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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 10

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Verliebt sein ist nur ein außerordentlicher Fall von freiwilliger Blindheit.

    Honoré de Balzac

  2. Dilettant heißt der kuriose Mann, der findet sein Vergnügen dran, etwas zu machen, was er nicht kann.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  3. Es gibt auch seelisch Farbenblinde, denen just für Hoffnungsgrün und Freudenrot das Auge fehlt.

    Franz Edler von Pernwald Schönthan

  4. Der Wind pfeift darauf, ob der Baum müde ist

  5. Anderen die Aufgaben abzunehmen heißt: sie in ihrer Entwicklung zu behindern.

    Else Pannek

  6. Man kann Kompromisse schließen, bis man zu einem Kompromiss geworden ist.

    Else Pannek

  7. Wer Gefühle zeigt, lebt aus sich heraus — intensiv und doch geschützt. Wer seine Gefühle nicht verdeutlichen kann, lebt in sich hinein, vor sich hin — wehrlos.

    Else Pannek

  8. Auf andere herabzusehen macht kleiner und ärmer. Es geschieht von einem Standpunkt, von dem keine menschliche Wärme ausgeht und an den keine gelangt.

    Else Pannek

  9. Unsicherheit ist der Begleiter jeder Veränderung.

    Else Pannek

  10. Alt zu werden ist eine Gnade — aber nicht immer ein Vergnügen.

    Else Pannek

  11. Dass Güte nicht auch Schwäche sein könnte, behauptet niemand, dass sie es immer sei, nur ein Tor

    Christian Morgenstern

  12. Die Schwachheiten großer Leute bekannt zu machen ist eine Art von Pflicht; man richtet damit Tausende auf, ohne jenen zu schaden.

    Georg Christoph Lichtenberg

  13. Einem Land, in dem die Blumen teuer sind, fehlt die Grundlage der Kultur.

  14. Warum uns doch die Gutmütigkeit unserer Nebenmenschen meist als Dummheit und unsere eigene als Güte - die Güte der anderen als Schwäche und die unsere als ein Zeichen von Seelenadel erscheint?

    Arthur Schnitzler

  15. Was die Theologen auch sagen mögen: Die Menscheit hat im ganzen viel mehr Tugenden als Laster.

    Henry Thomas Buckle

  16. Ein Nachtisch ohne Käse gleicht einer Schönen, der ein Auge fehlt.

    Jean Anthelme Brillat-Savarin

  17. Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben.

    Pearl S. Buck

  18. Wer stolz auf Vorzüg' ist, fühlt irgend ein Gebrechen; Und wer sich brüsten mag, ist sich bewußt der Schwächen.

    Friedrich Rückert

  19. Bloßes Kritisieren bescheinigt Inkompetenz.

    Hans Apel

  20. Die Liebe gleicht einem Fieber; sie überfällt uns und schwindet, ohne dass der Wille im Geringsten beteiligt ist

    Stendhal

  21. Die Blinden werden immer von den Sehenden geleitet werden, oder in die Grube fallen, und sicherlich ist keine Dienstbarkeit und keine Verknechtung schlimmer als die, welche den Verstand betrifft.

    Giacomo Leopardi

  22. Nichts beweist mehr Mangel an Lebensweisheit und Vernunft, als das Verlangen, das ganze Leben solle immer weise und vernunftgemäß sein.

    Giacomo Leopardi

  23. In dem Glauben an das ideale ist alle Macht wie alle Ohnmacht der Demokratie begründet.

    Christian Matthias Theodor Mommsen

  24. Ein schwanzloser Hund kann seine Freude nicht äußern.

  25. Es steht sich halt nicht gut im Dunkeln auf, wenn man Morgenmuffel ist

  26. Die Scheu vor Verantwortung ist die Krankheit unserer Zeit

    Otto von Bismarck

  27. Unter zwei oder mehreren Verbündeten verpflichtet die Abmachung vor allem die Schwächeren.

    Kazimierz Bartoszewicz

  28. Die Meinung ist die Königin der Welt, weil die Dummheit die Königin der Schwachköpfe ist

    Nicolas Chamfort

  29. Die Eroberungen der Männer schlagen öfter durch ihre eigene Tölpelhaftigkeit fehl als durch die Tugendhaftigkeit der Frauen.

    Ninon de Lenclos

  30. Der Hauptfehler des Menschen bleibt, dass er so viele kleine hat.

    Jean Paul

  31. Gott schickt am End uns Leiden, auf dass uns diese Welt, wenn wir nun von ihr scheiden, nicht mehr so mächtig hält.

    Justinus Andreas Christian Kerner

  32. Die Leuchte des Geistes ohne Wärme des Herzens wird oft zum Irrlicht.

    Peter Sirius

  33. Ein Konservativer ist ein Mensch, der zum Kämpfen zu feige und zum Laufen zu dick ist

    Elbert Green Hubbard

  34. Narren sind alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen.

    Baltasar Gracián y Morales

  35. Der Schwache zweifelt vor der Entscheidung; der Starke danach.

    Karl Kraus

  36. Leute ohne Humor sind Wiesen ohne Blumen. Wie könnte ihr Leben anders sein als dürr.

    Meta von Salis

  37. Schwachheit ist das größte Unglück und der größte Fehler

    Christina I. von Schweden

  38. Mit allem Großen ist es wie mit dem Sturm. Der Schwache verflucht ihn mit jedem Atemzug, der Starke stellt sich mit Lust dahin, wo's am heftigsten weht.

    Christian Morgenstern

  39. Der aber ist der Beste, der der Hoffnung vertraut allzeit! Verzagtheit kennt der Feige nur

    Euripides

  40. Nichts können ist noch lange keine neue Richtung.

    Arnold Böcklin

  41. Ein Kopf ohne Gedächtniskraft ist eine Festung ohne Besatzung.

    Napoleon

  42. Es hasst nur jemand, der fühlt, dass er niemals ungeschehen, nicht existent machen wird, was passiert ist.

    Stanislaw Brzozowski

  43. Wer sich allzu oft bückt, fängt an, krumm zu gehen und zu denken.

  44. Das Träumen und Philosophieren hat seine Schattenseiten; wer das zweite Gesicht hat, dem fehlt mitunter das erste.

    August Julius Langbehn

  45. In der Politik ist der schlimmste Entschuss, keinen Entschluss zu fassen

    Karl E. Z. von Lingenthal

  46. Leichtgläubigkeit ist eines Mannes Schwäche und eines Kindes Stärke

    Charles Lamb

  47. Mancher Gedanke fällt um wie ein Leichnam, wenn man ihn mit dem Leben konfrontiert.

    Christian Morgenstern

  48. Schönheit ohne Anmut ist ein Angelhaken ohne Köder.

    Ninon de Lenclos

  49. Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung.

    Gerard de Nerval

  50. Wenn die Regierungen krank sind, müssen die Völker das Bett hüten.

    Ludwig Börne

  51. Der Begriff Herz ist im Leben schlecht angesehen, indem man darunter das Weiche, Weibische, Sentimentale versteht und nicht das durch den Verstand richtig geleitete Gefühl.

    Ida Hahn - Hahn

  52. Und Verträge sind ohne das Schwert leere Worte und vermögen in keiner Weise dem Menschen Sicherheit zu geben.

    Thomas Hobbes

  53. Man schilt die Zeit schlecht, weil man nicht die erforderliche Stärke für die Aufgaben besitzt, die sie stellt.

    Richard Rothe

  54. Das verbale Glatteis auf dem gebohnerten Flur der Vorstandsetagen lässt vor allem jene in eine Rutschpartie schliddern, die ihre Konversation nicht der Ebene anzupassen wussten.

    Christa Schyboll

  55. Angst macht dumm, Angst verengt die Gehirnzellen. Angst blockiert und man bleibt immer ein Kind.

    Nikolaus B. Enkelmann

  56. Angst ist das Leck in der Nervenbatterie. Angst zerfrisst unsere Kraft, unsere Energie und unseren Willen

    Nikolaus B. Enkelmann

  57. Die Welt, auf der wir leben, ist nicht vollkommen und der Mensch ist nicht vollkommen. Aus diesen beiden Minusfaktoren entsteht die Problematik des Menschen.

    Nikolaus B. Enkelmann

  58. Probleme sind kein Zeichen von Schwäche oder Minderwertigkeit, sondern ein Zeichen, dass wir Mensch sind.

    Nikolaus B. Enkelmann

  59. Seine Ziele nicht zu erreichen ist nicht so schlimm, als gar keine Ziele zu haben.

    Nikolaus B. Enkelmann

  60. Wir sind am unglücklichsten, wenn wir uns eingestehen müssen, dass wir unser Naturell nicht zu beherrschen vermögen.

    Heinrich Laube