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Sprüche über Gedanken

755 Sprüche — Seite 10

Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.

In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.

  1. Zerre deine Gedanken weg von deinen Sorgen, an den Ohren, den Füßen oder auf sonst eine Art, die dir recht ist. Das ist das Gesündeste, was ein Körper tun kann.

    Mark Twain

  2. Der Zufall ist die in Schleier gehüllte Notwendigkeit.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  3. Der Reaktionär ist ein Nachtwandler, der rückwärts geht.

    Franklin D. Roosevelt

  4. Die Kraft der Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst; sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.

    Leo Tolstoi

  5. Wenn das Herz denken könnte, würde es still stehen.

    Fernando Pessoa

  6. Erst das Leiden hat der Menschheit das Gefühl der Religion, den Gedanken eines Gottes erschaffen.

    Stefan Zweig

  7. Heutzutage hat jeder vor sich selbst Angst.

    Oscar Wilde

  8. Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht.

    Oscar Wilde

  9. Nur das Genie hat für den neuen Gedanken auch das neue Wort.

    Christian Johann Heinrich Heine

  10. Denn vor dem Beginnen ist Überlegung notwendig, nach der Überlegung jedoch rasches Handeln.

    Sallust

  11. Gedanken, die schockweise kommen, sind Gesindel. Gute Gedanken erscheinen in kleiner Gesellschaft. Ein göttlicher Gedanke kommt allein.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  12. Es ist falsch, zu sagen: Ich denke. Es müsste heißen: Man denkt mich

    Arthur Rimbaud

  13. Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  14. Leichter trägt, was er trägt, wer Geduld zur Bürde legt

    Friedrich von Logau

  15. Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten.

    John D. Rockefeller

  16. Einer zeugt den Gedanken, der andere hebt ihn aus der Taufe, der dritte zeugt Kinder mit ihm, der vierte besucht ihn am Sterbebett, und der fünfte begräbt ihn.

    Georg Christoph Lichtenberg

  17. Die Poesie ist dem Gedanken, was für den Körper die Seele bedeutet

    Alexandre Vinet

  18. Es trocknen in der Einsamkeit die Säfte des Gemütes, es stockt der Gedankenlauf, ich muß hinaus in mancherlei Gemeinschaft mit andern Geistern.

    Friedrich Schleiermacher

  19. Beginne jeden Tag mit einem guten Gedanken.

    Carl Hilty

  20. Je länger ich über die Frauen nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass sie das Beste sind, was wir in dieser Art haben.

    Georg Christoph Lichtenberg

  21. Wenn Sie nicht über die Zukunft nachdenken, können Sie keine haben.

    John Galsworthy

  22. Der Gedanke legt den Grund für die Tat.

    Helmuth James Graf von Moltke

  23. Welcher Autor darf sagen, dass der Gedanke an die Oberflächlichkeit der meisten Leser ihm stets ein peinlicher und nicht mitunter auch ein tröstlicher sei?

    Marie von Ebner-Eschenbach

  24. Das Wort ist die Entschuldigung des Gedankens.

    Jules Renard

  25. Die Welt ist ein Sardellensalat; er schmeckt uns früh, er schmeckt uns spat.

    Johann Wolfgang von Goethe

  26. Der Gedanke ist nur ein Blitz zwischen zwei langen Nächten; aber dieser Blitz ist alles.

    Henri Poincaré

  27. Die Menschen sollen nicht so viel nachdenken, was sie tun sollen, sie sollen vielmehr bedenken, was sie sind.

    Eckhart von Hochheim

  28. Jede Leidenschaft, die Raum zum Genießen und Nachdenken läßt, ist keine starke Leidenschaft.

    Michel de Montaigne

  29. Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mi …

    Immanuel Kant

  30. Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat

    Georg Christoph Lichtenberg

  31. Das Nachdenken ist eine höchst zwecklose Beschäftigung, solange man nichts von den Tatsachen weiß.

    George Bernard Shaw

  32. Wenn du einen Menschen zum Nachdenken anregst, kannst du heimlich seinen Reis essen.

  33. Nichts schmerzt so sehr wie fehlgeschlagene Erwartungen, aber gewiss wird auch durch nichts ein zum Nachdenken fähiger Geist so lebhaft wie durch sie erweckt.

    Benjamin Franklin

  34. Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.

    Georg Christoph Lichtenberg

  35. Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.

    Albert Schweitzer

  36. Witz tötet, Humor macht lebendig! Er führt zum Nachdenken, während jener alles Denken wie durch einen scharfen Blitz beendet.

    Georg Christoph Lichtenberg

  37. Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.

    Carl Hilty

  38. Man ist eigentlich nur durch Nachdenken unglücklich.

    Joseph Joubert

  39. Wenn du Geburtstag hast, denke daran, dass am selben Tag wie du auch ein armes Mädchen in Afrika Geburtstag hat und überlege dir, ob auch auf ihrem Tisch Kuchen und Geschenke stehen.

    Christian Matthias Theodor Mommsen

  40. In dieses schöne Büchlein schreib ich heut ein Verslein. Will in Gedanken bei dir sein und niemals ganz vergessen sein.

  41. Reimen kann ich leider nicht, dazu braucht man eine Muse. Wenn du tolle Verse willst, sei so gut - mach du se!

  42. Flieg, du kleiner Vogel, wohl über Berg und Tal, und grüße die liebe ............. viele tausendmal.

  43. Ich fang dir eine Wolke ein, dazu den Regenbogen, ich tauch sie ein in Sonnenlicht und lasse sie dann schweben.

  44. Brauchst nicht zu erschrecken, ich will dich nicht necken, Widerspruch nicht wecken mit dem Spruch, dem kecken: Lieber Dreck am Stecken als im Drecke stecken.

  45. Neigt das Jahr sich, wird es kälter; mit den Jahren wirst du älter.

  46. Auf seinem hohen Throne sitzend, spricht Salomo, der Weise: mit unsrer Welt geht's nimmer vorwärts; sie dreht sich nur im Kreise!

  47. Was stets und allerorten sich ewig jung erweist, ist in gebundenen Worten ein ungebundener Geist.

    August von Platen

  48. Auch wenn dir der Sinn meines Spruchs noch nicht dämmert: sei gut beschlagen und nicht - behämmert!

  49. Die Gedanken kommen wieder, die Überzeugungen pflanzen sich fort, die Zustände gehen unwiederbringlich vorüber.

    Johann Wolfgang von Goethe

  50. Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.

    Johannes Kepler

  51. Rein verstandlich betrachtet erscheint das Leben nicht anders als eine sinnvolle Sinnlosigkeit.

    Paul Bertololy

  52. Es ist gut, in Bedrängnis zu leben. Das wirkt wie eine gespannte Feder

    Charles-Louis de Montesquieu

  53. Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in der Wahrnehmung gewesen wäre.

    Thomas von Aquin

  54. Wahrheit kann durch äußere Berührung ebenso wenig befleckt werden wie ein Sonnenstrahl.

    John Milton

  55. Ahnungen sind Regungen, die Flügel des Geistes höher zu heben.

    Bettina von Arnim

  56. Der Mensch ist der Bogen, der Gedanke der Pfeil und Rechtschaffenheit das Ziel.

  57. Wie sind wohl die Menschen zu dem Begriff der Freiheit gelangt? Es war ein großer Gedanke.

    Georg Christoph Lichtenberg

  58. Wider Zweifel und ärgerliche Gedanken ist das Lob Gottes ein bewährtes Mittel. Finsternis kann nicht anders als durch Licht überwunden werden.

    Johann Albrecht Bengel

  59. Köpfe, die nur den Nutzen und das Brauchbare bedenken, vernutzen und verbrauchen die Welt.

    Friedrich Georg Jünger

  60. Wer zu laut und zu oft seinen eigenen Namen kräht, erweckt den Verdacht, auf einem Misthaufen zu stehen.

    Otto von Leixner