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Sprüche über Menschen

1311 Sprüche — Seite 22

In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.

Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.

  1. Mit dem Menschen ist es wie mit dem Baum: er wächst von innen her und verdorrt auch so.

    Hermann Stehr

  2. Auf irgendeine Weise sind alle Menschen Krüppel

    Hermann Stehr

  3. Wer ein Ei stiehlt, stiehlt auch ein Kamel

  4. Nichts ist für den Menschen als Menschen etwas wert, was er nicht mit Leidenschaft tun kann.

    Max Weber

  5. Es gibt ebensoviele Mittelpunkte der Welt, als es Menschen gibt.

    Otto Weiss

  6. Arme Menschen gibt's, die nichts – nichts! – besitzen als ihren Reichtum.

    Otto Weiss

  7. Alle Menschen sind Verkäufer – alle Menschen sind Kunden.

    Otto Weiss

  8. Wer den Menschen vertraut, macht weniger Fehler als derjenige, der ihnen misstraut.

    Camillo Benso Graf von Cavour

  9. Lieber Sohn eines Armen als Sklave eines Reichen.

  10. Das schlimmste Glied, das Menschen tragen, ist die Zunge, hör' ich sagen.

    Bernhard Freidank

  11. Der unbedingte Unglaube im Punkte der Religion widerspricht dem natürlichen Gefühl des Menschen und versetzt seine Seele in einen trostlosen Zustand.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  12. Wer die Menschen wahrhaft kennt, der wird auf niemanden unbedingt bauen, aber auch niemanden vollständig aufgeben.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  13. Wer aus allen Wolken fällt, bringt den Engeln Erleichterung

  14. Je höher der Mensch steigt, desto mehr sollte er, wie die Sonne, nicht nur glänzen, sondern auch wärmen.

    Theodor Toeche-Mittler

  15. Überall, wo die Menschen eingeteilt werden in gute und böse, hat man die Menschen nicht verstanden.

    Heinrich Lhotzky

  16. Es gibt kaum ein besseres Erkennungszeichen für Menschen als ihr Verhalten zu Kindern.

    Heinrich Lhotzky

  17. Menschen zu helfen, ist doch der einzige Gottesdienst, den es gibt. Mit nichts kann der Mensch sonst Gott einen Dienst erweisen. Aber damit kann er's wirklich. Damit allein.

    Heinrich Lhotzky

  18. Vergebung muss immer da sein. Aber von Vergebung darf man erst reden, wenn die Menschen sich danach sehnen.

    Heinrich Lhotzky

  19. Je unabhängiger wir von den Menschen werden, desto abhängiger werden wir von Gott.

    Paul Olaf Bodding

  20. Wir wollen nur solche Menschen Freunde nennen, für die wir ganz und gar eintreten können.

    Paul Olaf Bodding

  21. Lege das Ruder erst dann nieder, wenn das Boot an Land ist.

  22. Es ist besser, Deine Zeit zu verlieren, als Deinen Charakter.

  23. Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren, die zweitbeste Zeit ist heute.

  24. Jede Generation trägt ihre Zukunft und ihre Geschichte unbewusst und im vorhinein in sich.

    Hippolyte Taine

  25. Wenn wir die Menschen nicht zurechtschelten können, können wir sie oft zurechtlieben

    James Hudson Taylor

  26. Der Glaube der meisten Menschen ist Befangenheit ohne Klarheit.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  27. Mit den Menschen ist es wie mit den Blumen: Sie brauchen nicht nur Wasser, sondern auch Sonne.

    August Julius Langbehn

  28. Das Herz gleicht einem Pferd auf freier Bahn: es stürmt leicht davon und hält nur schwer wieder an.

  29. Es ist die Würde des Menschen im Schriftsteller, was den Stil macht, nicht das Können.

    Fanny Lewald

  30. Es ist sehr leicht, die Menschen zu behandeln, wenn man sie nicht achtet.

    Fanny Lewald

  31. Wir Menschen sind ein Scherz Gottes

    Simone Weil

  32. Es bleibt immer etwas hängen am Menschen von seiner Heimat.

    Wilhelmine Heimburg

  33. Die Dummheit tötet Dich nicht, aber sie bringt Dich ins Schwitzen!

  34. Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Faden darin. Was immer er ihm antut, tut er sich selbst an.

  35. Niemand kennt die Menschen so gut wie der Beichtvater, der Bankier und der Bettler.

  36. Das Äußere des Menschen ist der Text zu allem, was man über ihn sagen kann.

    Rahel Varnhagen von Ense

  37. Es ist noch Phantasie im Menschen übrig für idealistische Zustände, und die will Stoff, Nahrung.

    Rahel Varnhagen von Ense

  38. Von Menschen kommt kein Glück. Da erwartet man es nur.

    Rahel Varnhagen von Ense

  39. Die Tiere fliehen den Menschen, weil sie Gottes Bildnis im Menschen nicht mehr erkennen können.

    Manfred Kyber

  40. Ein Stern, den Gott entzündet, ist jedes Menschen Herz.

    Friedrich Julius Hammer

  41. Religion ist die philosophische Poesie der Welt. Bei ihrer Gestaltung waren die poetischen und philosophischen Kräfte des Menschen zugleich tätig. Sie zu missachten ist darum immer eine Rohheit.

    August Pauly

  42. Was die Menschen Glück nennen, ist das Gemeinste am Leben, den Niederträchtigsten am leichtesten erreichbar.

    August Pauly

  43. Die Köpfe mancher Menschen sind gebaut wie ihre Füße: vorne platt und in der Mitte hohl.

    August Pauly

  44. Es muss doch an jedem Menschen etwas Wertvolles sein, dass man ihn zuletzt wie einen Schatz vergräbt.

    August Pauly

  45. Die großen Menschen aller Zeiten bilden eine einzige Zeit.

    August Pauly

  46. Für einen Arzt und einen Richter ist es schwer, kein Verächter der Menschen zu werden.

    Theresa Keiter

  47. Nichts kann wohl Herz und Phantasie, überhaupt die edleren Organe des Menschen höckerartiger belasten als Kleinigkeitssinn.

    Heinrich Martin

  48. Wir selber, wir Menschen – das Göttliche in uns – müssen an unserem eigenen Teil vollbringen das schwere Werk der Verklärung und Vergeistigung dieser Erbmasse. Niemand befreit uns davon. Gott ist in …

    Friedrich Lienhard

  49. Das Wandern und Schweifen ist eine grund- und tiefdeutsche Eigenschaft. Immerfort sind sie unterwegs. Kärrner, Kaufleute, Künstler, Dichter, Mädchen und Knaben.

    Jakob Wassermann

  50. Die Menschen werden alt, aber selten reif

    Alphonse Daudet

  51. Die Menschen kann man leicht verachten, aber nicht ihre Achtung entbehren.

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer