Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 14
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Wie das Wetter an Kassian, hält es noch viele Tage an. (13. August)
Leuchten vor Maria Himmelfahrt die Sterne, dann hält sich das Wetter gerne. (15. August)
Maria Himmelfahrt klarer Sonnenschein, bringt meistens viel guten Wein. (15. August)
Wenn's an Joachim regnet, dann folgt ein warmer Winter. (16. August)
Ist's Lorenz und Bartel schön, bleiben die Kräuter noch lange steh'n. (24. August)
Gewitter um Bartholomä bringt Hagel und Schnee. (24. August)
An Augustin gehen die warmen Tage hin. (28. August)
St. Raimund treibt die Wetter aus. (31. August)
Wenn kalt und nass der Juni war verdirbt er meist das ganze Jahr.
Wenn's im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut.
Im August viel Regenschauer ist Verdruß für jeden Bauer.
St. Mang sä' den ersten Strang. (06. Sept.)
St. Georgen treibt die Lerchen davon. (09. Sept.)
An St. Cyprian zieht man oft schon Handschuh' an. (15. Sept.)
Trocken wird das Frühjahr sein, ist St. Lambert klar und rein. (18. Sept.)
Tritt Matthäus ein, so soll die Saat vollendet sein. (21. Sept.)
Ist's Matthäus hell und klar, gute Zeiten bringt's fürwahr. (21. Sept.)
Zeigt sich klar Mauritius, viele Stürm' er bringen muss. (22. Sept.)
St. Kosmas und St. Damian, fängt das Laub zu färben an. (26. Sept.)
Wie viele Fröste vor St. Wenzeslaus fallen, so viele werden nach Jakobi folgen. (28. Sept.)
Um Michaeli in der Tat, gedeiht die beste Wintersaat. (29. Sept.)
Vor Michaeli sä' mit halber Hand, dann aber streu mit ganzer Hand. (29. Sept.)
Von Michel bis Hieronymus, mach auf's Weihnachtswetter den Schluss. (30. Sept.)
St. Bruno, der Kartäuser, läßt Fliegen in die Häuser. (06. Okt.)
St. Burkhardi Sonnenschein, schüttet Zucker in den Wein. (14. Okt.)
An Hedwig bricht der Wetterlauf, und hört das gute Wetter auf. (15. Okt.)
Auf St. Gallus-Tag nichts mehr draussen bleiben mag. (16. Okt.)
Auf St. Gallus-Tag muss jeder Apfel in den Sack. (16. Okt.)
Wer an St. Lukas Roggen streut, es im Jahr darauf nicht bereut. (18. Okt.)
Wenn's St. Severin gefällt, bringt er die erste Kält'. (23. Okt.)
Zu Krispin werden die Fliegen hin. (25. Okt.)
Simon und Judas, fegt das Laut in die Gass'. (28. Okt.)
Am Wolfgangregen ist viel gelegen. (31. Okt.)
Oktober kalt - tötet's Ungeziefer bald.
Ist der Oktober kalt und klar, erfrieren die Raupen für's nächste Jahr.
Cäcilia im weißen Kleid, erinnert an die Winterzeit. (22. Nov.)
Dem heiligen Klemens traue nicht, denn selten hat er ein mild' Gesicht. (23. Nov.)
Der Konrad und auch die Kathrein, die knien sich bald in den Dreck hinein. (26. Nov.)
Wirft herbei Andrä Schnee, so tut's dem Korn und Weizen weh. (30. Nov.)
Es verrät dir die Andreasnacht, was wohl so das Wetter macht. (30. Nov.)
Donnert's ins blattlose Holz, dann schneit's ins Laub.
Fabian im Nebelhut, tut den Bäumen gar nicht gut. (20. Jan.)
Sturm und Frost an Sebastian, ist den Saaten wohlgetan. (20. Jan.)
Tanzen Fabian schon die Mücken, muss man den Kühen das Futter bezwicken. (20. Jan.)
Um Fabian und Sebastian, da nimmt auch der Tauber die Taube an. (20. Jan.)
Ziehen Wolken am Agnestag über den Grund, bleibt die Ernte stets gesund. (21. Jan.)
Sonnenschein am Agnestag, die Frucht wurmstichig werden mag. (21. Jan.)
Wenn St. Agnes gekommen, wird neuer Saft im Baum vernommen. (21. Jan.)
Wie das Wetter zu St. Vinzent war, wird es sein das ganze Jahr. (22. Jan.)
Zu Vinzent Sonnenschein, bringt viel Korn und Wein. (22. Jan.)
St. Paulus Kält' mit Sonnenschein, wird das Jahr wohl fruchtbar sein. (25. Jan.)
Je kälter unser Pauli und auch heller, desto voller werden Scheuer und Keller. (25. Jan.)
St. Julian zerbricht das Eis, bricht er's nicht, umarmt er es. (27. Jan.)
Scheint an Martina die Sonne mild, ist sie der guten Ernte Bild. (30. Jan.)
Bei Donner im Winter ist viel Kälte dahinter.
Die Heilige Dorothee watet gerne durch den Schnee. (06. Feb.)
Kommt die Jungfrau Apollonia, sind auch bald die Lerchen wieder da. (09. Feb.)
St. Eulalia im Sonnenschein, bringt viel Apfel und Apfelwein. (12. Feb.)
St. Valentin friert's Rad mitsamt der Mühle ein. (14. Feb.)
Regnet es an St. Valentin, ist die halbe Ernte hin. (14. Feb.)