Beichtvater, der Bankier und der Bettler.
— Carl Fürstenberg
Die Welt ist in zwei Klassen geteilt, in diejenigen, welche das Unglaubliche glauben, und diejenigen, welche das Unwahrscheinliche tun.
— Oscar Wilde
Wer seine Ehre durch seine eigene Schuld verloren oder geschmälert hat, der kann sie nur durch unzweideutige Besserung rehabilitieren, und auch dies ist schwer genug.
— Richard Rothe
Wer immer in Zerstreuungen lebt, wird fremd im eigenen Herzen
— Adolph Freiherr von Knigge
Bescheidenheit ist der Anfang aller Vernunft.
— Ludwig Anzengruber
In den großen Städten laufen die Leute einander nach; sie holen einander selten ein
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Demut ist keine Tugend, das heißt, sie entspricht nicht der Vernunft.
— Baruch de Spinoza
Von gemeinen Menschen, von Leuten ohne Erziehung, halte dich in kalter, obgleich nicht stolzer Entfernung; denn, wie ein morgenländischer Spruch sagt, Kälte bändigt den Schlamm, damit er den Fuß nicht …
— August von Platen
Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Wenn dem Deutschen so recht wohl ums Herz ist, dann singt er nicht. Dann spielt er Skat.
— Kurt Tucholsky
Man kann auf so vielerlei Weise Gutes tun, als man sündigen kann, nämlich mit Geld, Worten und Werken.
— Georg Christoph Lichtenberg
Wer einsam lebt, hat selten Grund zum Lachen.
— Jean-Paul Sartre
Zu neuen Ufern locket ein neuer Tag
— Johann Wolfgang von Goethe
Man sollte es nicht für möglich halten, aber auch die Tugenden müssen ihre Grenzen haben
— Immanuel Kant
Die Müh ist klein, der Spaß ist groß.
— Johann Wolfgang von Goethe
Mancher hält sich für taub, bloß weil nicht mehr über ihn gesprochen wird.
— Charles de Talleyrand
Frieden ist nicht Abwesenheit vom Krieg; Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit.
— Baruch de Spinoza
Wer keinen Charakter hat, ist kein Mensch; er ist nur eine Sache.
— Nicolas Chamfort
Etwas Gescheiteres kann einer doch nicht treiben in dieser schönen Welt, als zu spielen.
— Henrik Johan Ibsen
Die Welt wird schön an jenem Tag, da Mutter nicht mehr kommen mag.
— Joachim Ringelnatz
Treue im Kleinsten macht die Treue dir leicht im Großen
— Johann Kaspar Lavater
Wer nicht übertreibt, ist uninteressant.
— Gustav Mahler
Junggesellen sollten hohe Steuern zahlen. Es ist nicht gerecht, dass einige Männer glücklicher sein sollen als andere.
— Oscar Wilde
Für die Reichen ist die Langeweile die große Geißel.
— Jean-Jacques Rousseau
Willst du dass dir kein Leid geschieht vom bösen Volk, so sing ihr Lied und werde selbst zum Bösewicht, so hassen sie dich länger nicht.
— Gottfried von Strassburg
Und doch ist mir recht heimatlich bei den Geschwistern, heimatlich, zugleich heimatlos.
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Sage mir, mit wem du umgehst, und ich werde dir sagen, wer er ist.
— Ludwig Marcuse
Der Hagestolze hat das Unglück, dass ihm niemand seine Fehler frei sagt, der Ehemann hat dies Glück.
— Jean Paul
Am teuflischsten ist der Teufel in ehrbarem Gewand
— Elizabeth Barrett Browning
Es gibt nur eine wahrhaftige Freude: den Umgang mit Menschen.
— Antoine de Saint-Exupéry
Es trocknen in der Einsamkeit die Säfte des Gemütes, es stockt der Gedankenlauf, ich muß hinaus in mancherlei Gemeinschaft mit andern Geistern.
— Friedrich Schleiermacher
Wir entschuldigen nichts so leicht als Torheiten, die uns zuliebe begangen wurden.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Wer von niemandem beneidet wird, ist nichts wert.
— Epicharmos
Egoismus besteht nicht darin, dass man sein Leben nach seinen Wünschen lebt, sondern darin, dass man von anderen verlangt, dass sie so leben, wie man es wünscht.
— Oscar Wilde
Aller Fortschritt beruht auf dem allgemeinen inneren Wunsch eines jeden Organismus, über sein Einkommen hinaus zu leben.
— Samuel Butler
Ein Mensch ist fähig zu verstehen, wie der Äther schwingt und was auf der Sonne vorgeht, aber wie sich ein anderer die Nase anders putzen kann als er - da ist er unfähig zu verstehen.
— Iwan Turgenjew
Jede Gesellschaft hat die Schurken, die sie verdient.
— Albert Camus
Die Bescheidenheit ist wie die Enthaltsamkeit: man würde wohl gerne mehr essen, fürchtet aber, dass es einem übel bekommt
— François de la Rochefoucauld
Die Ehe ist die einzige Art von Vertrag, der für die vertragschließenden Parteien sämtliche Gesetze suspendiert, die die Beziehung zwischen ihnen schützen sollen.
— George Bernard Shaw
Dem Menschen ist ein Mensch noch immer lieber als ein Engel.
— Gotthold Ephraim Lessing
Die eheliche Eintracht ist eine zarte Blume. Wenn ihr der Sonnenschein der Liebe oder die Nahrung der gegenseitigen Achtung fehlt, welkt die Blume schnell dahin.
— August von Kotzebue
Das Familienleben und sein Wohlstand ist wichtiger als alle Wissenschaft der Gelehrten, als alle Kunst großer Geister, als alle Macht der Mächtigen, und vermögen sie tausende aus dem Boden zu stampfen …
— Adolph Kolping
Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind.
— Kurt Tucholsky
Die Weisen führen Krieg um des Friedens willen.
— Sallust
Ein Feigling vergibt nie.
— Laurence Sterne
Wenn bei einer Diskussion auch nur ein Fünkchen Wahrheit herauskäme, würde weniger diskutiert werden. Nichts ist so tödlich langweilig, wie einander zu verstehen: Man hat sich nichts mehr zu sagen.
— Jules Renard
Wer Wahrheit sucht, der darf nicht die Stimmen zählen.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Der einzige Unterschied zwischen einem Maskenfest und einem anderen Fest ist der, dass du beim ersteren zum Schluss die Maske abnimmst, beim letzteren aber nicht.
— Eleonore van der Straten-Sternberg
Einsame alte Damen beanspruchen allein stehende Töchter, als seien sie deren einziger Lebensinhalt.
— Else Pannek
Kein Wort und keine Tat vergehen. Alles bleibt und trägt Frucht.
— Carl Hilty
Unter den Menschen und den Borsdorfer Äpfeln sind nicht die glatten die besten, sondern die rauen mit einigen Warzen.
— Jean Paul
Jede Leidenschaft, die Raum zum Genießen und Nachdenken läßt, ist keine starke Leidenschaft.
— Michel de Montaigne
Überall, wo Autoritäten herrschen, gibt es verbotene Wege, und auf einem dieser Wege liegt gewöhnlich die nächste große Wahrheit.
— August Pauly
In der Welt ist es sehr selten mit dem Entweder-Oder getan.
— Johann Wolfgang von Goethe
Um immer gut zu sein, ist es erforderlich, dass die anderen glauben, dass sie uns gegenüber niemals ungestraft böse sein dürfen
— François de la Rochefoucauld
Vaterlandsliebe ist erweiterte Familienliebe
— Marie von Ebner-Eschenbach
Instinktiv habe ich mich immer dagegen gewehrt, das zu werden, was man gewöhnlich unter einem "reifen Menschen" versteht.
— Albert Schweitzer