Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 4
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.
— Marquis de Vauvenargues
Eine erbärmliche Liebe, die man an der Leine und im Zaum halten muss
— Józef Ignacy Kraszewski
Menschen gleicher Gesinnung suchen einander, Menschen mit gleicher Krankheit bedauern einander.
Haben Frauen erstmal wirklich gründlich ihren inneren männlichen Anteil entwickelt, hinkt das Original oft nur noch schlapp hinterher.
— Christa Schyboll
Schnell wachsende Keime welken geschwinde, zu lange Bäume brechen im Winde.
— Wilhelm Busch
Durch geistige Kraft können wir den beherrschen, der uns an körperlicher überragt.
— Antiphon
Keiner kann einen Körper frisch und schön erhalten, wenn er sich von ausgelaugten Gedanken nährt.
— Prentice Mulford
Der, der angreift, verliert.
Man muss Gott beim Herzen zu pachen verstehen, das ist seine schwache Seite.
— Theresia von Avila
Die schlechten Gewohnheiten wollen wir wie minderwertige Menschen, die uns lange Zeit schwer geschädigt haben, endgültig vertreiben.
— Epikur
Wer die Menschen gründlich erforscht und das Verkehrte in ihrem Denken, Fühlen, Geschmack und Streben erkannt hat, kommt zur Einsicht, dass ihnen Unbeständigkeit weniger schadet als Eigensinn.
— Jean de la Bruyère
An alten Bäumen hämmert der Specht am meisten.
— Wilhelm Busch
Das Glück ist blind, heißt es, aber diejenigen, die ihm hinterherlaufen, sind auch blind. So ist Fortuna denn die Blinde unter den Blinden.
— Christian Friedrich Hebbel
Ist der Branntwein im Manne, ist der Verstand in der Kanne.
Die Gefolterten sagen zu allem ja und weil sie dann nicht zu widerrufen wagen, müssen sie alles mit dem Tode besiegeln.
— Friedrich Spee von Langenfeld
Die Gebrechlichen haben oft Fertigkeiten, deren ein ordentlich gebauter Mensch wohl nicht unfähig, doch zu erlernen nicht entschlossen genug ist.
— Georg Christoph Lichtenberg
Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.
— Prentice Mulford
Das Gedächtnis nimmt ab, wenn man es nicht übt.
— Marcus Tullius Cicero
Nach den Jahren der Last kommt die Last der Jahre
— Johann Wolfgang von Goethe
Sagen zu können, wie man liebt, heißt wenig lieben
— Francesco Petrarca
Wer sich dem Zufall überlässt, ist ein hilflos treibendes Stück Holz auf dem Wasser
— Nikolaus B. Enkelmann
Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung
— Gerard de Nerval
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.
— Platon
Dass du nicht kannst, sei dir vergeben, doch nimmermehr, dass du nicht willst.
— Henrik Johan Ibsen
Wem Recht schaffende Bosheit aus den Augen strahlt, qualifiziert sich für bestimmte Jobs sicherer als jemand, der lediglich mit offenem Blick naiv dreinschaut.
— Christa Schyboll
Der Muskel wird durch starken Gebrauch gestärkt, der Nerv hingegen dadurch geschwächt. Also übe man seine Muskeln durch jede angemessene Anstrengung, hüte hingegen die Nerven vor jeder.
— Arthur Schopenhauer
Trennung lässt matte Leidenschaften verkümmern und starke wachsen.
— François de la Rochefoucauld
Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.
— Georg Christoph Lichtenberg
Unwahrheit zerstört die Seele; Wahrheit stärkt sie.
— Mahatma Gandhi
Zeit haben, heißt Willen haben. Die Willensschwachen haben nie Zeit.
— Otto von Leixner
Sich das Rauchen abgewöhnen? Eine leichte Sache! Ich habe es schon hundertmal geschafft
— Mark Twain
Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muß sie zum Angriff übergehen.
— Bertolt Brecht
Der Mensch wird geboren weich und schwach, und er stirbt hart und stark. Die Gräser und Bäume treten ins Leben weich und zart und sterben trocken und dürr. Also: Das Harte und Starke begleitet den …
— Laotse
Der Tod kann freundlich kommen, zu Menschen die alt sind, deren Hand nicht mehr festhalten will, deren Augen müde wurden, deren Stimme nur noch sagt: "Es ist genug - das Leben war schön" …
Man verachtet nur dort, wo man nicht stark genug ist, zu lachen.
— Martin Kessel
Man sieht die Sonne untergehen und erschrickt doch, wenn es Nacht wird.
Du hättest recht, wenn die Dummheit eine Geistesschwäche wäre. Leider ist sie aber eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen …
— Johann Nepomuk Nestroy
Ohne Champagner kann ich nicht leben. Bei Siegen verdiene ich ihn, bei Niederlagen brauche ich ihn.
— Napoleon
Bescheidenheit ist nichts anderes als Faulheit, Mattigkeit und Mangel an Mut, so dass man mit Recht sagen kann, dass die Bescheidenheit für die Seele eine Erniedrigung ist.
— François de la Rochefoucauld
Wer Hass allzu sehr fürchtet, versteht nicht zu herrschen.
— Seneca
Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden
— Kurt Tucholsky
Man muss sich nie zu dem gesellen, durch den man in den Schatten gestellt wird.
— Baltasar Gracián y Morales
Über das Ziel hinausschießen ist eben so schlimm, wie nicht ans Ziel kommen.
— Konfuzius
Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele
— Marcus Tullius Cicero
Arroganz ist das Selbstbewusstsein des Minderwertigkeitskomplexes
— Edmond Rostand
Auf Erden lebt kein Menschenkind, an dem man keinen Mangel find't
Zwischen Siegern und Besiegten kann es keine erfolgreiche Koalition geben.
— Tacitus
Es verrät Schwäche, bei kleinen Anlässen große Hebel in Bewegung zu setzen.
— Ernst von Feuchtersleben
Jedermann klagt über sein Gedächtnis, niemand über seinen Verstand.
— François de la Rochefoucauld
Jedem Besiegten wird es schwer, den Grund seiner Niederlage an der einzig richtigen Stelle, nämlich in sich selbst zu suchen.
— Theodor Fontane
Das Gift, an dem die schwächere Natur zugrunde geht, ist für den Starken Stärkung, und er nennt es auch nicht Gift
— Friedrich Nietzsche
Ein Kind erträgt Veränderungen, die ein Mann nicht ertragen würde.
— Jean-Jacques Rousseau
Man ist am meisten in Gefahr, überfahren zu werden, wenn man eben einem Wagen ausgewichen ist.
— Friedrich Nietzsche
Besser auf neuen Wegen etwas stolpern als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten.
Sei nicht ganz Zucker, oder die Welt wird dich verschlucken! Sei nicht ganz Wermut, oder sie wird dich ausspucken!
Wer Vorstellungskraft ohne Wissen besitzt, hat Flügel und keine Füße.
— Joseph Joubert
Die Frauen sind nicht zum Laufen geschaffen... Wenn sie fliehen, dann nur, um eingeholt zu werden
— Jean-Jacques Rousseau
Wer sich zum Wurme macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen getreten wird.
— Immanuel Kant
Wenn man nicht der Stärkere ist, muß man der Klügere sein.
— Emile Zola
Bei schlechten Beamten helfen selbst die besten Gesetze nichts.
— Otto von Bismarck