Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 13
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Wenn die Katze aus dem Hause ist, springen die Mäuse über Stühl und Bänke.
Die Katze fängt die Mäuse nicht in Handschuhen.
Wer mit Katzen zu Acker fährt, der eggt mit Mäusen zu.
Hüte dich vor den Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
Keine Katze so glatt, sie hat scharfe Nägel.
Wer denkt, seine Katze werf' ein Kalb, der verliert seine Mühe mehr denn halb.
Setz eine Katz in ein Vogelhaus, es wird kein Zeislein draus.
Willst du lange leben gesund, iß wie die Katze, trink wie der Hund.
Reist eine Katze, so kommt ein Mäusfänger wieder
Die Katze ist hungrig, wenn sie ans Brot geht.
Näschige Katze macht achtsame Mägde.
Der Katze, die den Spieß leckt, vertrau den Braten nicht.
Es ist zuviel von der Katze begehrt, dass sie bei der Milch sitze und nicht schlecke.
Man jagt die Katze zu spät vom Speck, wenn er gefressen ist.
Wenn man die Katze auf den Käse bindet, so frißt sie nicht.
Die Katze frißt gern Fische, sie will aber nicht ins Wasser.
Putzt die Katze den Bart, so bedeutet es Fremde.
Unnütze Katzen leben lange.
Es gilt der Katze um den Schwanz.
Tote Katzen beißen auch die Mäus.
Katzengebet dringt nicht in den Himmel.
Die Katze sieht den Bischof an, ist doch ein geweihter Mann!
Nimm die Augen in die Hand und die Katz aufs Knie, was du nicht siehst, das sieht sie.
Sie weiß, wo die Katze den Teig langt.
So man nicht Kauzen hat, muss man mit Eulen beizen.
Er wird ein gelehrter Kauz werden, wenn er unter die Stoßvögel kommt.
Eine Krähe hackt der anderen kein Aug aus.
Eine Krähe heckt keine Turteltaube.
Die Krähe will's mit dem Adler wagen.
Eine Krähe macht keinen Winter.
Die Krähe läßt ihr hüpfen nicht.
Fliegende Krähe findet allzeit etwas.
Den Krebs straft man nicht mit ersäufen.
Krebse man ißt, wenn kein R im Monat ist.
Der Kuckuck ruft seinen eigenen Namen.
Der Kuckuck behält seinen Gesang, die Glocke ihren Klang, der Krebs seinen Gang, Narr bleibt Narr sein Leben lang.
Die Kuh stößt den Kübel um.
Was hilft's, dass die Kuh viel Milch gibt,wenn sie den Kübel umstößt?
Alle Kühe sind Kälber gewesen.
Je älter die Kuh, desto hübscher das Kalb.
Alte Kuh gar leicht vergißt, dass sie ein Kalb gewesen ist.
Manch gute Kuh hat ein übel Kalb.
Die Kuh leckt kein fremdes Kalb.
Die Kuh muss mit dem Kalbe gehen.
Es ist niemand schuldig, die Kuh mit dem Kalbe zu behalten.
Die Kuh milcht durchs Maul.
Wenn die Kuh nimmer Milch gibt, gehört sie unter den Schlegel.
Nachbars Kuh ist eine herzensgute Kuh, gibt aber keine Milch.
Schöne Küh geben gemeinlich nicht viel Milch.
Es ist gleichviel, wie die Kuh heißt, wenn sie nur gute Milch gibt.
Die Kühe, die am meisten brüllen, geben am wenigsten Milch.
Eine Kuh deckt viel Armut zu.
Man soll die Kuh melken und nicht schinden.
Schwarze Kühe geben auch weiße Milch.
Andrer Leute Kühe haben immer größere Euter.
Was soll der Kuh Muskaten? Sie frißt wohl Haberstroh.
Vier Kühe gewartet sind besser als acht schlecht gewartet.
Der Magd Sonntag ist der Kühe stiller Freitag.
Küsters Kuh darf auf dem Kirchhof grasen.
Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.