Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 7
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Bevor die Sau ins Schlachthaus geht, versucht sie's rasch noch mit Diät!
Die See kann nicht mit einem Scheffel gemessen werden.
Im Stein wird die Bewegung nicht früher geendet, bis er auf dem Boden liegt. Ebenso tun alle Geschöpfe: Sie suchen ihre natürliche Statt.
— Eckhart von Hochheim
Auch ein dürrer Baum belebt die Landschaft.
Die Natur schafft die Begabung, und das Schicksal hebt sie heraus.
— François de la Rochefoucauld
Der Mensch ist von Natur aus ehrgeizig und misstrauisch und weiß sich im Glück nicht zu mäßigen.
— Nicolaus Machiavelli
Freunde gibt's genug, aber sie sind wie die Sonnenuhr, die solange ihren Dienst versieht, wie die goldene Sonne zu scheinen pflegt. Sobald aber die Sonne untergeht, ist auch bei ihr alles aus.
— Abraham a Sancta Clara
Hat St. Peter das Wetter schön, kannst du Kohl und Erbsen sä'n. (25. April)
Wenn die Gans das Wasser sieht, so zappelt ihr der Steiß.
Der Natur zugefügte Verletzungen in Geldwert zu messen verleitet zur Denkweise Unwiederbringliches kaufen zu können.
— Else Pannek
Tiburtius kommt mit Sang und Schall, bringt Kuckuck und die Nachtigall. (14. April)
Weil ich als Kind die Wälder schweigen und wachsen sah, konnte ich immer ein stilles Lächeln für das aufgeregte Treiben haben, mit dem die Menschen ihre vergänglichen Häuser bauen.
— Ernst Wiechert
Wenn es beginnt zu tagen, die Erde dampft und blinkt, die Vögel lustig schlagen, dass dir dein Herz erklingt: Da mag vergehn, verwehen das trübe Erdenleid, da sollst du auferstehen in junger Herr …
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solcher Siege rächt sie sich an uns.
— Friedrich Engels
Schiffe stranden nur an Felsen, die Gott geschaffen hat.
— Gorch Fock
Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.
— Johann Wolfgang von Goethe
Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein Talent, zur Mitfreude nur wenigen.
— Christian Friedrich Hebbel
Gib den Winden ein frisch, ein fliegend Blatt, es wird den Weg schon finden, den es zu fliegen hat.
— Hermann Ferdinand Freiligrath
Blick in die schöne Natur und beruhige dein Gemüt!
— Ludwig van Beethoven
Rauher Nord im Februar deutet auf ein gutes Jahr.
Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird.
— Albert Camus
Die Blumen machen den Garten, nicht der Zaun.
Den 1. April musst übersteh'n, dann kann dir manch Gut's gescheh'n.
Ein Baum macht noch keinen Wald.
Auch der schönste Weg endet irgendwo. Deswegen sollte man rechtzeitig einen anderen suchen.
Will dir den Frühling zeigen, der hundert Wunder hat. Der Frühling ist waldeigen und kommt nicht in die Stadt.
— Rainer Maria Rilke
Es ist nicht das Unkraut, das den guten Samen erstickt, sondern die Nachlässigkeit des Bauern
— Konfuzius
Sind die Gänse wohlgeraten, kann man sie grillen und auch braten
Ein strahlender Morgen vor meinem Fenster gibt mir mehr als die Metaphysik der Bücher.
— Walt Whitman
Frühling ist ein Mädchen, Sommer eine Mutter, Herbst eine Witwe und Winter eine Stiefmutter.
Es gibt Rosenzüchter, die sich mehr mit den Blattläusen beschäftigen als mit den Rosen.
— Victor Auburtin
So oft die Sonne aufersteht, erneuert sich mein Hoffen und bleibet, bis sie untergeht, wie eine Blume offen.
— Gottfried Keller
Seht, Brüder, der Frühling ist gekommen. Die Erde wird von der Sonne umarmt, wir werden bald die Ergebnisse dieser Liebe sehen. Jedes Samenkorn ist erwacht, genauso jedes Tier. Durch diese geheimn …
Mit Hilfe der Sonne wurde die Erde geschaffen. Die Erde und ich, wir sind eins. Der Eine, der das Recht hat, über das Land zu verfügen, ist der Eine, der es geschaffen hat.
Wenn man mit einer jungen Dame vom Wetter redet, vermutet sie, dass man etwas ganz anderes im Sinn hat. Und meistens hat sie damit Recht!
— Oscar Wilde
Es gibt Kamele mit einem Höcker und welche mit zweien. Aber die größten haben gar keinen.
— Arthur Schopenhauer
Ein reifer Apfel hängt nicht lang überm Weg
Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die menschliche Natur.
— John Locke
Beim Betrachten der Natur werden die Gefühle geboren.
Kräht der Bauer auf dem Mist, weißt du, dass er besoffen ist!
Das schöne Blau der Luft wird durch die Dunkelheit hervorgerufen, die dahinter ist.
— Leonardo da Vinci
Im Herbst verkauft man Obst, im Frühling - Medizin
Ein kalter Frühling bringt viel Regen
Im Frühling kehrt die Sonne in die Knochen zurück.
— Vergil
Wie das Wetter um Ägidi tut, bleibt's den ganzen Monat. (01. Sept.)
Gott und Natur sind zwei Dinge, die sich vollkommen gleich sind
— Friedrich von Schiller
Die Quelle des Ideals ist der heiße Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.
— Friedrich von Schlegel
Die Schönheit ist wie eine Blume: heut vor dem Busen, morgen vor dem Besen.
— Abraham a Sancta Clara
Es ist wichtiger, dass sich jemand über eine Rosenblüte freut, als dass er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt.
— Oscar Wilde
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Um zu wissen, was ein Anker wert ist, brauchen wir einen Sturm.
Keiner kennt die Härte eines Kiesels besser, als wer auf ihn einschlägt!
— Seneca
Nirgends rauschen die Laubwälder süßer und erquickender als am kahlen Strand, wo keine sind.
— Arthur Schnitzler
Auch der dickste Eiszapfen hat auf Dauer keine Chance gegen die Sonne.
Wenn der Magen voll ist, singen die Vögel und die Menschen lachen.
Immer Sonnenschein macht die Wüste
Die Sterne, die begehrt man nicht, man freut sich ihrer Pracht.
— Johann Wolfgang von Goethe
Kommt St. Lorenz mit heissem Hauch, füllt er dem Winzer Fass und Bauch. (10. August)
Frauen und Wind sind notwendige Übel.
Das ist im Leben hässlich eingerichtet, dass bei den Rosen gleich die Dornen stehen.
— Joseph Victor von Scheffel