Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 5
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Es gibt nur ein Laster, dessen sich niemand rühmt: Undankbarkeit.
— Gerard de Nerval
Wenn du selbst keine Haare auf dem Kopf hast, dann beschimpfe andere nicht als Glatzkopf.
Die Frauen sind nicht zum Laufen geschaffen... Wenn sie fliehen, dann nur, um eingeholt zu werden
— Jean-Jacques Rousseau
Besser auf neuen Wegen etwas stolpern als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten.
Man ist am meisten in Gefahr, überfahren zu werden, wenn man eben einem Wagen ausgewichen ist.
— Friedrich Nietzsche
Ein Kind erträgt Veränderungen, die ein Mann nicht ertragen würde.
— Jean-Jacques Rousseau
Niemals sind wir so verletzlich, als wenn wir lieben.
— Sigmund Freud
Das beste verkäuferische Dribbling nützt nichts, wenn der erfolgreiche Abschluss fehlt
— Rainer Karius
Vorsicht vor den Gutmütigen! Der Umgang mit ihnen erschlafft.
— Friedrich Nietzsche
Wenn Du auf eine vollkommene Gemeinde wartest, musst Du warten, bis Du in den Himmel kommst; und wenn Du doch eine vollkommene Gemeinschaft auf der Erde finden könntest, würde sie Dich sicherlich nich …
— Charles Haddon Spurgeon
Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen, wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er
— Karl Kraus
Dem Blöden fährt bei jedem sinnvollen Wort der Schrecken in die Glieder.
— Heraklit von Ephesos
Bedenke, dass Du nur Schaupieler bist in einem Stücke, das der Spielleiter bestimmt.
— Epiktet
Viele Spötter meinen, reich an Geist zu sein, und sind doch nur arm an Takt
— Georg Christoph Lichtenberg
Du kannst einen Elefanten festhalten, wenn er fliehen, aber nicht das kleinste Haar auf deinem Kopf, wenn es fallen will.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Es ist keine Höflichkeit, dem Lahmen den Stock tragen zu wollen.
— Arthur Schnitzler
Die Frau ist eine Festung, der Mann ihr Gefangener.
Das Schwache kann das Starke bezwingen. Das Zarte besiegt das Grobe. Jedermann unter der Sonne weiß das. Doch handelt jemand danach?
— Laotse
Ein Mann ist stark, wenn er sich seine Schwäche eingesteht.
— Honoré de Balzac
Jedes Zeichen von Verfall in einem menschlichen Körper, jede Form von Schwäche ... hat seine Ursache in der dominierenden Stimmung seines Gemüts.
— Prentice Mulford
Wer nicht hart genug ist, dem Leben seine Bedingungen aufzuprägen, der muss die Bedingungen hinnehmen, die es ihm bietet.
— George Eliot
Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Tapferen ist sie die Chance.
— Victor-Marie Hugo
Eine Seele ohne Phantasie ist wie eine Sternwarte ohne Teleskop.
— Henry Ward Beecher
Fürchte nicht, daß der Körper, sondern, daß die Seele altert.
Unfähigkeit zur Muße ist das Unvermögen in sich zu ruhen.
— Else Pannek
Jedermann ist zu bedauern, der gerade genug Verstand hat, seine Mängel wahrzunehmen.
— William Hazlitt
Das ist meine allerschlimmste Erfahrung: Der Schmerz macht die meisten Menschen nicht groß, sondern klein.
— Dante Alighieri
Verglichen mit dem, was wir sein könnten, sind wir nur halb wach
— William James
Der Hass ist ein fruchtbares, der Neid ein steriles Laster.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unwissenheit voraus.
— Charles-Louis de Montesquieu
Das Unglück ist eine stehengebliebene Uhr, die am hellen Morgen plötzlich auf Mitternacht zeigt. Prüfen wir uns nur, ob wir es nicht selbst gewesen, die vergessen hatten, sie aufzuziehen.
— Ludwig Habicht
Es gibt keine Seele, die nicht ihr Wattenmeer hätte, in dem zu Zeiten der Ebbe jedermann spazieren gehen kann.
— Christian Morgenstern
Das Vergnügen verbraucht uns. Die Arbeit kräftigt uns. Wähle.
— Charles Baudelaire
Sklavische Hingabe an die Launen des Schicksals ist eines denkenden Menschen unwürdig.
— Heinrich von Kleist
Die Wahrheit ist, dass es eine gewisse Ernährungsform gibt, die die Menschen mehr auszehrt als die größte Enthaltsamkeit.
— Henry Fielding
Misserfolg ist ein Gemütszustand.
— John Steinbeck
In einem wankenden Schiff fällt um, wer stillesteht, nicht wer sich bewegt.
— Ludwig Börne
Der Mensch war immer Mensch, voll Unvollkommenheit.
— Johan Peter Uz
Verzweiflung ist nicht nur der Gipfel unseres Unglücks, sondern auch unserer Schwäche
— Marquis de Vauvenargues
Jeder Mensch hat auch seine moralische backside, die er nicht ohne Not zeigt und die er solange wie möglich mit den Hosen des Anstandes zudeckt.
— Georg Christoph Lichtenberg
Mancher droht, der selber zittert.
Ein Fisch, so groß, dass er ein Schiff verschlingen kann, ist auf dem Trockenen nicht einmal den Ameisen gewachsen.
— Lü Bu We
Der Reichtum dient dem weisen Mann, den Dummkopf aber regiert er.
Durch ein Unterlassen kann man genauso schuldig werden wie durch Handeln.
— Konrad Adenauer
Manche Bücher haben nur einen berühmten Namen, im übrigen sind sie ohne Lebenskraft. Sie stellen Sätze auf, geben Erörterungen, Sophismen - Mut machen sie nicht, haben sie doch selber keinen.
— Seneca
Ironie ist keine Waffe, sondern eher ein Trost der Ohnmächtigen.
— Ludwig Marcuse
Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen
An den Grundsätzen hält man nur fest, solange sie nicht auf die Probe gestellt werden; geschieht das, so wirft man sie fort wie der Bauer die Pantoffeln und läuft, wie einem die Beine von Natur gewach …
— Otto von Bismarck
Wer ein schlechtes Gedächtnis hat, wird nicht darum herum kommen, seine Fehler zu wiederholen.
Den Haien entrann ich Die Tiger erlegte ich Aufgefressen wurde ich von den Wanzen.
— Bertolt Brecht
Es ist nicht das Unkraut, das den guten Samen erstickt, sondern die Nachlässigkeit des Bauern
— Konfuzius
Die meisten unserer Fehler sind verzeihlicher als die Mittel die wir anwenden um sie zu verbergen.
— François de la Rochefoucauld
Misstrauen ist eine schlechte Rüstung, die mehr hindern als schirmen kann.
— Lord Byron
Das Vergnügen, recht zu behalten, wäre unvollständig ohne das Vergnügen, andere ins Unrecht zu setzen.
— Voltaire
Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht
— Marie von Ebner-Eschenbach
Man muss verstehen, die Früchte seiner Niederlagen zu ernten
— Otto Stössl
Wer bescheiden ist, muß dulden, Und wer frech ist, der muß leiden; Also wirst du gleich verschulden, Ob du frech seist, ob bescheiden.
— Johann Wolfgang von Goethe
Es gibt Menschen, die sich auch innerlich kleiden, wie es die Mode heischt.
— Berthold Auerbach
Wir erschrecken über unsere eigenen Sünden, wenn wir sie an anderen entdecken.
— Johann Wolfgang von Goethe
Unsere kleinen Irrtümer und die kleinen Schwächen sind es, die uns gegenseitig liebenswert machen.
— Johann Wolfgang von Goethe