
Wir spielen unsere Gedanken gegeneinander aus, in Wirklichkeit unsere Temperamente.
Bedeutung
Christian Morgenstern, der Dichter und Aphoristiker, formuliert in diesem Satz eine psychologische Beobachtung über Scheindebatten: Was aussieht wie ein Gedankenaustausch, ist in Wirklichkeit oft ein Aufeinandertreffen von Temperamenten. Wir glauben, wir streiten über Argumente, tatsächlich streiten wir über Haltungen, Charaktere und emotionale Grundverfassungen. Morgenstern, der selbst ein feiner Beobachter menschlicher Psyche war, beschreibt damit eine häufige Erfahrung im Gespräch: Wer das nicht erkennt, streitet endlos und versteht nicht warum. Wer es erkennt, versteht, dass manche Debatten nur mit Verständnis, nicht mit Argumenten lösbar sind.
Verwendung
Passend als Morgenstern-Zitat in Texten über Kommunikation, Streit und die psychologischen Grundlagen des Meinungsaustausches sowie für Beiträge über Charakterpsychologie, Gesprächsführung und die emotionalen Wurzeln intellektueller Konflikte. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über die verborgene Logik des Streitens.
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Über Christian Morgenstern
Über den Autor
Schriftsteller · Deutsch · 1871 - 1914
Christian Morgenstern (1871–1914) schuf mit den „Galgenliedern" absurd-komische Gedichte, die Sprache und Logik auf einzigartige Weise spielerisch unterliefen.
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Neben seiner komischen Lyrik verfasste Morgenstern auch ernste, von Rudolf Steiners Anthroposophie beeinflusste Dichtung. Er arbeitete zudem als Übersetzer, u. a. von Ibsen und Strindberg. Morgenstern starb bereits mit 42 Jahren in Untermais, Tirol, an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung, die ihn sein ganzes Erwachsenenleben begleitete.

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— Christian Morgenstern
Einander kennenlernen heißt, lernen wie fremd man einander ist.
— Christian Morgenstern
Liebe ist in dem, der liebt, nicht in dem, der geliebt wird.
— Platon
Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann.
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