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Sprüche über Tiere

1063 Sprüche — Seite 16

Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.

Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.

  1. Lass den Storch in seinem Nest zufrieden.

  2. Die Störche fliegen hoch und tragen im Schnabel Kröten und Schlangen.

  3. Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.

  4. Er lobt den Storch, damit er ihm übers Jahr rote Schuhe bringe.

  5. Es sagt ein Storch dem andern Langhals.

  6. Tauben haben keine Krall und sind der Leute überall.

  7. Wo Tauben sind, da fliegen Tauben zu.

  8. Man fängt nicht zwei Tauben mit einer Bohne.

  9. Die gebratenen Tauben fliegen einem nicht ins Maul.

  10. Wer sich zur Taube macht, den fressen die Falken.

  11. Die Tauben, so unter Dach bleiben, sind vor dem Stoßvogel sicher.

  12. Wer ein Biedermann will sein und heißen, der hüte sich vor Tauben und Geißen.

  13. Die Täublein müssen Federn lassen.

  14. Wer keine Taube hat, der hat Mücken.

  15. Eisern Vieh stirbt nicht.

  16. Gleich Vieh leckt sich gern.

  17. Vieh und Menschen muss man nicht zusammenrechnen.

  18. Gibst du deinem Vieh, so gibt es dir wieder.

  19. Friß Vogel, oder stirb!

  20. Den Vogel kennt man am Gesang, den Hafen an dem Klang, den Esel an den Ohren und am Gesang den Toren.

  21. Besser ein Vogel in der Hand als zehn am Strand.

  22. Ein Vogel in der Schüssel ist besser als zehn in der Luft.

  23. Man kennt den Vogel an den Federn.

  24. Man sieht's am Schwanz, was es für ein Vogel ist.

  25. Laß mir den Vogel und behalt du die Federn.

  26. Was nicht am Vogel ist, das ist an den Federn.

  27. Die Vögel, die zuviel Federn haben, fliegen nicht hoch.

  28. Die Vögel gesellen sich zu ihresgleichen.

  29. Einerlei Vögel hocken auf einerlei Nest.

  30. Mit welchen Vögeln man fliegt, mit denen wird man gefangen.

  31. Wer Vögel fangen will, muss süß pfeifen und nicht mit Knitteln dreinschlagen.

  32. Wer Vögel fangen will, muss nicht mit Prügeln dreinwerfen.

  33. Klopf auf den Busch, so fliegen die Vögel heraus.

  34. Man muss den Vögeln richten, wenn sie im Striche sind.

  35. Man muss den Vogel erst im Käfig haben, eh man ihn singen lehrt.

  36. Die Vögel, die zu früh singen, holt am Abend die Katz.

  37. Böser Vogel, böses Ei.

  38. Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

  39. Kein Vogel fliegt so hoch, er kommt wieder auf die Erde.

  40. Jedem Vogel gefällt sein Nest.

  41. Jeder Vogel hat sein Nest lieb.

  42. Nach und nach macht der Vogel sein Nest.

  43. Alte Vögel sind schwer rupfen.

  44. Sie leben wie die Vöglein im Hanfsamen.

  45. Besser im Vogelsang als im Eisengeklang.

  46. Besser Vogelfangen als ganz stille sitzen.

  47. Es hat noch kein Wolf einen Winter gefressen.

  48. Es grüßt kein Wolf ein Lamm.

  49. Siehe zunächst in jedwedem das Gute. So wirst du belohnt, wie die Biene, die ihre Wabe aus dem Süßesten baut.

    Johann Christoph Friedrich Haug

  50. Ich ruf euch eure Abkunft ins Gewissen: Ihr seid nicht da, zu leben gleich den Kühen, doch zum Verfolg von Tüchtigkeit und Wissen.

    Dante Alighieri

  51. Wenn drei Leute einen Tiger gesehen haben wollen, glauben es bald alle.

  52. Soll man ein Huhn mit einem Messer schlachten, das für einen Ochsen bereit liegt?

  53. Auch wenn der Spatz klein ist, hat er doch alle lebenswichtigen Eingeweide.

  54. Wenn der Mensch in Angst und Not ist und in Furcht gejagt worden, so läuft er in Schrecken weiß nicht wohin, um Hilfe zu suchen. Das Tier, wenn es gejagt wird, springt ja auch ins Wasser und ersäuft, …

    Johann Heinrich Pestalozzi

  55. Ein kampfsüchtiger Hahn wird nie ein fleischiges Speisehähnchen, ein angeberischer Mensch vollbringt keine große Tat.

  56. Die Arbeit gleicht manchmal dem Angeln in Gewässern, in denen noch nie Fische gewesen sind.

    Jules Renard

  57. Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres.

  58. Die Welt ist wie ein Meer; ein jeder geht und fischt, nur dass den Walfisch der, den Stockfisch er erwischt.

    Friedrich von Logau

  59. Wenn sie Dich dessen erachtet, wird eine Katze Dein Freund sein, niemals Dein Sklave.

    Théophile Gautier

  60. Wenn auch die Hunde kläffen, die Karawane zieht ihres Weges.