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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 15

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Hat's zu St. Valentin gefroren, ist das Wetter lang verloren. (14. Feb.)

  2. Der Simon zeigt mit seinem Tage, der Frost ist nicht mehr lange Plage. (18. Feb.)

  3. Friert's um Simeon ganz plötzlich, bleibt der Frost nicht lang gesetzlich. (18. Feb.)

  4. Hat's in der Petersnacht gefroren, lässt uns der Frost dann ungeschoren. (22. Feb.)

  5. Ist an Petrus das Wetter schön, dann kann man bald Kohl und Erbsen sä'n. (22. Feb.)

  6. St. Matheis wirft einen großen Stein ins Eis. (24. Feb.)

  7. Wenn sich St. Walburgis zeigt, der Birnensaft nach oben steigt. (25. Feb.)

  8. Alexander und Leander bringen Märzluft miteinander. (26. Feb.)

  9. War der Romanus hell und klar, bedeutet das ein gutes Jahr. (28. Feb.)

  10. Singt die Lerch im Hornung hell, geht es dem Bauern um das Fell.

  11. Perpetua und Felizitas, die bringen uns das erste Gras. (07. März)

  12. Friert es am 40-Ritter-Tag, so kommen noch vierzig Fröste nach. (10. März)

  13. An Vierzigritter kalter Wind, noch vierzig Tage windig sind. (10. März)

  14. Regen, den die 40 Märtyrer senden, wird erst nach 40 Tagen enden. (10. März)

  15. Gregori zeigt dem Bauern an, ob im Feld er säen kann. (12. März)

  16. Wenn Gregori fällt, heißt es die Saat bestellt. (12. März)

  17. Lukretia feucht, bleiben die Kornsäcke leicht. (15. März)

  18. Sieht St. Gertrud Eis, wird das ganze Jahr nicht heiß. (17. März)

  19. St. Gertrud sonnig, wird es dem Gärtner wonnig. (17. März)

  20. Gertraud den Garten baut. (17. März)

  21. Gertraude nützt dem Gärtner fein, wenn sie kommt mit Sonnenschein. (17. März)

  22. Ein schöner Josefstag bringt ein gutes Jahr. (19. März)

  23. Josephi klar, gibt ein gutes Honigjahr. (19. März)

  24. St. Benedikt den Garten schmückt. (21. März)

  25. Soll das Korn gar üppig stehen so soll man es zu St. Benedikt säen. (21. März)

  26. Wenn Maria sich verkündet, Storch und Schwalbe heimwärts findet. (25. März)

  27. Ist Maria schön und klar, naht die ganze Schwalbenschar. (25. März)

  28. Schöner Verkündigungsmorgen befreit von vielen Sorgen. (25. März)

  29. Ist Marien schön und helle, gibt es viel Obst auf alle Fälle. (25. März)

  30. Um Ludger draussen feucht, dann bleiben auch die Kornböden leicht. (26. März)

  31. St. Ambrosius man Zwiebeln säen muss. (04. April)

  32. Ist St. Vinzenz Sonnenschein, gibt es vielen guten Wein. (05. April)

  33. Am Tiburtiustag, alles grünen mag. (14. April)

  34. Grüne Felder am Tiburtiustag, die ziehen viel Getreide nach. (14. April)

  35. Tiburtius kommt uns sehr gelegen mit seinem grünen Blättersegen. (14. April)

  36. Regnet's stark zu Albinus, macht's dem Bauern viel Verdruss. (16. April)

  37. Regnet's vorm Georgitag, wäret lang des Segens Plag'. (22. April)

  38. Wenn's friert an St. Fidel, bleibt's 15 Tage noch kalt und hell. (24. April)

  39. Bauen um Markus schon die Schwalben, so gibt's viel Futter, Korn und Kalben. (25. April)

  40. Leg erst nach Markus Bohnen, er wird's dir reichlich lohnen. (25. April)

  41. Was St. Markus an Wetter hält, so ist's auch mit der Ernte bestellt. (25. April)

  42. Auf des heiligen Peters Fest sucht der Storch sein Nest. (27. April)

  43. Walpurgisfrost ist schlechte Kost. (30. April)

  44. Ein nasser April verspricht der Früchte viel.

  45. Will der Mai ein Gärtner sein, trägt er nicht in Scheunen ein.

  46. Soll Feld und Garten wohl gedeih'n, dann braucht's im Juni Sonnenschein.

  47. Wenn's im Juni viel regnet, ist der Graswuchs gesegnet.

  48. Juli heiß - lohnt Müh' und Schweiß.

  49. Nach Barbara geht's frosten an, kommt's früher, ist nicht wohlgetan. (04. Dez.)

  50. Geht Barbara im Klee, kommt das Christkind im Schnee. (04. Dez.)

  51. St. Gerald - es wird kalt. (05. Dez.)

  52. Ist Ambrosius schön und rein, wird Florian ein wilder sein. (07. Dez.)

  53. Wenn zu Lucia die Gans geht im Dreck, so geht sie am Christtag auf Eis. (13. Dez.)

  54. St. Lucia kürzt den Tag, so viel sie ihn nur kürzen mag. (13. Dez.)

  55. Um Adelheid da kommt der Schnee, der tut der Wintersaat nicht weh. (16. Dez.)

  56. Bringt das Christkind Kält' und Schnee, drängt das Winterkorn in die Höh'. (24. Dez.)

  57. Bringt St. Stephan Wind, die Winzer nicht erfreut sind. (26. Dez.)

  58. Sitzen die unschuldigen Kindlein in der Kälte, vergeht der Frost nicht in Bälde. (28. Dez.)

  59. Gefriert es Sylvester zu Berg und Tal, geschieht auch dies zum letzten Mal. (31. Dez.)

  60. Justin klar, gutes Jahr. (01. Juni)