August Sprüche
1904 Sprüche — Seite 12
Essen ist ein Bejdürfnis, geniessen eine Kunst
— François de la Rochefoucauld
Mancher glaubt zu genießen, und schlingt doch nur.
Es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob dein Leben der Muße oder der Trägheit gehört.
— Seneca
Wenn du zum Wort nicht ohne Not, nicht ohne Hunger greifst zum Brot, bringt dir dein Reden nicht Verdruss, nie Unbehagen dein Genuss.
— Friedrich Rückert
Manch schöne Frau hat das Welken männlicher Liebe durch Ihre Kunst, pikante Leckerbissen herzustellen, zu verhindern gewusst.
— Guy de Maupassant
Wer Dornen säht, darf sein Zelt nicht barfuß verlassen.
Das Kamel sieht seinen eigenen Höcker nicht, aber den seiner Brüder hat es immer vor Augen.
Bei der Muße soll nicht etwa träges Nichtstun locken, sondern das Erforschen und Auffinden der Wahrheit.
— Augustinus
Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.
— Wilhelm Dilthey
An dem Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.
In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt.
— Albert Camus
Wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man erst das Wasser.
Erst am Abend erfährt der Mensch so recht, was ihn unter den Mühen des Tages aufrechterhalten hat.
— Wilhelm Raabe
Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss seh'n, was übrig bleibt.
Rülpst im Stalle laut der Knecht, wird sogar den Säuen schlecht.
Fortuna lächelt, doch sie mag nur ungern voll beglücken: Schenkt sie uns einen Sommertag, so schenkt sie uns auch Mücken.
— Wilhelm Busch
Wer seine Kraft bewahren und seinen Geist ausruhen lassen kann, wird Nerven wie Stahl bekommen.
— Prentice Mulford
Baut der Knecht beim Ernten Scheiß, kriegt er vom Bauern Feldverweis!
Wenn die Magd nach Knoblauch stinkt, der Knecht sie auch im Dunkeln find!
Kleine Samen flach bedeckt, große Samen tief versteckt.
Furzt der Ochse hemmungsfrei, gibt's Smogalarm der Stufe Drei.
Nur wer selber ruhig bleibt, kann zur Ruhestätte all dessen werden, was Ruhe sucht.
— Laotse
Überlass der Nacht die Stimme, überlass ihr Rat und Heil!
— Plutarch
Der Gewöhnlichkeit gehört die Welt. Es tangiert mich aber nicht, solang ich ein Bett und ein Glas Tee habe.
— Theodor Fontane
Der Duft der Blumen ist weit süßer in der Luft als in der Hand
— Francis Bacon
Die Bratwurst sucht man nicht im Hundestall.
Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht.
— Aristoteles
Was ist das Leben? Es leuchtet auf wie ein Glühwürmchen in der Nacht. Es vergeht wie der Hauch des Büffels im Winter. Es ist wie der kurze Schatten, der über das Gras huscht und sich im Sonnenunte …
Ich weiß, dass mir nichts angehört Als der Gedanke, der ungestört Aus meiner Seele will fließen, Und jeder günstige Augenblick, Den mich ein liebendes Geschick Von Grund aus lässt genießen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist, und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen, in irgend einer Pflanze, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenb …
— Rainer Maria Rilke
Die Mathematik ist eine Art Spielzeug, welches die Natur uns zuwarf zum Troste und zur Unterhaltung in der Finsternis
— Jean-Jacques Rousseau
Gott schläft im Stein, träumt in der Pflanze, erwacht im Tier und handelt im Menschen.
Der Mensch wird geboren weich und schwach, und er stirbt hart und stark. Die Gräser und Bäume treten ins Leben weich und zart und sterben trocken und dürr. Also: Das Harte und Starke begleitet den …
— Laotse
Wer nicht mit der Sonne aufsteht, wird den Tag nicht geniessen.
Ruhe ist Glück, wenn sie ein Ausruhen ist.
— Ludwig Börne
Schöne Dinge wachsen inmitten der Dornen.
Wirf dein Herz über den Fluss und spring hinterher.
Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Schöne Blumen wachsen langsam, nur das Unkraut hat es eilig
— William Shakespeare
Ein Kind ohne Mutter ist eine Blume ohne Regen.