
Der tröstende Gedanke aber bleibt fort und fort, dass Gott auch widrige und schmerzliche Schicksale nur aus Liebe sendet, um unsere Gesinnungen zu läutern.
Bedeutung
Wilhelm von Humboldt, der Staatsphilosoph und Bildungsreformer, formuliert in diesem Satz eine religiöse Trostüberzeugung: Gott schickt auch widrige Schicksale in heilsamer Absicht. Das ist eine Überzeugung über die Sinnhaftigkeit des Leidens: Auch das Schmerzliche hat seinen Platz in einer größeren Ordnung. Humboldt, der selbst schwere persönliche Verluste erlitten hatte – darunter den Tod seiner Frau –, beschreibt damit eine tiefe Überzeugung, die ihm Halt gab: Das Schicksalhafte ist nicht sinnlos, sondern Teil eines unbegreiflichen, aber gütigen Plans.
Verwendung
Passend als Humboldt-Zitat in Texten über Trost, Schicksal und die religiöse Deutung des Leidens als heilsam sowie für Beiträge über Philosophie, Bildungsgeschichte und die Überzeugung, dass auch Widrigkeiten ihre Bedeutung haben. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über Gottvertrauen und die Sinnhaftigkeit des Schweren.
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Über Wilhelm von Humboldt
Über den Autor
Deutsch · 1769 - 1859
Wilhelm von Humboldt (1767–1835) gründete die Berliner Universität, prägte das humboldtsche Bildungsideal und reformierte das preußische Schul- und Universitätswesen.
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Als preußischer Staatsmann und Gelehrter legte Humboldt den Fokus nicht auf das Allgemeinwohl, sondern auf die Bildung der individuellen Persönlichkeit – die „höchste und proportionierlichste Ausbildung aller menschlichen Kräfte zu einem Ganzen". Neben der Bildungsreform widmete er sich der Staatstheorie sowie der analytischen Betrachtung von Sprache, Literatur und Kunst. Sein Bruder Alexander erschloss parallel die Natur- und Erdwissenschaften.
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