August Sprüche
1878 Sprüche — Seite 37
Kein Ochse, er sei denn ein Kalb gewesen.
Der Ochs will den Hasen erlaufen.
Dem Ochsen, der da drischt, soll man das Maul nicht verbinden.
Das Pferd soll zur Krippe gehn, nicht die Krippe zum Pferd.
Das Pferd stirbt oft, eh das Gras wächst.
Stirb nicht, lieber Hengst, es kommt die Zeit, wo Gras wächst.
Das Pferd ist oft klüger als sein Reiter.
Hast du kein Pferd, so brauche den Esel.
Raubvögel singen nicht.
Wenn die Schwalben fliegen, so bleiben hier die Fliegen.
Wenn die Schwalben nieder fliegen und die Tauben baden, so bedeutet's Regen.
Man mästet das Schwein nicht um des Schweines willen.
Schweine kümmern sich nicht um köstliche Salben.
Die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen.
Wenn der Storch die Erbsenstoppel sieht, jagt er die Jungen vom Neste.
Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.
Es sagt ein Storch dem andern Langhals.
Die Täublein müssen Federn lassen.
Wer keine Taube hat, der hat Mücken.
Eisern Vieh stirbt nicht.
Man sieht's am Schwanz, was es für ein Vogel ist.
Laß mir den Vogel und behalt du die Federn.
Was nicht am Vogel ist, das ist an den Federn.
Böser Vogel, böses Ei.
Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Jedem Vogel gefällt sein Nest.
Jeder Vogel hat sein Nest lieb.
Vogelfang gehört zum Wildbann.
Mit der Logik allein ist die menschliche Natur nicht zu besiegen. Die Logik sieht drei Möglichkeiten, dabei gibt es ihrer eine Million
— Fjodor M. Dostojewski
Naturnotwendig will der Mensch das Gute.
— Thomas von Aquin
Auch wenn der Spatz klein ist, hat er doch alle lebenswichtigen Eingeweide.
Es muss ein Loch geben, bevor der Wind durchpfeifen kann.
Ein Unwetter währt keinen ganzen Tag.
— Laotse
Die Jugend zeigt den Mann an, so wie der Morgen den Tag ankündigt.
— John Milton
Die menschliche Hand bedeutet menschliche Macht: Mit dem durchgeistigten Handeln der Hand ist der Mensch der Natur gegenüber gefährlich geworden.
— Oswald Spengler
Es liegt tief in der Natur des Menschen, dass er alles essen will, was er liebt.
— Oswald Spengler
Der Mensch, der gleicht dem Aprilwetter, welches bald schön, bald wild, bald warm, bald kalt, bald trocken, bald naß, bald Sonne, bald Regen, bald Riesel, bald Schnee, bald Blumen, bald Klee.
— Abraham a Sancta Clara
Es ist nicht kalt, wenn es schneit, es ist nur kalt, wenn es taut.
Genaugenommen ist das Dichten ein Naturvorgang; wie der Apfel auf dem Baum reift und wie das Ei aus der Henne kommt, so reift das Werk im Dichter, und so bewegt es sich aus ihm heraus.
— Victor Auburtin
Man kann beobachten, dass eines jeden Menschen Sehnsucht nach derjenigen Gegend reist, in welcher er das meiste und kräftigste Licht und die sattesten Farben wahrgenommen hat.
— Carl Spitteler