Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 11
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg höchstens einen amtlich bestellten Vormund.
— Herbert Henry Asquith
Wer nicht die Kraft hat, sich selbst zu vollenden, kann auch anderen keine dauernde Hilfe bringen.
— Prentice Mulford
Unglück fürchten, Hindernisse voraussehen, über möglichen Schwierigkeiten brüten, das ist ruinierend und der sicherste Weg zu äußerlicher oder innerlicher Armut.
— Prentice Mulford
Wer eine gute Sache, die er den Menschen anbietet, selbst niedrig einschätzt, der sendet eine Kraft von sich, die auch andere seine gute Sache missachten lehrt.
— Prentice Mulford
Nichts schädigt das Individuum mehr als Selbstverkleinerung.
— Prentice Mulford
Wer sich selbst gering wertet, wird von anderen nicht so hoch eingeschätzt, wie es der Fall wäre, wenn er Selbstachtung zeigte
— Prentice Mulford
Den Interessen unseres Volkes wird nicht gerecht, wer schon Amen sagt, wenn in Washington noch gebetet wird.
— Willy Brandt
Mennschsein heißt sich minderwertig zu fühlen und nach Überlegenheit zu trachten.
— Alfred Adler
Ein Übel gibt es, von dem auf die Dauer die Ärzte uns immer heilen: Unsere Leichtgläubigkeit ihnen gegenüber.
— Jean Antoine Petit-Senn
Das Mißgeschick, das uns nachsichtig gegen andere macht, macht sie oft hart gegen uns selbst.
— Jean Antoine Petit-Senn
Es ist eine viel schlimmere Art des Stolzes, andere zu verkleinern, als sich selbst zu erheben.
— Francesco Petrarca
Auch große Kraft wird schwach unter dem Gegendruck von noch größerer Kraft, und dem Zwang des Unvermeidlichen muss alles erliegen.
— Francesco Petrarca
Keine Ermüdung ist größer als die des Geistes.
— Francesco Petrarca
Alle Mängel im menschlichen Leben sind keine Veranlassung zu weinerlicher Klage, sondern eine Aufgabe
— Paul de Lagarde
Gäbe es keine Politik, so hätte der Bürger bloß sein Innenleben, also nichts, was ihn ausfüllen könnte
— Karl Kraus
… schneller, wie die Welle steigt und fällt, treibt uns das Schicksal auf dem Meer des Lebens
— Theodor Körner
Selbst der Fleißigste ist ohne Phantasie nichts
— Heinrich Schliemann
Wie es in der materiellen Produktion und Konsumtion einen schädlichen Luxus gibt, so auch in der Literatur
— Wilhelm Schulz
Ohne Seele wäre die Welt ein Haufen Kehricht.
— Hermann Stehr
Der Zorn ist die Stärke der Dummen und Schwachen. Der große, gewaltige Mann ist milde.
— Hermann Stehr
Auf irgendeine Weise sind alle Menschen Krüppel
— Hermann Stehr
Das Schweigen allein ist groß; alles andere ist Schwäche.
— Alfred de Vigny
Was wären in dieser Welt die Starken, ohne Unterstützung der Schwachen?
— Otto Weiss
Vom einen schnackt er, das andre tut er. Das ist ein Charakter, wenn auch kein guter.
— Adolf von Wilbrandt
Ein Rezensent, das ist ein Mann, der alles weiß und gar nichts kann!
— Ernst von Wildenbruch
Kein weiser Mann ward je genannt, bei dem man nicht ein Torheit fand.
— Georg Rollenhagen
Nur indem wir beständig von dem Gefühl unserer Unvollkommenheit begleitet werden, vervollkommnen wir uns.
— Helene von Druskowitz
Du musst siegen oder fallen, besiegt von einem ist besiegt von allen.
— Camillo Benso Graf von Cavour
Versagen war stets Frauensitte, doch lieben sie, dass man sie bitte.
— Bernhard Freidank
Die blasseste Tinte ist besser als das beste Gedächtnis.
Es ist wirklich schwer einzusehen, wie Menschen, die der Gewohnheit, sich selbst zu regieren, vollständig entsagt haben, im stande sein könnten, diejenigen gut auszuwählen, die sie regieren sollen.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster des Menschen fast ebenso nützen wie seine Tugenden.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Nie war ich überzeugter als heute, dass nur die Freiheit und die Religion in einer gemeinsamen Bemühung die Menschen aus dem Sumpf herausziehen können, in den die Demokratie sie stößt, sobald eine die …
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Tiefes Eindringen und Festigkeit des Charakters wird man bei einer reizbaren Phantasie wohl immer vergebens suchen.
— Christian Gottfried Ehrenberg
Mancher Mensch gibt nur dann Beweise seiner Stärke, wenn es sich um seine Schwäche handelt.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Stößt dich ein Blinder, so ärgere dich nicht
Ein Mann kann oft versagen, aber er wird erst zum Versager, wenn er beginnt, andere dafür verantwortlich zu machen.
— John Burroughs
Unsere größte Not liegt im inneren Versiegen der Lebensquellen, und kein Mittel von draußen her kann diese Not erfassen und lindern.
— Sebastian Faber
Mit dem Alter beginnen die Schwächen des Lebens; umso mehr muss die Seele ihnen standzuhalten bereit sein.
— Theodor Toeche-Mittler
Später Dank und späte Freuden gleichen der Wintersonne: sie wärmen wenig und wecken müde Kräfte
— Theodor Toeche-Mittler
Der Erfolg macht einen zum König, der Misserfolg zum Räuber
Er gebraucht Statistiken so wie ein Betrunkener Laternen gebraucht – mehr zum Halt als zur Erhellung
— Andrew Lang
Versuchung im vorgerückten Alter ist wie ein Dudelsack ohne Luft
— John Barrymore
Ein schwacher Feind in der Festung ist fürchterlicher als der stärkste von aussen.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Das Gegenteil eines erfüllten Lebens ist ein leeres oder überfülltes Leben.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Altersproblem: Die Zeit nimmt ab und die Langsamkeit zu.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Die Menschen sind oft unfähig, sich in den Zustand eines anderen zu versetzen
— Simone Weil
Das, wofür du keinen Sinn hast, geht für dich verloren, wie die Farbenwelt dem Blinden.
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Die Frauen wurden lange Zeit Königinnen genannt, aber das Königreich, das man ihnen gab, war es nicht wert, regiert zu werden.
— Louisa May Alcott
Je weniger ein Mensch selber zärtlich sein kann, je nötiger hat er's, dass man's mit ihm sei: Aber nur Herzen erschließen Herzen.
— Rahel Varnhagen von Ense
Schwache und begrenzte Menschen sind ganz notwendig oft undankbar.
— Rahel Varnhagen von Ense
Liebe ist die größte Überzeugung. Ist diese zu überwinden, so lieben wir nicht mehr.
— Rahel Varnhagen von Ense
Jeder, der nur einmal seine Überzeugung in sich zum Schweigen bringt, ist unrein, geistlos, zu allem Schlechten fähig; denn die Möglichkeit und der Anfang ist da!
— Rahel Varnhagen von Ense
Tränen sind kein Zeichen der Schwäche. Sie reinigen die Seele von Schwermut und Pein.
Hätte ich es sagen wollen oder können, hätte ich nicht nötig, es zu malen.
— Philipp Otto Runge
Tränen haben etwas Heiliges. Sie sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Kraft. Sie sprechen beredter als zehntausend Zungen. Sie sind die Verkünder bedrückendsten Kummers, tiefer Reue und unaussp …
— Washington Irving
Nachsicht gewährt der Tadel den Raben und peinigt die Tauben.
— Juvenal
Viele Leute verwechseln schlechtes Management mit Schicksal.
— Kin Hubbard
Je weniger Bedeutung ein Staatsmann hat, desto mehr liebt er die Fahne.
— Kin Hubbard
Erwarte keine Dankbarkeit, wenn du einem Menschen Gutes tust, denn du hast seine Schwächen aufgezeigt.
— Kin Hubbard