1598 Sprüche — Seite 30
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz, auf den die ganze Vergangenheit nur vorbereitete, ansehen und genießen, das würde Leben heißen!
— Christian Friedrich Hebbel
Der lebt nicht, dessen Haupt nicht im Himmel steht, auf dessen Brust nicht die Wolken ruhen, dem die Liebe nicht im Schoße wohnt, und dessen Fuß nicht in der Erde wurzelt.
— Clemens Brentano
Wer liebt, lebt da wo er liebt, nicht da wo er lebt.
— Augustinus
Manche Menschen leben bloß für eine gute Grabinschrift.
— Henry de Montherlant
Wer Angst hat vor der Zukunft, hat in der Vergangenheit nicht richtig gelebt.
Leicht zu leben ohne Leichtsinn, heiter zu sein ohne Ausgelassenheit, Mut zu haben ohne Übermut - das ist die Kunst des Lebens!
— Theodor Fontane
Das lebendige Leben muß etwas unglaublich Einfaches sein. Und deshalb gehen wir an ihm vorüber, ohne es zu erkennen.
— Fjodor M. Dostojewski
Wir sollten auf die Lebensreise vor allem solche Dinge mitnehmen, die bei einem Schiffbruch mit uns gerettet werden können.
— Pindar
Mancher betrachtet Gemälde am liebsten mit verschlossenen Augen, damit die Phantasie nicht gestört werde.
— Friedrich von Schlegel
Ein ehrlicher Tod ist besser als ein schändliches Leben.
— Tacitus
Wasser, du hast weder Geschmack noch Aroma. Man kann dich nicht beschreiben. Man schmeckt dich, ohne dich zu kennen. Es ist so, dass man dich zum Leben braucht: Du selbst bist das Leben.
— Antoine de Saint-Exupéry
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das weiß, daß es sterben wird. Die Verdrängung dieses Wissens ist das einzige Drama des Menschen.
— Friedrich Dürrenmatt
Wer mehr als aussergewöhnlichen Respekt verlangt, verdient auch den gewöhnlichen nicht.
— Johann Gottfried Seume
Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu etwas.
— Christian Friedrich Hebbel
Das wahre und sichtbare Glück des Lebens liegt nicht außerhalb, sondern in uns.
— Johann Peter Hebel
Der Steuerzahler erhält buchstäblich nichts dafür, dass er sein Leben in tatsächlicher Sklaverei verbringt, um die Regierung zu erhalten.
— Sir Arthur Conan Doyle
Wer wenig weiß, glaubt fest an das wenige
Liebe im Herzen, Treue im Sinn führen dich glücklich durchs Leben dahin.
Je weniger man zustande bringt, desto kürzer scheint das Leben.
— Wilhelm von Humboldt
Hinaus! Letzte Worte sind für Narren, die noch nicht genug gesagt haben.
— Karl Marx