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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 4

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.

    Marquis de Vauvenargues

  2. Eine erbärmliche Liebe, die man an der Leine und im Zaum halten muss

    Józef Ignacy Kraszewski

  3. Menschen gleicher Gesinnung suchen einander, Menschen mit gleicher Krankheit bedauern einander.

  4. Haben Frauen erstmal wirklich gründlich ihren inneren männlichen Anteil entwickelt, hinkt das Original oft nur noch schlapp hinterher.

    Christa Schyboll

  5. Schnell wachsende Keime welken geschwinde, zu lange Bäume brechen im Winde.

    Wilhelm Busch

  6. Durch geistige Kraft können wir den beherrschen, der uns an körperlicher überragt.

    Antiphon

  7. Keiner kann einen Körper frisch und schön erhalten, wenn er sich von ausgelaugten Gedanken nährt.

    Prentice Mulford

  8. Der, der angreift, verliert.

  9. Man muss Gott beim Herzen zu pachen verstehen, das ist seine schwache Seite.

    Theresia von Avila

  10. Die schlechten Gewohnheiten wollen wir wie minderwertige Menschen, die uns lange Zeit schwer geschädigt haben, endgültig vertreiben.

    Epikur

  11. Wer die Menschen gründlich erforscht und das Verkehrte in ihrem Denken, Fühlen, Geschmack und Streben erkannt hat, kommt zur Einsicht, dass ihnen Unbeständigkeit weniger schadet als Eigensinn.

    Jean de la Bruyère

  12. An alten Bäumen hämmert der Specht am meisten.

    Wilhelm Busch

  13. Das Glück ist blind, heißt es, aber diejenigen, die ihm hinterherlaufen, sind auch blind. So ist Fortuna denn die Blinde unter den Blinden.

    Christian Friedrich Hebbel

  14. Ist der Branntwein im Manne, ist der Verstand in der Kanne.

  15. Die Gefolterten sagen zu allem ja und weil sie dann nicht zu widerrufen wagen, müssen sie alles mit dem Tode besiegeln.

    Friedrich Spee von Langenfeld

  16. Die Gebrechlichen haben oft Fertigkeiten, deren ein ordentlich gebauter Mensch wohl nicht unfähig, doch zu erlernen nicht entschlossen genug ist.

    Georg Christoph Lichtenberg

  17. Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.

    Prentice Mulford

  18. Das Gedächtnis nimmt ab, wenn man es nicht übt.

    Marcus Tullius Cicero

  19. Nach den Jahren der Last kommt die Last der Jahre

    Johann Wolfgang von Goethe

  20. Sagen zu können, wie man liebt, heißt wenig lieben

    Francesco Petrarca

  21. Wer sich dem Zufall überlässt, ist ein hilflos treibendes Stück Holz auf dem Wasser

    Nikolaus B. Enkelmann

  22. Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung

    Gerard de Nerval

  23. Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

    Platon

  24. Dass du nicht kannst, sei dir vergeben, doch nimmermehr, dass du nicht willst.

    Henrik Johan Ibsen

  25. Wem Recht schaffende Bosheit aus den Augen strahlt, qualifiziert sich für bestimmte Jobs sicherer als jemand, der lediglich mit offenem Blick naiv dreinschaut.

    Christa Schyboll

  26. Der Muskel wird durch starken Gebrauch gestärkt, der Nerv hingegen dadurch geschwächt. Also übe man seine Muskeln durch jede angemessene Anstrengung, hüte hingegen die Nerven vor jeder.

    Arthur Schopenhauer

  27. Trennung lässt matte Leidenschaften verkümmern und starke wachsen.

    François de la Rochefoucauld

  28. Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.

    Georg Christoph Lichtenberg

  29. Unwahrheit zerstört die Seele; Wahrheit stärkt sie.

    Mahatma Gandhi

  30. Zeit haben, heißt Willen haben. Die Willensschwachen haben nie Zeit.

    Otto von Leixner

  31. Sich das Rauchen abgewöhnen? Eine leichte Sache! Ich habe es schon hundertmal geschafft

    Mark Twain

  32. Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muß sie zum Angriff übergehen.

    Bertolt Brecht

  33. Der Mensch wird geboren weich und schwach, und er stirbt hart und stark. Die Gräser und Bäume treten ins Leben weich und zart und sterben trocken und dürr. Also: Das Harte und Starke begleitet den …

    Laotse

  34. Der Tod kann freundlich kommen, zu Menschen die alt sind, deren Hand nicht mehr festhalten will, deren Augen müde wurden, deren Stimme nur noch sagt: "Es ist genug - das Leben war schön" …

  35. Man verachtet nur dort, wo man nicht stark genug ist, zu lachen.

    Martin Kessel

  36. Man sieht die Sonne untergehen und erschrickt doch, wenn es Nacht wird.

  37. Du hättest recht, wenn die Dummheit eine Geistesschwäche wäre. Leider ist sie aber eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen …

    Johann Nepomuk Nestroy

  38. Ohne Champagner kann ich nicht leben. Bei Siegen verdiene ich ihn, bei Niederlagen brauche ich ihn.

    Napoleon

  39. Bescheidenheit ist nichts anderes als Faulheit, Mattigkeit und Mangel an Mut, so dass man mit Recht sagen kann, dass die Bescheidenheit für die Seele eine Erniedrigung ist.

    François de la Rochefoucauld

  40. Wer Hass allzu sehr fürchtet, versteht nicht zu herrschen.

    Seneca

  41. Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden

    Kurt Tucholsky

  42. Man muss sich nie zu dem gesellen, durch den man in den Schatten gestellt wird.

    Baltasar Gracián y Morales

  43. Über das Ziel hinausschießen ist eben so schlimm, wie nicht ans Ziel kommen.

    Konfuzius

  44. Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele

    Marcus Tullius Cicero

  45. Arroganz ist das Selbstbewusstsein des Minderwertigkeitskomplexes

    Edmond Rostand

  46. Auf Erden lebt kein Menschenkind, an dem man keinen Mangel find't

  47. Zwischen Siegern und Besiegten kann es keine erfolgreiche Koalition geben.

    Tacitus

  48. Es verrät Schwäche, bei kleinen Anlässen große Hebel in Bewegung zu setzen.

    Ernst von Feuchtersleben

  49. Jedermann klagt über sein Gedächtnis, niemand über seinen Verstand.

    François de la Rochefoucauld

  50. Jedem Besiegten wird es schwer, den Grund seiner Niederlage an der einzig richtigen Stelle, nämlich in sich selbst zu suchen.

    Theodor Fontane

  51. Das Gift, an dem die schwächere Natur zugrunde geht, ist für den Starken Stärkung, und er nennt es auch nicht Gift

    Friedrich Nietzsche

  52. Ein Kind erträgt Veränderungen, die ein Mann nicht ertragen würde.

    Jean-Jacques Rousseau

  53. Man ist am meisten in Gefahr, überfahren zu werden, wenn man eben einem Wagen ausgewichen ist.

    Friedrich Nietzsche

  54. Besser auf neuen Wegen etwas stolpern als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten.

  55. Sei nicht ganz Zucker, oder die Welt wird dich verschlucken! Sei nicht ganz Wermut, oder sie wird dich ausspucken!

  56. Wer Vorstellungskraft ohne Wissen besitzt, hat Flügel und keine Füße.

    Joseph Joubert

  57. Die Frauen sind nicht zum Laufen geschaffen... Wenn sie fliehen, dann nur, um eingeholt zu werden

    Jean-Jacques Rousseau

  58. Wer sich zum Wurme macht, kann nachher nicht klagen, wenn er mit Füßen getreten wird.

    Immanuel Kant

  59. Wenn man nicht der Stärkere ist, muß man der Klügere sein.

    Emile Zola

  60. Bei schlechten Beamten helfen selbst die besten Gesetze nichts.

    Otto von Bismarck