Sprüche über Natur
1369 Sprüche — Seite 4
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Keine Elster heckt eine Taube.
Wer eine Elster ausschickt, dem kommt ein bunter Vogel wieder.
Man stiehlt auch wohl der Elster ein Ei.
Wie kommen die Enten aus, die doch so breite Schnäbel haben?
Der Kosmas und der Damian, die zünden alle Lichter an. (26. Sept.)
Er ist Storch und Klappermaul.
Wenn Du auch täglich durch die Hallen der Macht wandelst, so trage doch in Dir die Luft aus den Wäldern der Berge.
Ist St. Moritz hell und klar, stürmt der Winter, das ist klar. (22. Sept.)
Liebt die ganze Schöpfung - jedes Blatt und jeden Sonnenstrahl! Wenn ihr das tut, werden sich euch die Geheimnisse des Göttlichen offenbaren.
— Fjodor M. Dostojewski
Wenn Matthäus freundlich schaut, man auf gutes Wetter baut. (21. Sept.)
Die Natur gibt einem Menschen seine Fähigkeiten, und das Glück bringt sie zur Wirkung.
— François de la Rochefoucauld
Das Leben in der Natur gibt die Wahrheit der Dinge zu erkennen.
— Albrecht Dürer
Jeder kehre den Schnee vor seiner Tür und kümmere sich nicht um das Eis, das auf dem Dach des Nachbarn liegt.
Es ist mit der Liebe auch wie mit anderen Pflanzen: wer Liebe ernten will, muß Liebe pflanzen.
— Jeremias Gotthelf
Die Natur ist ein unendlich geteilter Gott.
— Friedrich von Schiller
Wer andere erheitern kann, ist von Natur aus Arzt
— Demokrit
Eine Rose riecht besser als ein Kohlkopf, gibt aber keine bessere Suppe ab.
— Jean-Baptiste Molière
Manchmal sitzt er zu deinen Füssen und schaut dich an, mit einem Blick so schmeichelnd und zart, das man überrascht ist über die Tiefe seines Ausdrucks. Wer kann nur glauben, dass hinter solchen strah …
— Théophile Gautier
Schnell wachsende Keime welken geschwinde, zu lange Bäume brechen im Winde.
— Wilhelm Busch
Kommt Laurenzius daher, wächst das Korn nicht mehr. (10. August)
An alten Bäumen hämmert der Specht am meisten.
— Wilhelm Busch
Ein ungestörtes Glück verlangen, heißt Mondeslicht mit Netzen fangen, den Sonnenstrahl mit Ketten fesseln und Rosen fordern von den Nesseln.
— Otto von Leixner
Der Garten, das seid ihr! Nehmt eure Bilder, eure Erinnerungen und eure Visionen, und ihr werdet niemals ohne Garten sein!
Wenn's an Alexius regnet, so fault das Getreide auf der Mauer. (17. Juli)
Der Trieb zum Guten ist dem Menschen eingepflanzt von Natur wie dem Wasser der Trieb, bergab zu fließen.
An St. Kilian säe Wicken und Rüben an. (08. Juli)
Der Berg lacht nicht über den Fluß, weil er tief unten ist - und der Fluß schmäht den Berg nicht, weil er unbeweglich ist
Auch wenn die Sonne hinter dunklen Wolken verborgen ist, wärmt sie uns.
Nicht durch die Kraft höhlet der Tropfen den Stein, sondern durch häufiges Fallen.
— Ovid
Mit Blitzen kann man die Welt erleuchten, aber keinen Ofen heizen.
— Christian Friedrich Hebbel
Der hl. St. Kilian stellt die ersten Schnitter an. (08. Juli)
Es gibt keine noch so schöne Rose, die nicht zur Hagebutte wird.
Flüsse und Berge altern nicht.
Selbst in kleinsten Tautropfen kann sich die ganze Sonne widerspiegeln.
Der Glaube ist das Wissen, dass es Meer geben muss, wenn man einen Bach sieht.
Es ist dafür gesorgt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
Wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man erst das Wasser.
Die Natur will, dass die Kinder Kinder sind, ehe sie Erwachsene werden.
— Jean-Jacques Rousseau
Es gibt ein Naturwunder, das noch größer ist als das Meer. Das ist der Himmel.
— Victor-Marie Hugo
Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt.
— Reinhold Messner
Wer wendet sein Gesicht nicht gerne der Zukunft zu, wie die Blumen ihre Kelche der Sonne?
— Heinrich von Kleist
Wenn Blumen, gleichgültig welcher Farben und Formen zusammenstehen, kann nie ein Bild der Disharmonie entstehen.
— Vincent van Gogh
Die Rose spricht alle Sprachen der Welt.
— Ralph Waldo Emerson
Die Stimme der Natur lässt sich nicht überschreien
— Christoph Martin Wieland
Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.
— Wilhelm Busch
Wir liegen alle in der Gosse, aber einige von uns betrachten die Sterne.
— Oscar Wilde
Es ist eine Forderung der Natur, dass der Mensch mitunter betäubt werde, ohne zu schlafen. Daher der Genuß im Tabakrauchen, Branntweintrinken, Opiaten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der glücklichste Mensch ist derjenige, der von der Natur die Verehrung lernt.
— Ralph Waldo Emerson
Die Sonne droben ist ein großer Blick der Liebe; Gott schaut mit diesem Blick uns an.
— Christoph A. Tiedge
Weshalb können wir denn nicht natürlich sein? Oh, ich weiß sehr wohl, uns fehlt nur der Mut.
— Jens Peter Jacobsen
Nachdem ich die Naturvorgänge jahrelang beobachtet habe, kann ich das Dasein einer höchsten Intelligenz nicht bezweifeln.
— Thomas Alva Edison
Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.
— Wilhelm Dilthey
An einem schönen Tag im Schatten zu sitzen und ins Grüne zu schauen, ist die wunderbarste Erfrischung.
— Jane Austen
Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald der wächst.
Wenn nur der Kutscher klar sieht, dann wird auch mit blinden Pferden das Ziel erreicht
— Johann Nepomuk Nestroy
Wer den Baum nur als Brennholz wertet, hat keine Ahnung, was der Baum insgesamt ist.
— Rabindranath Tagore
Vertreibt die Natur; sie kehrt im Galopp zurück.
— Philippe Destouches
Aber unwillkürlich blickt der Mensch in die Zukunft, wie er, wenn er am Fenster steht, zum Himmel blickt, und wie an dem Wölkchen oder Gestirne auftauchen und dahin ziehen, so dämmern in ihr Bilder de …
— Ida Hahn - Hahn
Sein Name lautet nicht länger 'wilder Hund', sondern 'bester Freund'
— Rudyard Kipling
Der Arzt soll die Kraft und die Natur der Krankheit im Ursprung suchen, denn den Rauch vom Feuer sollen wir nicht löschen, sondern allein das Feuer
— Philippus Theophrastus Paracelsus