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Sprüche über Natur

1369 Sprüche — Seite 18

In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.

Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.

  1. Wenn die Mücke ein Hühnerei legen will, ist's ihr Tod.

  2. Auch die Mücke hat ihre Milz.

  3. Hungrige Mücken beißen schlimm.

  4. Mücken seigen, Elefanten verschlucken.

  5. Man muss nicht nach jeder Mücke schlagen.

  6. Ochsen muss man schön aus dem Wege gehn!

  7. Kein Ochse, er sei denn ein Kalb gewesen.

  8. Der Ochs will den Hasen erlaufen.

  9. Dem Ochsen, der da drischt, soll man das Maul nicht verbinden.

  10. Das Pferd soll zur Krippe gehn, nicht die Krippe zum Pferd.

  11. Das Pferd stirbt oft, eh das Gras wächst.

  12. Stirb nicht, lieber Hengst, es kommt die Zeit, wo Gras wächst.

  13. Das Pferd ist oft klüger als sein Reiter.

  14. Hast du kein Pferd, so brauche den Esel.

  15. Raubvögel singen nicht.

  16. Wenn die Schwalben fliegen, so bleiben hier die Fliegen.

  17. Wenn die Schwalben nieder fliegen und die Tauben baden, so bedeutet's Regen.

  18. Man mästet das Schwein nicht um des Schweines willen.

  19. Schweine kümmern sich nicht um köstliche Salben.

  20. Die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen.

  21. Wenn der Storch die Erbsenstoppel sieht, jagt er die Jungen vom Neste.

  22. Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.

  23. Es sagt ein Storch dem andern Langhals.

  24. Die Täublein müssen Federn lassen.

  25. Wer keine Taube hat, der hat Mücken.

  26. Eisern Vieh stirbt nicht.

  27. Man sieht's am Schwanz, was es für ein Vogel ist.

  28. Laß mir den Vogel und behalt du die Federn.

  29. Was nicht am Vogel ist, das ist an den Federn.

  30. Böser Vogel, böses Ei.

  31. Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

  32. Jedem Vogel gefällt sein Nest.

  33. Jeder Vogel hat sein Nest lieb.

  34. Vogelfang gehört zum Wildbann.

  35. Mit der Logik allein ist die menschliche Natur nicht zu besiegen. Die Logik sieht drei Möglichkeiten, dabei gibt es ihrer eine Million

    Fjodor M. Dostojewski

  36. Naturnotwendig will der Mensch das Gute.

    Thomas von Aquin

  37. Auch wenn der Spatz klein ist, hat er doch alle lebenswichtigen Eingeweide.

  38. Es muss ein Loch geben, bevor der Wind durchpfeifen kann.

  39. Ein Unwetter währt keinen ganzen Tag.

    Laotse

  40. Die Jugend zeigt den Mann an, so wie der Morgen den Tag ankündigt.

    John Milton

  41. Die menschliche Hand bedeutet menschliche Macht: Mit dem durchgeistigten Handeln der Hand ist der Mensch der Natur gegenüber gefährlich geworden.

    Oswald Spengler

  42. Es liegt tief in der Natur des Menschen, dass er alles essen will, was er liebt.

    Oswald Spengler

  43. Der Mensch, der gleicht dem Aprilwetter, welches bald schön, bald wild, bald warm, bald kalt, bald trocken, bald naß, bald Sonne, bald Regen, bald Riesel, bald Schnee, bald Blumen, bald Klee.

    Abraham a Sancta Clara

  44. Es ist nicht kalt, wenn es schneit, es ist nur kalt, wenn es taut.

  45. Genaugenommen ist das Dichten ein Naturvorgang; wie der Apfel auf dem Baum reift und wie das Ei aus der Henne kommt, so reift das Werk im Dichter, und so bewegt es sich aus ihm heraus.

    Victor Auburtin

  46. Man kann beobachten, dass eines jeden Menschen Sehnsucht nach derjenigen Gegend reist, in welcher er das meiste und kräftigste Licht und die sattesten Farben wahrgenommen hat.

    Carl Spitteler

  47. Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres.

  48. Wer bist du, Mensch? Ein Garten voller Disteln. Is nit gnug das. Eine Rose voller Dornen. Is noch nit gnug. Ein Himmel voller Finsternis.

    Abraham a Sancta Clara

  49. Gnade und Tugend bilden die Ordnung der Natur nach, die kraft göttlicher Weisheit gegründet ist.

    Thomas von Aquin

  50. Die Welt ist wie ein Meer; ein jeder geht und fischt, nur dass den Walfisch der, den Stockfisch er erwischt.

    Friedrich von Logau

  51. Es gibt nichts Wunderbareres, nichts, was die Weisheit des Schöpfers bei den Verständigen heller bezeugt, als die Bewegung der fünf Planeten.

    Johannes Kepler

  52. In jedem Aug', in dem die Liebe glüht, ist auch die Blume Schönheit aufgeblüht.

    Otto von Leixner

  53. Man mag über Naturschönheiten die Achseln zucken, es ist doch herrlich für ein Volk, ein schönes Land zu besitzen, wenn es auch arm ist.

    Fridtjof Nansen

  54. Willst du einen guten Ruf haben, so triff niemals die Sonne in deinem Bett

  55. Rosen pflücke, Rosen blühn Morgen ist nicht heut! Keine Stunde laß entfliehen, Flüchtig ist die Zeit!

    Johann Wilhelm Ludwig Gleim

  56. Alle Wesen leben vom Lichte, jedes glückliche Geschöpf, die Pflanze selbst, kehrt freudig sich zum Licht.

    Friedrich von Schiller

  57. Auf dem Heu und in dem Stroh, ward schon manches Mägdlein froh.

  58. Beim Dreschen lass das Rauchen sein, sonst atmest Du den Brandrauch ein.

  59. Eine Sau mit kalten Füssen, kann als Eisbein man geniessen

  60. Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd, in Bayern ist das umgekehrt