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Sprüche über Gedanken

755 Sprüche — Seite 4

Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.

In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.

  1. Pflanz einen Baum; und kannst du auch nicht ahnen, wer einst in seinem Schatten tanzt, bedenke, Freund: es haben unsere Ahnen, ehe sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.

  2. Wie die Ros' in deinem Haare, Mädchen, bist du bald verblüht; schönes Mädchen, ob bewahre vor dem Welken dein Gemüt!

    Nikolaus Lenau

  3. Die Empfindungen sind die Vokale, die Gedanken die Konsonanten der Sprache des Inneren

    Franz Grillparzer

  4. Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sondern nur wecken.

    Georg Büchner

  5. Alles was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch, aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.

    Friedrich Engels

  6. Alles Sprechen und Schreiben heißt Würfeln um den Gedanken. Wie oft fällt nur ein Auge, wenn alle sechs fallen sollten.

    Christian Friedrich Hebbel

  7. Wer klug ist, wird im Gespräch weniger an das denken, worüber er spricht, als an den, mit dem er spricht

    Albert Schweitzer

  8. Die echte Freiheit ist nicht eine Freiheit von etwas, sondern eine Freiheit zu etwas.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  9. Unsere Köpfe sind wie eine magische Laterne, in der ein Unbekannter ständig kleine Bilder wechselt.

    Stanislaw Brzozowski

  10. Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.

    Blaise Pascal

  11. Ein Gedanke kann nicht erwachen, ohne andere zu wecken.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  12. Im Süden werden die Sinne geschärft. Die Hände werden wendiger, das Auge aufmerksamer und das Denken klarer.

    Vincent van Gogh

  13. Der erste Gedanke ist der gute in der Kunst - in anderen Dingen ist es der zweite.

    William Blake

  14. Alles was du in deinem Leben erreichst oder nicht erreichst, ist das direkte Resultat, deiner Gedanken.

    James Allen

  15. Wie oft verwechselt man Einfälle mit Ideen!

    Christian Friedrich Hebbel

  16. Natur wiederholt ewig in weiterer Ausdehnung denselben Gedanken. Darum ist der Tropfen ein Bild des Meeres.

    Christian Friedrich Hebbel

  17. Mir ist kein Lesen nützlicher, als solches kurzer Gedanken. Keines scheint mir reichhaltiger, belehrender, anwendbarer.

    Johann Kaspar Lavater

  18. Um mit Nutzen zu lesen, muss man seine Aufmerksamkeit bis zu dem Grade anspannen, dass man die Gedanken wie etwas mit leiblichen Augen Angeschautes vor sich sieht.

    Joseph Joubert

  19. Pessimisten sind die wahren Lebenskünstler, sie erleben dauernd angenehme Überraschungen.

    Marcel Proust

  20. Der tiefe Denker hegt immer den Verdacht, dass er oberflächlich ist.

    Benjamin Disraeli

  21. Die auserwählten Leser haben immer geistige Tendenzen, die denen ihrer Zeit entgegengesetzt sind.

    Honoré de Balzac

  22. Erdachtes mag zu denken geben, doch nur Erlebtes wird beleben.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  23. Wer Tabak schnupft, sieht aus wie ein Schwein. Wer Tabak raucht, riecht wie ein Schwein. Wer Tabak kaut, ist ein Schwein.

    Germaine Madame de Stael

  24. Um einen falschen Gedanken mit Erfolg zu widerlegen, muss man bekanntlich ein ganzes Buch schreiben, und den, der den Ausspruch getan hat, überzeugt man doch nicht.

    Otto von Bismarck

  25. Lesen ist die Schwierigkeit, ein Land fremder Phantasie mit eigenen Gedanken zu bevölkern.

    Kurt Tucholsky

  26. Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken, durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.

    Friedrich von Schiller

  27. Entscheidungen, Entschlüsse brauchen Zeit — vor oder nach dem Handeln.

    Else Pannek

  28. Die Aufrichtigkeit ist - mindestens nach meiner Ansicht - die erste Bedingung jedes geistigen Schaffens.

    Sully Prudhomme

  29. Leben ist ja doch des Lebens höchstes Ziel.

    Franz Grillparzer

  30. Deutlichkeit erspart Längen und kann Gedanken beweisen.

    Marquis de Vauvenargues

  31. Man ist verloren, wenn man zu viel Zeit bekommt, an sich zu denken.

    Georg Christoph Lichtenberg

  32. Zu tausend Dingen bin ich ja nicht gekommen bei meinem sonderbaren Leben und hätte doch zu tausend Dingen Talent gehabt

    Franziska Gräfin zu Reventlow

  33. Oft denke ich an den Tod, den herben, und wie am End' ich's ausmach?! Ganz sanft im Schlafe möcht' ich sterben und tot sein, wenn ich aufwach!

    Karl Spitzweg

  34. Der Mensch tut gut daran, Bleistift bei sich zu tragen und die Gedanken, wenn sie kommen, niederzuschreiben

    Francis Bacon

  35. Man lasse den guten Gedanke nur den Plan frei: sie werden kommen.

    Arthur Schopenhauer

  36. Schulbildung überlädt in den meisten Menschen so sehr den Acker mit Schutt, dass keine Gedanken mehr darauf wachsen können.

    August Pauly

  37. Der tröstende Gedanke aber bleibt fort und fort, dass Gott auch widrige und schmerzliche Schicksale nur aus Liebe sendet, um unsere Gesinnungen zu läutern.

    Wilhelm von Humboldt

  38. Man ist manchmal von sich selbst so verschieden wie von anderen.

    François de la Rochefoucauld

  39. Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.

    Prentice Mulford

  40. Reiss deine Gedanken von deinen Problemen fort, an den Ohren, an den Fersen oder wie immer. Das ist das beste, was der Mensch für seine Gesundheit tun kann.

    Mark Twain

  41. Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.

    Karl Kraus

  42. Viele junge Leute ereifern sich über Anschauungen, die sie in 20 Jahren haben werden.

    Jean-Paul Sartre

  43. Liebt das Buch. Es wird euch freundschaftlich helfen, sich im stürmischen Wirrwarr der Gedanken, Gefühle und Ereignisse zurechtzufinden.

    Maxim Gorki

  44. Die Gedanken, die am öftesten gedacht werden, materialisieren sich auch am stärksten im Organismus.

    Prentice Mulford

  45. Es bleibt der letzte und allgemeine Maßstab für den Wert eines Menschen, ob er auch der Andacht fähig, ob er seine Gedanken vom Staub des Alltags losmachen und eine Feierstille in sich erzeugen und wü …

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  46. Keiner kann einen Körper frisch und schön erhalten, wenn er sich von ausgelaugten Gedanken nährt.

    Prentice Mulford

  47. Einfälle sind keine Gedanken. Der Gedanke kennt die Schranken, der Einfall setzt sich darüber weg und kommt in der Ausführung nicht vom Fleck.

    Franz Grillparzer

  48. Die dünnen Falten, die sich in die Stirn der Denker fressen, bekamen nicht selten ihre Nahrung durch den Zweifel.

    Christa Schyboll

  49. Die Zeit ist nur ein leerer Raum, dem Begebenheiten, Gedanken und Empfindungen erst Inhalt geben.

    Wilhelm von Humboldt

  50. Wir spielen unsere Gedanken gegeneinander aus, in Wirklichkeit unsere Temperamente.

    Christian Morgenstern

  51. Je freier man atmet, je freier man lebt.

    Theodor Fontane

  52. Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.

  53. Lieber ............ , du hast ganz Recht, die Menschen sind erbärmlich schlecht. Ein jeder scheint ein Bösewicht, nur du und ich natürlich nicht.

  54. Rücksichtslosigkeit des Denkens ist oft das Zeichen einer unfriedlichen inneren Gesinnung, welche Betäubung begehrt.

    Friedrich Nietzsche

  55. Stillstand des Blutens macht krank, Stillstand des Denkens macht dumm.

  56. Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten Gedanken.

    Joseph Joubert

  57. Ich weiß, dass mir nichts angehört Als der Gedanke, der ungestört Aus meiner Seele will fließen, Und jeder günstige Augenblick, Den mich ein liebendes Geschick Von Grund aus lässt genießen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  58. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller seiner Überlegungen.

    Max Planck

  59. Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen.

    Alexandre Talleyrand

  60. Wer den lebendigen Gott von Angesicht zu Angesicht sehen will, soll ihn nicht am leeren Firmament seiner Gedankenwelt suchen, sondern in der Menschenliebe.

    Fjodor M. Dostojewski