1598 Sprüche — Seite 43
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Wir spielen unsere Gedanken gegeneinander aus, in Wirklichkeit unsere Temperamente.
— Christian Morgenstern
Wer Tabak schnupft, sieht aus wie ein Schwein. Wer Tabak raucht, riecht wie ein Schwein. Wer Tabak kaut, ist ein Schwein.
— Germaine Madame de Stael
Wenn die Maschinen, die die Menschen so im Lauf der Zeit erfunden haben, nun auch noch funktionierten: was wäre das für ein angenehmes Leben!
— Kurt Tucholsky
Besser der Teufel, den du kennst, als der Teufel, den du nicht kennst.
Das Schweigen ist der schönste Schmuck einer Frau, doch trägt sie ihn nur selten.
Träume verhauchen - und nackte, geschundene Menschen erwachen
— Emil Gött
Erzähle nicht, wie du warst, sondern zeige, wie du jetzt bist
Die Söhne essen das Obst, und ihre Väter gleiten auf den Schalen aus.
Vorsicht ist die Einstellung, die das Leben sicherer macht, aber selten glücklich.
— Samuel Johnson
Hoffen ist ein schlechter Ersatz für Tun
Morgen ist immer der Tag, ab dem der Faule am meisten zu tun hat.
Eure Gebete für eine gute Ernte seien kurz - doch hacken und jäten sollt ihr lang
Wer nicht weiß, dass er eine Maske trägt, trägt sie am vollkommensten
— Theodor Fontane
Das Weib sieht tief. Der Mann sieht weit.
— Christian Dietrich Grabbe
Schweigen ist die unerträglichste Erwiderung.
— Gilbert Keith Chesterton
Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen, ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wovor ich mich am meisten fürchte, ist die Furcht.
— Michel de Montaigne
Die Hundehütte ist nicht der Ort, eine Wurst aufzubewahren.
Für den Liebenden ist auch im Winter Frühling.
Der ist ein guter Redner, der sich selbst überzeugt