770 Sprüche — Seite 32
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Durch die Natur wird das Herz des Menschen gemildert und gesänftigt.
— Adalbert Stifter
Als Soldat fürchte dich nicht vor dem Tod, als Bauer fürchte dich nicht vor dem Dung.
Wenn Liebe ein Duft ist, so ist die Blume, die ihn entströmt, die schönste der Schöpfung
— Alfred de Musset
Um der Natur befehlen zu können, muss man ihr gehorchen.
— Francis Bacon
Die Lieb ist süß wie würziger Rosenduft, der unsichtbar beseelt die warme Luft und trunken macht die honigdurstigen Bienen. Doch Lieb ist kurz auch wie der Rose Tag, der schneller endet als der sü …
— Wolfgang Menzel
Kein Eigentümer schuf die Natur, denn taschenlos, ohne Taschen in den Pelzen, kommen wir zur Welt.
— Christian Johann Heinrich Heine
St. Julian bricht das Eis, oder er bringt's mit von seiner Reis'. (09. Jan.)
Mariä Heimsuchung wird's bestellt, wie's Wetter 40 Tage sich hält.
Krieg'n im Mai die Büsche Blätter, wirkt die Landschaft gleich viel netter.
Schenke das, was du selbst gern empfangen würdest, und der Geist der Natur wird dich mit seinen Wohltaten überschütten an jedem Tag deines Lebens.
Kommt, lasst uns ausspazieren, zu hören durch den Wald die Vögel musizieren, dass Berg und Tal erschallt.
— Martin Opitz
Schraubt der Knecht am Traktor hin und her, gibt es bald wohl keinen Bauern mehr
An Mariä Namen kommen die Schwalben zusammen.
Die Stimmung der äußeren Natur ist stets nur ein Spiegel unseres Gemüts.
— Peter Rosegger
Die Gesetze der Natur sind wunderbar, aber ihr Räderwerk zermalmt viele Insekten wie die Regierungen viele Menschen.
— Antoine de Rivarol
Sieh das Lindenblatt, du wirst es wie ein Herz gestaltet finden. Drum sitzen die Verliebten am liebsten unter Linden.
— Christian Johann Heinrich Heine
Gewitter am St. Georgstag, ein kühles Jahr bedeuten mag. (23. April)
Mit tiefer Ehrfurcht schau' ich die Schöpfung an, denn du, Namenloser, du schufest sie!
— Friedrich Gottlieb Klopstock
Der geringe Schaden, welchen der Igel anrichtet, kann gegenüber dem von ihm gebrachten Nutzen kaum in Betracht kommen, zumal jener noch keineswegs genügend erwiesen ist.
— Alfred Edmund Brehm
Man findet manchen Esel, der nie Säcke trug.