
Die Tatsache, daß die Menschen mit zwei Augen und zwei Ohren, aber nur mit einem Mund geboren werden, läßt darauf schließen, daß sie zweimal soviel sehen und hören als reden sollten.
Bedeutung
Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné, die berühmte Briefschreiberin des 17. Jahrhunderts, formuliert in diesem Zitat eine Beobachtung über das Paradox des menschlichen Wahrnehmungsapparats: Der Mensch hat zwei Augen und zwei Ohren, aber oft macht er damit weniger als andere mit einem oder gar keinem. Das ist eine subtile Klage über Unachtsamkeit und die Verschwendung von Sinnesorganen durch mangelnde Aufmerksamkeit. Sévigné, die ihre Welt mit scharfer Beobachtungsgabe schilderte, schätzte das aufmerksame Wahrnehmen als höchste Tugend.
Verwendung
Passend als Sévigné-Zitat in Texten über Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und die Nutzung der eigenen Sinne sowie für Beiträge über Achtsamkeit, Menschenkenntnis und das Verschwenden von Begabungen. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über bewusstes Wahrnehmen und die Kunst, wirklich zu sehen und zu hören.
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Über Marie Marquise de Sévigné
Über den Autor
Schriftsteller · Französisch · 1626 - 1696
Madame de Sévigné (1626–1696) schrieb Briefe an ihre Tochter, die zu Haupttexten der französischen Briefkultur wurden.
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Die adlige Witwe lebte zwischen Paris und der Bretagne und beobachtete Hof, Stadtleben und Familienbeziehungen mit großer sprachlicher Eleganz. Ihre Briefe waren nicht für den Druck bestimmt, wurden aber später zu Klassikern. Sie verbinden Witz, Nähe, gesellschaftliche Beobachtung und Stilgefühl in seltener Dichte.
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