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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 12

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Sage niemals an der Theaterkasse dass du nicht gut hörst, denn dann bekommst du einen Platz zugewiesen, wo du auch nichts siehst.

    Kin Hubbard

  2. Jedes Eingeständnis von Dankbarkeit ist ein demütigender Umstand.

    Oliver Goldsmith

  3. Dem Dank entfliehen, verrät ein Herz, dem Danken Mühe macht.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  4. Die guten und die schlechten, die Fähigen und die Unfähigen sind der Spiegel, in welchem wir uns im Laufe eines langen Lebens langsam kennenlernen.

    August Pauly

  5. Menschenspreu wird vom Wind der Mode leicht bewegt.

    August Pauly

  6. Was schlechte Richter sind, können wir an uns selbst lernen, wenn wir die Vergehen unserer Kinder strafen.

    August Pauly

  7. Eitelkeit ist eine untreue Dienerin. Sie macht ihren Herrn um soviel kleiner, als sie ihn größer zu machen vorgibt.

    August Pauly

  8. Auch an der Spitze der wissenschaftlichen Armee marschieren Tamboure, d.h. Leute niedrigen Grades, welche Lärm machen.

    August Pauly

  9. Ruhevoll werden und begehrungslos, die Welt verstehen und über ihre Schwächen lächeln, das ist dein Glück, alte Seele!

    August Pauly

  10. Das Leben mäßigt uns immer, mäßigt uns so lange, bis wir als stille Leute mit idealen Leichengesichtern bedürfnislos in unseren Särgen liegen.

    August Pauly

  11. Lieber ohne Logik sein als ohne Gefühle.

    Charlotte Bronté

  12. Je wertloser der Mann ist, um so weniger Achtung hat er vor Frauen.

    Theresa Keiter

  13. Wer an allem rüttelt, dringt in nichts ein.

    Theresa Keiter

  14. Wer unter allen Umständen Duldung zeigt, ist entweder ein Dummkopf oder ein Heuchler. Als ersteren können wir ihn nur bemitleiden, als letzterer aber verdient er, dass ihm jeder rechtschaffene Mensch …

    Heinrich Martin

  15. Erbärmliche Charaktere finden ihren Stolz, in Gegenwart eines Menschen, der ihnen Wohltaten erwiesen, gebeugt.

    Heinrich Martin

  16. Der Mangel an Geist und Lebenskraft Erstickt im Menschen den Lebenssaft.

    Heinrich Martin

  17. Der Mensch bleibt schwach bei aller Weisheit, die nur zu oft der Stimmung unterliegt; denn stets kommt eine neue Torheit, wenn kaum die alte ist besiegt.

    Heinrich Martin

  18. Schwachheit ist die Mutter der Kraft.

    Heinrich Martin

  19. Die vornehme Seele hämmert den Schmerz zu Gold; der Schwächling nörgelt, schimpft oder verkümmert und kommt nicht drüber hinweg

    Friedrich Lienhard

  20. Du kannst niemanden unterdrücken, ohne selbst unten zu bleiben

    Booker T. Washington

  21. Wenn einer, was das Leben mit sich bringt nicht zu tragen weiss, nennt er das Missgeschick, was doch sein Charakter verschuldet hat.

    Menander

  22. Wer nicht imstande ist, Unrecht zu tun, muss sich daran gewöhnen, es zu erleiden.

    Luigi Pirandello

  23. Ängstlichkeit nimmt nicht dem Morgen seine Sorge, aber dem Heute seine Kraft.

    Charles Haddon Spurgeon

  24. Wer vor Angst stirbt, verdient keinen Platz auf dem Friedhof.

  25. In neun von zehn Fällen erfährt man von den Unzulänglichkeiten anderer erstmals aus ihren Entschuldigungen.

    Oliver Wendell Holmes

  26. Die traurigste Erscheinung der Zivilisation und meiner Ansicht nach das größte Eingeständnis ihres Scheiterns sind Menschen, die arbeiten können, die arbeiten wollen und denen man nicht erlaubt zu arb …

    Robert Louis Stevenson

  27. Es entzieht sich keineswegs unserer Kenntnis, dass derjenige, der sein Wissen nur aus Büchern schöpft, ungebildet und einfältig ist.

    Tommaso Campanella

  28. Das schwache Geschlecht in seiner Selbstachtung und in der Achtung des stärkeren Geschlechts heben, heisst den ersten Schritt von der Barbarei zur Zivilisation tun.

    George Canning

  29. Die Zeit und der Zufall können nichts für diejenigen tun, welche für sich selbst nichts tun wollen. Sogar die Vorsehung kann kaum ein Volk retten, das nicht gefasst ist, selbst seine Sicherheit zu erk …

    George Canning

  30. Von zwei Liebesleuten weiß immer einer nicht, was der andere denkt, das ist der Partner, der liebt.

    Alfred Capus

  31. Der sicherste Test zur Beurteilung, ob ein Land wirklich frei ist, ist die Summe der Freiheiten, die Minderheiten gewährt werden.

    John E. Edward, 1st Baron Acton of Aldenham Dalberg

  32. Alle Buckligen verachten jeden ohne Buckel; alle krummen Nasen rümpfen sich verächtlich, wenn sie einer geraden begegnen.

    Alphonse Daudet

  33. Der Hass ist der Zorn der Schwachen.

    Alphonse Daudet

  34. Frauen sind niemals stärker, als wenn sie sich mit ihrer Schwachheit bewaffnen.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  35. Furcht vor Gefahr ist zehntausendmal beängstigender als die Gefahr selbst.

    Daniel Defoe

  36. Die Künstler, welche Vollkommenheit in allen Einzelheiten anstreben, sind gerade die Leute, die sie in keinem Punkte erreichen.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix

  37. Die Kritik folgt den Schöpfungen des Geistes wie der Schatten unserem Körper. Sie hat wenig Nutzen, da die meisten Kritiker ganz unzulänglich sind.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix

  38. Bücher sind für viele Leute nur Möbel aus Papier

    George Prentice Denison

  39. Je idealer das Streben, je höher die sittlichen Anforderungen, die man an sich stellt, umso schmerzlicher das Bewusstsein der Schwäche.

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer

  40. Das Alter kommt plötzlich und nicht nach und nach, wie man immer sagt.

    Emily Elizabeth Dickinson