1598 Sprüche — Seite 65
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Lass das lange Vorbereiten, fang dein Leben an beizeiten.
— Eduard von Bauernfeld
Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten
— Arthur Schopenhauer
An seinen Idealen zu Grunde gehen können heißt lebensfähig sein.
— Peter Altenberg
Das Altern ist eine heimtückische Krankheit, die sich ganz von selbst und unbequem einschleicht.
— Michel de Montaigne
Es lebt der Eisbär in Sibirien, es lebt in Afrika das Gnu, es lebt der Säufer in Delirien, in meinem Herzen lebst nur du.
Wir sterben des Todes und sind wie Wasser, das auf die Erde gegossen wird und das nicht wieder gesammelt werden kann; aber Gott will nicht das Leben wegnehmen.
Wer verrät, er verwahre ein Geheimnis, hat schon dessen Hälfte ausgeliefert; und die zweite wird er nicht lange behalten.
— Jean Paul
Ein glückliches Leben besteht in erster Linie aus Freiheit von Sorgen.
— Marcus Tullius Cicero
Das Augenfällige wird immer erst gesehen, nachdem es einer in schlichte Worte gefasst hat
— Khalil Gibran
Es gibt zwei Dinge, die ein Highlander nackt mag, und eine davon ist Malt Whisky
Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.
— Wilhelm Busch
Reue ist die Ebbe nach der Flut der Leidenschaft.
— Peter Sirius
Je mehr es abwärts geht, je reicher wird das Leben.
— Friedrich Rückert
Der Beruf ist der Weg, das Individuum auf eine Weise, die der Gesamtheit dient, vom Leben zum Tod zu bringen.
— Emil Gött
Und neigt sich auch der Abend viel zu früh mit seinen dunklen Schwingen übers Tal so war ein Leben doch ein Wunder und ein Geschenk der Liebe allzumal
... die Liebe ist kein Kinderspiel, aber das schönste, tiefste und liebste Spiel des Lebens selber.
— Diotima
Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.
— Christian Johann Heinrich Heine
Selbstbeherrschung trägt zu allen Erfolgen in Leben bei.
— John Knittel
Von vierzig bis fünfzig ist die beste Lebenszeit.
— Theodor Fontane
Ein lästiger und ungezogener Tischgenosse zerstört alle Lust.
— Plutarch