Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 16
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Wie's Wetter auf Medardi fällt, meist bis Monatsende hält. (08. Juni)
Medardus ist ein nasser, hält so schlecht das Wasser. (08. Juni)
Margarete - die Regenfrau. (10. Juni)
St. Barnabas schneidet das Gras. (11. Juni)
Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was verdorben ist. (11. Juni)
Wenn Barnabas bringt Regen, so gibt es auch viel Traubensegen. (11. Juni)
Ist's am Fortunatstag klar, so verheißt's ein gutes Jahr. (12. Juni)
Heiliger Veit, regne nicht, dass es uns nicht an Gerst' gebricht. (15. Juni)
Nach St. Vitus ändert sich die Zeit, alles geht auf die andere Seit'. (15. Juni)
Das Sieb hält kein Wasser.
Wenn der eine nicht will, können zwei nicht streiten.
Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leut'.
Nur die allergrössten Kälber wählen ihren Metzger selber.
Das Geld verdeckt die grössten Löcher.
Den Kopf kühl, die Füße warm, machen den besten Doktor arm.
Dem Kompost und dem Mist am wohlsten im Schatten ist.
Gute Kornjahre sind schlechte Obstjahre.
Die Quecke ist der Bandwurm des Ackers.
Eine Gans, die Fasten erlebt hat, taugt nichts mehr.
Siehst du die Katze gähnend liegen, weisst du, dass wir Gewitter kriegen.
Wenn sich die Katzen putzen, gibt es gutes Wetter.
Wenn sich die Schafe auf der Weide mit den Köpfen zusammenstellen, folgt Gewitter.
Der Kuckuck schreit nicht eher, bis der Hafer grün ist.
Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen.
Baden Spatzen und Hühner im Sand, kommt Regen ins Land.
Wenn die Stare hoch sitzen, gibt es schönes Wetter.
Wo der Storch nistet auf dem Dach, kommt weder Blitz noch Ungemach.
Kommen die Bienen nicht heraus, ist's mit dem schönen Wetter aus.
Baut die Ameise hoch ihr Haus, fällt der Winter trocken aus.
Wenn die Mücken spielen, wird schönes Wetter.
Je mehr die Maikäfer verzehren, je mehr wird die Ernte bescheren.
Ist die Spinne träg zum Fangen, Gewitter bald am Himmel hangen.
Wenn die Spinnen im Regen spinnen, wird er nicht mehr lange rinnen.
Sind noch Fliegen an der Wand, hält noch die Sonn' den Frost gebannt.
Wenn man einen Hund zum Jagen tragen muss, wird man nicht viel fangen.
Willst Glück du haben mit dem Vieh, so füttre pünktlich, plage nie.
Märzenferkel, Märzenfohlen, alle Bauern haben wollen.
Kommt die Feldmaus ins Dorf, so sieh nach Holz und Torf.
Gedeiht die Schnecke und die Nessel, füllen sich die Speicher und Fässel.
Wenn d'Apfelbäum' blüh'n, soll der Ofen glüh'n.
Auf großen Raum pflanz' einen Baum und pflege sein, er bringt dir's ein.
Blüh'n die Disteln reich und voll, ein schöner Herbst dir blühen soll.
Blüte schnell und ohne Regen, verspricht beim Obste großen Segen.
Wenn der Flieder langsam verblüht, die Ernte sich lang hinzieht.
Nun fängt das Laub zu stehen an, die Vögel haben das Legen getan.
Blüht der Stock in vollem Licht, große Beeren er verspricht.
Ein Vielfraß wird nicht geboren, sondern erzogen.
Der Winter bringt zweierlei auf einmal: weiße Tage und schwarze Nächte.
So wie die Rosen blühen, so blühe auch dein Glück. Und wenn du Rosen siehst, so denk an mich zurück!
Bei Vollmondschein und Becherklang ertönt so froh der Liedersang. Wer Vollmondschein nicht liebt und ehrt, ist auch den Sonnenschein nicht wert.
Wo Aas ist, da sammeln sich die Adler.
Adler fängt nicht Fliegen.
Ich rede von Enten, und du antwortest mir von Gänsen.
Man ruft den Esel nicht zu Hofe, denn dass er Säcke trage.
Wenn der Esel in die Mühle kommt, so sagt er i-ah.
Ein Esel sollte immer auf der Weide sein, denn wo er frißt, da wächst es, wo er sch-, da düngt er's, wo er seicht, da wässert er's und wo er sich wälzt, da zerbricht er die Schollen.
Wenn das Ferkel träumt, so ist's von Trebern.
Wenn das Ferkel satt ist, stößt es den Trog um.
Je fetter der Floh, je magerer der Hund.
Man sieht die Flöhe besser auf einem weißen Tuche als auf einem schwarzen.