1598 Sprüche — Seite 66
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.
— Wilhelm Busch
Es gibt zwei Dinge, die ein Highlander nackt mag, und eine davon ist Malt Whisky
Das Augenfällige wird immer erst gesehen, nachdem es einer in schlichte Worte gefasst hat
— Khalil Gibran
Ein glückliches Leben besteht in erster Linie aus Freiheit von Sorgen.
— Marcus Tullius Cicero
Wer verrät, er verwahre ein Geheimnis, hat schon dessen Hälfte ausgeliefert; und die zweite wird er nicht lange behalten.
— Jean Paul
Wir sterben des Todes und sind wie Wasser, das auf die Erde gegossen wird und das nicht wieder gesammelt werden kann; aber Gott will nicht das Leben wegnehmen.
Es lebt der Eisbär in Sibirien, es lebt in Afrika das Gnu, es lebt der Säufer in Delirien, in meinem Herzen lebst nur du.
Das Altern ist eine heimtückische Krankheit, die sich ganz von selbst und unbequem einschleicht.
— Michel de Montaigne
An seinen Idealen zu Grunde gehen können heißt lebensfähig sein.
— Peter Altenberg
Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten
— Arthur Schopenhauer
Lass das lange Vorbereiten, fang dein Leben an beizeiten.
— Eduard von Bauernfeld
Wenn man auch früher verliebt war, das schadet nichts; wenn man nur später gemütlich wird.
— Wilhelm Busch
Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut.
— Theodor Fontane
Wer das Leben liebt und den Tod nicht scheut, geht fröhlich durch die sinkende Zeit.
— Theodor Körner
Wo alle Grenzen sich durchschneiden, alle Widersprüche sich berühren, da ist der Punkt, wo das Leben entspringt.
— Christian Friedrich Hebbel
Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt, und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt
— Friedrich Rückert
Wir sind vom gleichen Stoff, aus dem die Träume sind und unser kurzes Leben ist eingebettet in einen langen Schlaf.
— William Shakespeare
Mich deucht, das Größt' bei einem Fest ist, wenn man sich's wohl schmecken lässt.
— Johann Wolfgang von Goethe
Man steht wohl einmal am Ende des Lebens, immer aber am Anfang des Lebens.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Das Leben ist ungerecht, aber nicht immer zu deinen Ungunsten.
— John F. Kennedy