770 Sprüche — Seite 24
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Es sind die hübschen Vögel, die man in den Käfig sperrt
Die Erde braucht Dünger wie der Fisch das Wasser.
Wenn du mit den Früchten deines Baumes Ball spielst, wird er im nächsten Jahr keine tragen.
Lächle, denn es gibt einen Frühling in deinem Garten, der die Blüten bringt, einen Sommer, der die Blätter tanzen und einen Herbst, der die Früchte reifen lässt.
Viele Wege führen zum Gipfel eines Berges, doch die Aussicht bleibt die gleiche
Wer ein Kamel liebt, muss sich mit seinen Höckern abfinden.
Es gibt ein allgemein gültiges Gesetz, das Entstehen und Vergehen befiehlt.
— Publius Syrus
Nichts entspannt so wie die Unentrinnbarkeit. Deswegen beruhigt uns die Natur und erregt uns die Welt.
— Théodore Simon Jouffroy
Bäume sind für den Schatten da, Kinder fürs Alter.
Wer Bäume pflanzt liebt noch andere außer sich selbst.
Ein Mädchen ohne Freund ist wie ein Frühling ohne Blüten
Wir wundern uns nie über den Sonnenaufgang einer Freude, sondern über den Sonnenuntergang derselben.
— Jean Paul
Barbara im weissen Kleid, verkündet gute Sommerzeit. (04. Dez.)
Die Natur versteht keinen Spass, sie ist immer wahr, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer die der Menschen
— Johann Wolfgang von Goethe
Erziehung ist alles. Der Pfirsich war einst eine Bittermandel, und der Blumenkohl ist nichts als ein Kohlkopf mit akademischer Bildung.
— Mark Twain
So oft die Sonne aufgeht erneuert sich mein Hoffen und bleibt, bis sie untergeht, wie eine Blume offen.
— Gottfried Keller
Jeder nach seinem Sinn wählt seiner Freuden Ort: der Rosenkäfer hier, und der Mistkäfer dort.
— Friedrich Rückert
Das Talent des Menschen hat seine Jahreszeiten - wie die Früchte.
— François de la Rochefoucauld
Wir mögen die Welt kennen lernen, wie wir wollen, sie wird immer eine Tag- und eine Nachtseite behalten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Am Septemberregen ist dem Bauern viel gelegen.