Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 12
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Das Huhn legt gern ins Nest, worin schon Eier sind.
Bereitet man den Hühnern nicht beizeiten ein Bett, so legen sie in die Nesseln.
Sieh auf die Hühner und nicht auf die Nester.
Was zum Huhn geboren ist, scharrt nimmer vor sich.
Sind die Hühner brütig, so hätten sie gern Eier.
Ich brauche keine Hummeln in meinem Bienenkorb.
Guter Hund, so nur einem Wilde nachjagt.
Guter Hund, so nicht die Fährte verliert.
Wer nicht Hundslauch riechen kann, soll auch kein Wildbret essen.
Wer mag den Hunden das Bellen verbieten?
Es ist Chrysam und Tauf an alten Hunden verloren.
Wer dem Hunde nicht wehrt, der hetzt ihn.
Zu einem bösen Hunde gehört ein Knüppel.
Der Knüppel liegt beim Hunde.
Wenn man unter die Hunde wirft, welchen es trifft, der schreit.
Bissige Hunde haben zerbissene Ohren, böse Hunde zerbissen Fell.
Es geschieht ihm wie dem Hündchen von Bretten.
Schlafende Hunde soll man nicht wecken.
Je mehr Hunde, je weher dem Bein.
Man lasse dem Hunde den Knochen, so bleibt man ungebissen.
Es ist dem einen Hunde leid, dass der andre in die Küche geht.
Man gibt den Hunden nicht so viel, als sie heischen mit des Schweifes Spiel.
Damit lockt man keinen Hund vom Ofen.
Es wird dir bekommen wie dem Hund das Gras.
Je magerer der Hund, je größer die Flöhe.
Wer mit den Hunden zu Bette geht, steht mit Flöhen wieder auf.
Ein Hund riecht am andern, ob er den Pfeffer nicht habe.
Hat der Teufel den Hund geholt, so hol' er auch den Strick.
Komm ich über den Hund, so komm ich auch über den Schwanz.
Er ist ein Hund, wenn er nur einen Schwanz hätte.
Besser ein lebender Hund als ein toter Löwe.
Tote Hunde beißen nicht.
Da liegt der Hund begraben.
Er schüttelt es ab wie der Hund den Regen.
Ein Mann kann machen, dass ihn seine eigenen Hunde beißen.
Ich habe den Hund lieber zum Freund als zum Feind.
Er ist mit allen Hunden gehetzt.
Edelleute und Hunde lassen die Tür auf.
Man hält einen Hund in Ehren seines Herrn wegen.
Eilte die Hündin nicht, so würfe sie nicht blinde Jungen.
Einen Mann hungerte manche Stund: er ging und kaufte sich einen Hund.
Es gibt mehr als einen bunten Hund.
Hunde, die jedermanns Gesellen sind, hat man nicht gern.
Du wirst noch Hunde führen müssen.
Er muss Hunde führen bis Bautzen.
Er sieht einen weißen Hund für einen Bäckersknecht an.
Das wär' das Rechte, dann kommst du vom Hund auf den Bettelsack.
Er treibt die Hund aus und geht selbst mit.
Die Katze läßt das Mausen nicht.
Man muss keine Katze im Sack kaufen.
Katzenkinder lernen wohl mausen.
Gestohlene Katzen mausen gern.
Wer mit Katzen jagt, fängt gern Mäuse.
Es sind so gute Katzen, die die Mäuse verjagen, als die sie fangen.
Üble Katze, so nicht von selber maust.
Katze die mausen will, wird nie miauen.
Wenn die Katzen mausen, hängen sie keine Schellen an.
Der Katzen Scherz ist der Mäuse Tod.
Die Katze spielt mit den Mäusen, wenn sie satt ist.
Katz aus dem Haus, rührt sich die Maus.