1598 Sprüche — Seite 54
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Zweifeln ist Suchen, nicht Ratlosigkeit.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Wer das Glück mag hat gute Chancen, es immer wieder zu treffen.
Unsere Aufgabe im Leben ist es nicht, Erfolg zu haben, sondern unsere Mißerfolge guten Mutes zu ertragen.
— Robert Louis Stevenson
Freundschaft enthält ein Element von Schmeichelei
Ich habe damit begonnen, mir selbst ein Freund zu sein. Damit ist schon viel gewonnen, man kann dann nicht mehr einsam sein. Wisse auch, dass ein solcher Mensch allen ein rechter Freund sein wird.
— Seneca
Zwei Personen stecken in einem Maler - der Poet und der Handwerker.
— Emile Zola
Jedes Schreckbild verschwindet, wenn man es fest ins Auge faßt.
— Johann Gottlieb Fichte
Alles, was menschlich ist, muß rückwärts gehen, wenn es nicht vorwärts geht.
— Edward Gibbon
Ich wünsche euch zum Hochzeitstage ein langes Leben ohne Plage. Der liebe Gott schenke euch Glück, und lenke gnädig euer Geschick.
Die Kunst ist das milde Versöhnen des Ideals mit dem Leben.
— Ludwig Habicht
Der Wiener ist ein mit sich' sehr unglücklicher Mensch, der den Wiener hasst, aber ohne den Wiener nicht leben kann.
— Hermann Bahr
Die Jugend ist die Poesie des Lebens.
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Es gehört mehr zum Haushalt als vier Beine unter einem Tische.
Neid ist unbedingte Anerkennung.
— Emanuel Wertheimer
Erst unter Kuß und Spiel und Scherzen erkennst du ganz, was Leben heißt: o lerne denken mit dem Herzen, und lerne fühlen mit dem Geist.
— Theodor Fontane
Vernunft verhält sich zum Verstande wie ein Kochbuch zu einer Pastete
— Ludwig Börne
Selten wirst du einen Menschen finden, der bei geöffneten Türen ruhig leben könnte.
— Charles Baudelaire
Gefaltete Hände verdienen kein Brot.
Oft nennt man Güte, was nur ein Mangel an Geistesgegenwart ist.
— Carmen Sylva
Die Arbeit ist kein Hase, sie läuft nicht fort.