1598 Sprüche — Seite 59
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Ein Nachbar ist ein Mensch, der die geliehene Schneeschaufel zurückbringt, wenn er sich den Rasenmäher ausleiht
Die Kunst hat kein Vaterland.
— Karl Maria von Weber
Die, die das Leben auf Reisen verbringen, erleben, dass sie viele Reisebekanntschaften haben, aber keine Freunde.
— Seneca
Alle gackern vor Freude und können's kaum fassen ... ... du hast echt noch keine Federn gelassen!
Nur Einsamkeit ist Vollgenuss des Lebens
— August von Platen
Ein Mensch besonders glücklich ist, der auch im Alltag nie vergisst, dass Freundschaft mit Geselligkeit dem Leben erst den Sinn verleiht.
Das Leben ist eine Komödie für den Denkenden und eine Tragödie für die, welche fühlen.
— Hippokrates von Kós
Das Leben ist am schwersten drei Tage vor dem Ersten!
Was wäre das Leben ohne Hoffnung!
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Glück ist gar nicht mal so selten, Glück wird überall beschert, vieles kann als Glück uns gelten, was das Leben uns so lehrt.
— Clemens Brentano
Zur Vollendung des Menschen gehört auch der Tod; denn auch er gehört zur Bestimmung, das heißt zur Natur des Menschen.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Die Menschen reisen in fremde Länder und staunen über die Höhe der Berge, die Gewalt der Meereswellen, die Länge der Flüsse, die Weite des Ozeans, das Wandern der Sterne; aber sie gehen ohne Staunen …
— Augustinus
Was der Mensch im Innersten sein Leben lang empfindet, wahrnimmt, fühlt, denkt, begehrt - das erlebt ihm keiner nach.
— Ernst Thälmann
Wie wohl ist dem, der dann und wann sich etwas Schönes dichten kann!
— Wilhelm Busch
Wer verborgen bleibt, hat ein schönes Leben.
— Ovid
Wer nicht täglich seine Furcht überwindet, hat die Lektion des Lebens nicht gelernt.
— Ralph Waldo Emerson
Man sollte die Farbe des Lebens in sich aufnehmen, sich aber nie an Einzelheiten erinnern. Einzelheiten sind immer gewöhnlich.
— Oscar Wilde
Man kann den Tod eines geliebten Menschen tief und innig beklagen und doch in Hoffnung weiterleben.
— Theodor Fontane
Liebe ist blind, aber sie sieht von weitem
Gehe aufrecht wie die Bäume. Lebe dein Leben so stark wie die Berge. Sei sanft wie der Frühlingswind. Bewahre die Wärme der Sonne im Herzen, Und der großer Geist wird immer mit dir sein.