Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 14
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Wenn die Kuh den Schwanz verloren hat, merkt sie erst, wozu er gut gewesen ist,
Die beste Kuh geht nicht zu Markt.
Es gibt mehr als eine bunte Kuh.
Man heißt keine Kuh bunt, sie habe denn einen Flecken.
Man sagt nicht zu der Kuh Bläßle, wenn sie nicht wenigstens einen Stern hat.
Wenig Kühe, wenig Mühe.
Der da hat keine Mühe, dem gibt man die Kühe, und der da hat die Mühe, dem nimmt man die Kühe und gibt ihm die Brühe.
Der da hat die Kühe, der hab' auch die Mühe.
Wenn die Kuh gestohlen ist, sperrt man den Stall.
Schenkt man dir die Kuh, lauf mit dem Halfter zu.
St. Niklas beschert die Kuh, aber nicht den Strick dazu.
Eine Kuh kann nicht auf den Baum springen wie ein Eichhorn.
Bleib daheim bei deiner Kuh, willst du haben Fried und Ruh.
Er weiß so viel davon wie die Kuh vom Sonntage.
Er sieht's an wie die Kuh ein neues Scheuertor.
Meiner Mutter Kuh Bruder war ein Ochs.
Lamm, Lamm! ist des Wolfes Vesperglocke.
Wenn Lämmer einmal neben Wölfen grasen, scheint eine andere Sonne.
Wenn due die Lämmer nicht achtest, wird die Herde bald zugrunde gehen.
Steht er doch da, als wenn er lammen wollte!
Man braucht nicht Läuse in den Pelz zu setzen, sie kommen von selber hinein.
Wenn die Laus einmal im Pelz sitzt, so ist sie schwer wieder herauszubringen.
Sie vermachen sich wie die Läuse im Pelz.
Die Laus, die erst in den Pelz kommt, ist schlimmer, als die darin gewachsen ist.
Wenn die Laus in den Grind kommt, so hebt sie den Hintern in die Höhe und wird stolz.
Wer lausig ist, wird bald grindig.
Die Laus weidet im Grinde sich fett und geht im alten Pelz auf Stelzen.
Er kann einer Laus ein Paar Stelzen machen.
Er prangt wie die Laus auf einem Samtkragen.
Marsch in dein Winterquartier, sprach der Wachtmeister zu der Laus, als er sie vom Bart unter die Hemdkrause setzte.
Viele wollen eine Laus schinden und wissen noch nicht, wie viel Füße sie hat.
Besser eine Laus im Kraut als gar kein Fleisch.
Er schindet die Laus des Balges wegen.
Man kann einer Laus nicht mehr nehmen als das Leben.
Läuse und Kinder geraten alle Jahr.
Es geht ihm wie einer Laus zwischen zwei Balken.
Man könnt' ihr auf dem Fleisch eine Laus knicken.
Es ist Maus wie Mine.
Es ist Maus wie Mutter, Sterze haben sie alle.
Kleine Mäuse haben auch Ohren.
Wer selbst mausen kann, der braucht keine Katzen.
Was dir nicht gehört, das streift eine Maus mit dem Schwanz weg.
Der Mausdreck will allzeit unter den Pfeffer.
Dem schlafenden Fuchs läuft keine weise Maus in den Mund.
Wenn sich das Geflügel früh maust, so gibt's einen frühen Winter.
Wenn die Mücke ein Hühnerei legen will, ist's ihr Tod.
Auch die Mücke hat ihre Milz.
Die Mücken sehen all einander gleich.
Hungrige Mücken beißen schlimm.
Mücken seigen, Elefanten verschlucken.
Man muss nicht nach jeder Mücke schlagen.
Ochsen muss man schön aus dem Wege gehn!
Da stehen die Ochsen am Berge!
Kein Ochse, er sei denn ein Kalb gewesen.
Wo der Ochs König ist, sind die Kälber Prinzen.
Wer mit jungen Ochsen pflügt, macht krumme Furchen.
Ochsen gehen langsam, ziehen aber gut.
Wer mit Ochsen fährt, kommt auch zu Markte.
Der Ochs kann auch auf vier Füßen laufen wie der Hirsch, aber nicht so schnell.
Der Ochs will den Hasen erlaufen.