770 Sprüche — Seite 25
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Die Mücke fliegt so lang ums Licht, bis sie sich versengt.
Die schönsten Dinge auf der Welt sind die nutzlosesten; zum Beispiel Pfauen und Lilien.
— John Ruskin
Der Wechsel vergnügt die menschlichen Sinnen, dies lehrt uns der Umgang und auch die Natur.
— Johann Christian Günther
Die Natur versteht keinen Spass, sie ist immer wahr, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer die der Menschen
— Johann Wolfgang von Goethe
Kracht die Kuh durchs Scheunendach, wollt’ sie wohl den Schwalben nach.
Dankbarkeit gefällt, Undank hat die ganze Welt.
Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt.
— Rudyard Kipling
Die Fliege, die nicht geklappt sein will, setzt sich am sichersten auf die Klappe selbst.
— Georg Christoph Lichtenberg
Der Garten ist ein anderer Himmel mit Sternen aus Blumen.
Kommt der Zorn, geht der Verstand.
Blitzt und donnert es mit Schauern, kriecht das Vieh ins Bett zum Bauern!
Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld.
— Ralph Waldo Emerson
Es gibt eine Blüte auch bei Runzeln
— Apollonius von Rhodos
Der Eber ist stets missgestimmt, weil seine Kinder Ferkel sind.
Das macht den Bauern gar nicht froh, wenn's regnet in sein Cabrio.
Glück ist jeder neue Morgen, Glück ist bunte Blumenpracht, Glück sind Tage ohne Sorgen, Glück ist, wenn man fröhlich lacht
— Clemens Brentano
Die Kraft der Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst; sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.
— Leo Tolstoi
Rosen auf den Weg gestreut und des Harms vergessen! Eine kurze Spanne Zeit ist uns zugemessen.
— Ludwig Christoph Heinrich Hölty
Glaube mir, du wirst mehr in Wäldern finden als in Büchern. Bäume und Tiere werden dich lehren,
— Bernhard von Clairvaux
So, wenn ich schaue in dein Antlitz mild, wo tausend frische Lebenskeime walten, da ist es mir, als ob Natur mein Bild mir aus dem Zauberspiegel vorgehalten.
— Annette von Droste-Hülshoff