Sprüche über Menschen
1311 Sprüche — Seite 6
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Drei Menschen auf einmal verdirbt Verleumdungsgift: Den, der sie spricht, den, der sie hört, den, so sie trifft.
— Friedrich Rückert
Ein Kamel macht sich nicht über den Buckel eines anderen lustig
Misstraue demjenigen, der dich Böses lehrt; er wird dich eines Tages verraten
Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen
— Karl Marx
Es gibt kaum eine größere Enttäuschung, als wenn du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst
— Christian Morgenstern
Nur über die Begegnung mit anderen Menschen ist es möglich, zu neuen Ufern zu gelangen
Man bekommt den Korb mit Reden nicht voll.
Was der Mensch sei, sagt ihm die Geschichte.
— Wilhelm Dilthey
Die Menschen zu Freiheit zu bringen, das heißt, sie zum Miteinanderreden zu bringen.
— Karl Theodor Jaspers
Die meisten Menschen machen das Glück zur Bedingung. Aber das Glück findet sich nur ein, wenn man keine Bedingungen stellt.
— Arthur Rubinstein
Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, dass etwas da ist.
— Georg Christoph Lichtenberg
Wenn wir uns nur auf Menschen stützen, auf Begabung und Glück, dann wird Gott uns verlassen.
— Vinzenz von Paul
Von allen Werken der Literatur Schönheit oder ein moralisches Ziel zu verlangen, wäre dasselbe, wie von jedem Staatsbürger makellosen Lebenswandel und Bildung zu verlangen.
— Alexander Puschkin
Alle edlen Eigenschaften machen den Menschen einsam.
— Theresa Keiter
Behandle einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen!
Von dem Ruhm der berühmtesten Menschen gehört immer etwas der Blödsinnigkeit der Bewunderer zu
— Georg Christoph Lichtenberg
Die gelehrtesten Menschen sind oft die engstirngsten.
— William Hazlitt
Sollte ich glücklich sein, so müssten es erst alle anderen Menschen um mich her sein.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Unmenschen gibt es, aber keine Untiere
— Karl Julius Weber
Die Klarheit seines Innern ist für die Menschen das höchste Gut.
— Friedrich von Schiller
Die Liebe im Menschen spricht das rechte Wort aus. Das rechte Wort entzündet im Menschen die Liebe.
— Ferdinand Ebner
Die meisten Menschen verpassen Gelegenheiten, weil die im Overall daherkommen und nach Arbeit aussehen.
— Thomas Alva Edison
Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten Gedanken.
— Joseph Joubert
In jedem Menschen steckt ein Wespennest
Menschen, die der Versuchung widerstehen, verschieben nur ihre Kapitulation auf morgen.
— Charles de Talleyrand
Die Herzen sind so ungleich wie die Gesichter.
Ehrgeiz ist nur eine besondere Form der allgemeinen Menschensehnsucht nach Glück.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Die Sonne besucht jedes Dorf.
Uns selbst anzulügen ist tiefer in uns drin als andere anzulügen
— Fjodor M. Dostojewski
Gewöhnlich erlebt der Mensch am andern Menschen nur die chinesische Mauer seines eigenen Ich's.
— Ferdinand Ebner
Die Gottesvorstellung der Menschen ist ihr ideal verwirklichtes Streben nach Vollkommenheit.
— Alfred Adler
Wer den Menschen verachtet, ist kein großer Mensch.
— Marquis de Vauvenargues
Alle Klüfte, die zwischen Menschen entstehen können, kommen von der Unaufrichtigkeit zwischen ihnen
— Anton Wildgans
Von allen Qualen, die den Menschen heimsuchen, ist die Selbstverachtung die höchste.
— Berthold Auerbach
Sprich zu den Menschen über sie selbst, und sie werden dir stundenlang zuhören.
— Benjamin Disraeli
Alle Menschen haben eine Ahnung und Idee der Wahrheit in sich.
— Matthias Claudius
Jedermann hat sich zu bemühen, sich den Menschen anzupassen.
— Thomas Hobbes
Wer einen guten Freund hat, kann nicht verkommen, er findet immer Unterkommen und Auskommen.
Dem Löwen sieht man seine Wildheit aus der Ferne an, dem Menschen nicht
Kunst ist das Mirkoskop, das der Künstler auf die Geheimnisse seiner Seele einstellt, um diese allen Menschen gemeinsamen Geheimnisse allen zu zeigen
— Leo Tolstoi
Das Huhn der Armen brütet wie das Huhn der Reichen
Lästere nicht über diejenigen, die ins Dickicht eindringen; jedenfalls schlagen sie uns einen Pfad.
Die Welt wandelt sich: Die Katze frißt Salat
Die Tatsache, daß die Menschen mit zwei Augen und zwei Ohren, aber nur mit einem Mund geboren werden, läßt darauf schließen, daß sie zweimal soviel sehen und hören als reden sollten.
— Marie Marquise de Sévigné
Liegt das Maisfeld ab vom Haus, fallen die Vögel darüber her.
Um den Kot des Leoparden kreisen die schönsten Schmetterlinge.
Aus allen Hütten qualmt es; jeder hat seine Sorgen.
Alles, was existiert, muss einen Namen tragen. Was nicht benannt ist, existiert nicht für den Menschen.
— Oswald Spengler
Träume verhauchen - und nackte, geschundene Menschen erwachen
— Emil Gött
Das vollkommene Glück ist unbekannt; für den Menschen ist es nicht geschaffen.
— Voltaire
Wehe der Liebe, die an den Blicken der Menschen stirbt.
— Frank Wedekind
Es gibt keine unbiegsameren und härteren Menschen als diejenigen, die immer mit der Betrachtung ihres Unglücks beschäftigt sind.
— Heinrich von Kleist
Kleine Hunde und kleine Menschen tragen die Nase hoch.
Ich bin für die Rechte der Tiere genauso wie für die Menschenrechte. Denn das erst macht den ganzen Menschen aus
— Abraham Lincoln
Am Tage, da einer alles weiß, laß ihn ruhig sterben!
Wir leben alle von dem, was uns Menschen in bedeutungsvollen Stunden gegeben haben
— Novalis
Der gute Jäger wartet, bis der Wolf zu ihm kommt
Je mehr Macht die Menschen haben, um so mehr mißbrauchen sie diese und werden übermütig.
— Nicolaus Machiavelli
Der Wille nämlich ist es, der dem Menschen Leiden verursacht.
— Katharina von Siena
Was ist alles, was in Jahrtausenden die Menschen taten und dachten, gegen einen Augenblick der Liebe?
— Johann Christian Friedrich Hölderlin