Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 13
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Allen Tieren ist Friede gesetzt ausser Bären und Wölfen.
Der Honig ist nicht weit vom Stachel
Tummeln sich an Gertrud die Haselmäuse, ist es weit mit des Winters Eise. (17. Nov.)
Den Esel will jedermann reiten.
Wer mit Füchsen zu tun hat, muss den Hühnerstall zuhalten.
Wenn die alten Kühe tanzen, so klappern ihnen die Klauen.
Beim Jauche-Fahr'n vergeht der Spass, fällt das Toupet ins Jauchefass!
Willst Du nicht Dein Herz öffnen, zu hören, was Regenbogen und Sonne lehren?
— Ralph Waldo Emerson
Wenn's auf dem Berg gereift hat, so ist im Tal alles erfroren.
Er der Schöpfer, beuge sich herab zu dir und segne dich, er reiß auf die himmlischen Tore, er neige sein Angesicht zu dir, denn das Leben kann nur Frucht bringen durch seinen Segen! Nichts entsteh …
Die Frau ist der annehmbarste Naturfehler.
— John Milton
Bringt Martina Sonnenschein, hofft man auf viel Frücht' und Wein. (30. Jan.)
Es ist ein armer Fuchs, der nur e i n Loch hat.
Beschert Gott den Hasen, beschert er auch den Rasen.
Im Düstern ist gut flüstern, aber nicht gut Flöhe fangen.
Ein Baum mag tausend Zhàng hoch sein, die Blätter fallen doch zurück zu seinen Wurzeln.
Obwohl aller sterblichen Natur unsichtbar, wird Gott aus seinen Werken selber ersehen.
— Aristoteles
Die Natur auffassen und sie unmittelbar benutzen, ist wenig Menschen gegeben
— Francois Rabelais
Ich will dein Bett aus Rosen richten und tausend zarte Reime dazu dichten.
— Christopher Marlowe
Sommer ist bei uns nur ein grün angestrichener Winter.
— Christian Johann Heinrich Heine
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne, du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mit die Sterne. Oh, wärst du da!
— Johann Wolfgang von Goethe
Wenn der Bauer auf dem Miststock kräht kommt der Psychiater meist zu spät.
Ist in einem schönen Apfel kein Wurm, so wäre doch gern einer drin.
Wenn es zu Kunigunde friert, sie es noch vierzig Nächte spürt. (03. März)
Man kann einen seligen, seligsten Tag haben, ohne etwas anderes dazu zu gebrauchen als blauen Himmel und grüne Erde.
— Aristoteles
Wenn Du mit Geld nicht bezahlen kannst, bezahle wenigstens mit Dank. Die Blume ist das Lächeln der Pflanze
— Peter Hille
Ist's an Ostern schön und warm, kommt die Verwandschaft und frisst dich arm. Ist's an Pfingsten schön und heiter, kommt sie wieder und frist weiter!
St. Nikolaus spült die Ufer aus. (06. Dez.)
Indem der Mensch die Natur entmachtet, entzieht sie ihm die Bekömmlichkeit
Disteln sind dem Esel lieber als Rosen
Vor Nachtfrost sicher bist du nicht, bevor Sophie vorüber ist. (15. Mai)
Trockener Mai bringt Dürre herbei.
Wenn der Holunder blüht, sind die Bienen müd'.
Im Mai viel Wind, begehrt des Bauern Gesind'.
Ist es klar an Petronell, misst den Flachs ihr mit der Ell'. (31. Mai)
Juniregen und Brauttränen dauern so lang wie's Gähnen.
Ist der Juni feucht und nass, gibt's viel Frucht und grünes Gras.
Wie's Wetter um Medardi fällt, es bis zum Monatsende hält.
Vor Johanni bitt' um Regen, danach kommt er ungelegen. (24. Juni)
Der Kuckuck kündet gar teure Zeit, wenn er nach Johanni schreit. (24. Juni)
St. Johannis Regengüsse, verderben uns die besten Nüsse. (24. Juni)
Wie das Wetter an Johanni war, so bleibt's wohl 40 Tage gar! (24. Juni)
Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass. (27. Juni)
Um Peter und Paul wird dem Korn schon mal die Wurzel faul. (29. Juni)
Auf Peter und Paul klar, bringt ein gutes Jahr. (29. Juni)
Die erste Birn' bricht an St. Margareth, darauf die Ernte überall angeht. (15. Juli)
Ist Apostelteilung schön, kann das Wetter der Siebenbrüder geh'n.
Wenn's Alexius verregnet heuer, werden Korn und Früchte teuer. (17. Juli)
Vinzenz Sonnenschein, füllt die Fässer mit Wein. (19. Juli)
Margarethenregen wird erst nach Monatsfrist sich legen. (20. Juli)
Klar muss Apollmaris sein, dann bringt man gute Ernte heim.
Um Jakobi heiß und trocken, kann der Bauersmann frohlocken. (25. Juli)
Ist Jakobus am Ort, ziehen die Störche fort. (25. Juli)
Auf Anna klar und rein, wird das Korn bald geborgen sein. (26. Juli)
Anna klar und trocken, machen den Bauern frohlocken. (26. Juli)
Ziehen Celsus schon die Schwalben fort, wird's bald kälter an dem Ort. (28. Juli)
Juli kühl und naß - leere Scheunen, leeres Faß.
Hundstag hell und klar, deuten auf ein gutes Jahr.
Auf Barbara die Sonne schleicht, auf Lucia sie wiederum herschleicht. (04. Dez.)
Ostwaldtag muss trocken sein, sonst werden teuer Korn und Wein. (05. August)