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Sprüche über Tiere

1063 Sprüche — Seite 15

Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.

Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.

  1. Müde Ochsen treten hart.

  2. Den Ochsen soll man bei den Hörnern nehmen, den Mann beim Worte, die Frau beim Rock.

  3. Man kauft den Ochsen nicht teurer, weil er bunt ist.

  4. Dem Ochsen, der da drischt, soll man das Maul nicht verbinden.

  5. Man kann nicht allzeit mit eigenen Ochsen pflügen.

  6. Wenn einem Ochsen die Haut wird abgezogen, so ist die größte Arbeit am Schwanz.

  7. Wo keine Ochsen sind, da ist die Krippe rein.

  8. Er spannt die Ochsen hinter den Pflug.

  9. Er sattelt den Ochsen und koppelt die Pferde.

  10. Das Pferd soll zur Krippe gehn, nicht die Krippe zum Pferd.

  11. Ein gut Pferd ist seines Futters wert.

  12. Ein Pferd, das zuviel Futter kriegt, schupft seinen Herrn.

  13. Ein schlecht Pferd, das sein Futter nicht verdient.

  14. Wer dem Pferde seinen Willen läßt, den wirft es aus dem Sattel.

  15. Wer mehr hinter die Pferde legt als vor sie, der füttert nicht lange.

  16. Das Pferd will wohl den Hafer, aber nicht den Sattel.

  17. Das Pferd, das den Hafer verdient, kriegt dessen wenig.

  18. Pferde fressen einen Mann, der sie mit Rat nicht halten kann.

  19. Wenn das Pferd satt ist, so trauert es.

  20. Pferde lassen sich zum Wasser bringen, aber nicht zum trinken zwingen.

  21. Wenn das Pferd voll ist, so ist es faul.

  22. Man muss das Pferd und nicht den Reiter zäumen.

  23. Er zäumt das Pferd beim Schwanz auf.

  24. Rasches Pferd kam oft krank nach Hause.

  25. Das Pferd, das am besten zieht, bekommt die meisten Schläge.

  26. Wenn das Pferd zu alt ist, spannt man's in den Karren.

  27. Das Pferd ist oft klüger als sein Reiter.

  28. Mancher, der nie ein Pferd beschritt, singt oft ein Reiterlied.

  29. Wer weiter will als sein Pferd, der sitze ab und gehe zu Fuß.

  30. Hast du kein Pferd, so brauche den Esel.

  31. Vom Pferd auf den Esel.

  32. Man muss das Pferd nicht auf den Esel setzen.

  33. Man muss mit den Pferden pflügen, die man hat.

  34. Die jungen Raben brauchen Futter.

  35. Die Raben müssen einen Geier haben.

  36. Raubvögel singen nicht.

  37. An kurzen Rossen und langen Stieren ist nichts zu verlieren.

  38. Hast du einen Sautrog umgestoßen, so richt ihn nicht wieder auf.

  39. Wo viel Säue sind, wird das Gespül dünn.

  40. Unter dreien ist immer eine Sau.

  41. Je schlimmer die Sau, desto besser die Eicheln.

  42. Wenn die Schwalben fortfliegen, bleiben die Spatzen hier.

  43. Wenn die Schwalben fliegen, so bleiben hier die Fliegen.

  44. Wenn man Schwalben am Hause hat, schlägt es nicht ins Haus.

  45. Er lässt den Schwanz hängen wie ein begossener Pudel.

  46. Viel Schweine machen den Trunk dünn.

  47. Man mästet das Schwein nicht um des Schweines willen.

  48. Wer will hadern um ein Schwein, nehm die Wurst und lass es sein.

  49. Schweine kümmern sich nicht um köstliche Salben.

  50. Er gibt gern zu essen, aber nur seinen Schweinen.

  51. Alte Schweine haben harte Mäuler.

  52. Besser ein Sperling in der Hand als ein Kranich auf dem Dach.

  53. Wenn der Sperling nisten will, sucht er viel Löcher.

  54. Auch ein Sperling findet ein Haus für sich.

  55. Sperlinge fängt man, wenn man ihnen Salz auf den Schwanz streut.

  56. Die Sperlinge singen's von den Dächern.

  57. Besser ein Spatz im Hafen als gar kein Fleisch.

  58. Spatzenarbeit - Finkenlohn.

  59. Die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen.

  60. Wenn der Storch die Erbsenstoppel sieht, jagt er die Jungen vom Neste.