770 Sprüche — Seite 27
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Du siehst den Garten nicht mehr grünen, in dem du einst so froh geschafft, siehst deine Blumen nicht mehr blühen, weil dir der Tod nahm deine Kraft.
St. Jakob nimmt hinweg die Not, bringt erste Frucht und frisches Brot. ((02. Juli)
Es grüßen blaue Blümlein licht in deinem Garten klein. Sie bitten dich: Vergiss mein nicht, denn ich gedenke dein.
Gott ist dreifach von Person und doch einfach von Natur. Gott ist auch an allen Orten, und an jedem Ort ist Gott ganz. Das will so viel sagen, dass alle Orte ein Ort Gottes sind.
— Eckhart von Hochheim
Die klügsten Männer sind jene, die ihrer Frau einreden können, dass Gartenarbeit schön macht.
— Karel Capek
Blumen sind das Lächeln der Natur. Es geht auch ohne sie, aber nicht so gut.
— Max Reger
Schaue auf Dich selbst, nicht auf die Sonne, wenn Dein Garten nicht blüht.
Was für ein hässliches Tier ist der Affe, und wie sehr ähnelt er uns.
— Marcus Tullius Cicero
Die Natur ist die beste Führerin des Lebens.
— Marcus Tullius Cicero
Jugendliebe dauert nicht länger als Schnee im April.
Wasser und Erde der Heimat formen sich ihren Menschenschlag.
Genieße jedes Wetter, solange es die Natur erlaubt.
Die Liebe ist ein Stoff, den die Natur gewebt und die Phantasie bestickt hat.
— Voltaire
Die Erde ist eine Gondel, die an der Sonne hängt und auf der wir aus einer Jahreszeit in die andere fahren.
— Johann Peter Hebel
Wenn's im Mai viel regnet, ist das Jahr gesegnet.
Im allzu klarem Wasser ist kein Fisch zu finden. Nie sollte man restlose Klarheit fordern.
Wer den Regentropfen erklären kann, kann auch das Meer erklären
— Selma Lagerlöf
Wenn im Mai die Wachteln schlagen, künden sie von Regentagen.
Die Sonne geht an keinem Dorf vorüber.
Wandlung ist notwendig, wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.
— Vincent van Gogh