Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 17
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Wenn das noch immer so weiter geht mit Arbeitseinteilung und Spezialität, dann wär das Wagnis geringer, dem Löwen in den Rachen zu sehn, als mit einem kranken Zeigefinger zum Spezialisten für Dau …
— Ludwig Anton Salomon Fulda
Wie oft in der Gesellschaft, die sich für so recht gebildet und interessant hielt, bei all dem Gerede und Feintun, seufzte ich innerlich: "Wenn doch nur ein Hund da wäre!"
— Friedrich Vischer
Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger.
Nur ein Jäger, der protzt, steckt sich eine tote Ratte in den Gürtel.
Selbst wenn der Koch eine Fliege kochen würde, würde er einen Flügel für sich behalten.
Auch um ein Huhn zu fangen, brauchst du wenigstens zwei Körner Reis.
Ein Ochse vom Berg frißt nur das Gras vom Berg
Lieber möchte man ein Hund im Frieden als ein Mensch im Krieg sein.
Ein lebendiger Esel gilt mehr als ein toter Doktor.
Bevor die Maus beginnt, am Fuße des Menschen zu knabbern, bläst sie daran.
Ohne Gelegenheit ist die Hand des Starken in Fesseln; nützet dem Löwen die Kraft, dem man die Klaue geraubt?
— Johann Gottfried Herder
Alle Robbenjagd ist eine gemeine, erbarmungslose Schlächterei, bei welcher sich Rohheit und Gefühllosigkeit verbinden.
— Alfred Edmund Brehm
Tierärzte haben es leichter. Die werden wenigstens nicht durch Äußerungen ihrer Patienten irregeführt.
— Louis Pasteur
Das Wasser, in dem der Fisch kocht, ist auch das Wasser, das dem Fisch zum Leben hilft.
Ich singe, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet. Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn, der reichlich lohnet.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Löwe stößt seine Jungen ins Tal hinab.
Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist der des Tieres und der Pflanze: Das Tier entspricht mehr dem Charakter des Mannes, die Pflanze mehr dem der Frau, denn sie ist mehr ruhiges Entfalten.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Auf jeden Grashalm fällt ein Tröpfchen Tau.
Der Hund, dem man einen Maulkorb anlegt, bellt mit dem Hintern.
— Christian Johann Heinrich Heine
Nach einem unerbittlichen Naturgesetz fliegen dem Menschen die gebratenen Tauben nicht in den Mund.
— Daniel Spitzer
Ich gedenke oft solcher Politiker, wenn ich im Dorfe von einem Hund angebellt werde, der zweite nachbellt, und alle bellen, und keiner kann sagen warum.
— Karl Julius Weber
Kein einziges Tier der ganzen Erde ist der vollsten und ungeteiltesten Achtung, der Freundschaft und Liebe des Menschen würdiger als der Hund
— Alfred Edmund Brehm
Dem Hunde, wenn er gut gezogen, wird selbst ein weiser Mann gewogen
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Hund ist der Gott der Ausgelassenheit.
— Henry Ward Beecher
Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will es, dass, wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.
— Blaise Pascal
Die Katze schmeichelt uns nicht, sie lässt sich von uns schmeicheln.
— Antoine de Rivarol
Ein Hund ist der einzige Freund, den man kaufen kann.
Pferde, Motoren und Frauen - die drei erstklassigen Spielzeuge, die England hervorbringt.
— John Knittel
Uns fehlt nur eine Kleinigkeit, um so frei zu sein wie die Vögel sind: Nur Zeit.
— Richard Fedor Leopold Dehmel
Der Hund bellt, wenn ihn etwas erregt. Der Mensch spricht immer
— Richard von Schaukal
Eine toten Löwen kann man leicht prügeln.
Wo Elefanten sich bekämpfen, hat das Gras den Schaden.
Ein Hund spiegelt die Familie. Wer sah jemals einen munteren Hund in einer verdrießlichen Familie oder einen traurigen in einer glücklichen? Mürrische Leute haben mürrische Hunde, gefährliche Leute g …
— Sir Arthur Conan Doyle
Wir wollen's an den Balken schreiben, wo's Geißen und Kälber nicht ablecken.
Bergab leite mich, bergauf schone mich, in der Ebene brauche mich, sagt das Pferd.
Eine Biene ist so gut als eine Handvoll Fliegen.
Wo man blöken hört, da sind auch Schafe im Lande.
Ein Büffel ist ein groß Tier, doch kann er keinen Fuchs fangen.
Der eine klopft auf den Busch, der andre fängt den Vogel.
Aus ungelegten Eiern werden spät junge Hühner.
Erziehst du dir einen Raben, so wird er dir zum Dank die Augen ausgraben
Es ist kein Tierlein so vergessen, es ruht ein Stündlein auf sein Essen
An den Federn erkennt man den Vogel.
Fett schwimmt oben, und ist es auch nur Hundsfett
Je fetter der Ochs, je schlechter das Fell
Was können wir von einer Religion erwarten, die das Leid der Tiere ausklammert?
— Richard Wagner
Es muss menschlichem Empfinden aufgehen, dass das, was im Menschen atmet, dasselbe ist, wie das, was im Tiere lebt.
— Richard Wagner
Einem Krebs können wir nicht beibringen, gerade zu gehen.
— Aristophanes
Wer Pflanzen wachsen lässt, der hat auch Schmetterlinge.
— Else Pannek
Die Made hält ihren Käse für die Welt
— Daniel Sanders
Setz einen Frosch auf einen weißen Stuhl, er hüpft doch wieder in den schwarzen Pfuhl.
— Wilhelm Müller
Mit Geld kann man einen guten Hund kaufen, aber es wird nicht das Wedeln des Schwanzes erworben.
— Joseph Billings
Wenn Hunde sprechen könnten, fänden wir es vielleicht genau so schwer, mit ihnen auszukommen wie mit anderen Leuten
— Karel Capek
Es gibt wohl nichts Schöneres als eine Katzenmutterschaft. Man sollte sich eine Katze schon wegen ihrer Jungen anschaffen.
— Karel Capek
Jeder, der nicht weiss wie Seife schmeckt, hat noch nie einen Hund gewaschen
— Franklin P. Jones
Tiere fressen, Menschen essen, aber nur der Mann von Geist weiß, wie man isst.
— Jean Anthelme Brillat-Savarin
Eine gescheite Maus weiß mehr als ein Loch.
— Titus Maccius Plautus
Auch das Tier liebt sein Junges. Eine Seelen- und nicht Blutsverwandtschaft kennt nur der Mensch.
— Nikolai Wassiljewitsch Gogol
Das interessanteste Geschöpf der Zoologie ist der Fisch. Er wächst noch, während er längst verspeist ist. Wenigstens in den Augen des Anglers
— Ernest Miller Hemingway
Ein schwanzloser Hund kann seine Freude nicht äußern.