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Um mit Nutzen zu lesen, muss man seine Aufmerksamkeit bis zu dem Grade anspannen, dass …

Spruchbild: Um mit Nutzen zu lesen, muss man seine Aufmerksamkeit bis zu dem Grade anspannen, dass man …

Um mit Nutzen zu lesen, muss man seine Aufmerksamkeit bis zu dem Grade anspannen, dass man die Gedanken wie etwas mit leiblichen Augen Angeschautes vor sich sieht.

Bedeutung

Joseph Joubert formuliert in diesem Satz eine Überzeugung über konzentriertes Lesen: Wer wirklich mit Nutzen liest, spannt seine Aufmerksamkeit so weit, dass er die Gedanken des Autors als seine eigenen denkt. Das ist eine hohe Anforderung an die Lektüre: nicht passives Aufnehmen, sondern aktives Mitdenken. Joubert, der selbst für intensive und fruchtbare Lektüre bekannt war, beschreibt damit ein Ideal des Lesens als geistiger Begegnung: Der Leser wird zum Mitdenker, nicht zum bloßen Konsumenten.

Verwendung

Passend als Joubert-Zitat in Texten über aktives Lesen, Konzentration und die Qualität echter geistiger Auseinandersetzung mit Büchern sowie für Beiträge über Bildung, Lesekompetenz und die Unterscheidung zwischen oberflächlichem und tiefem Lesen. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über das Lesen als aktiven Denkakt.

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Über Joseph Joubert

Über den Autor

1754 - 1824

Joseph Joubert (1754–1824) war ein französischer Moralist und Essayist, der seine Gedanken vor allem in Notizbüchern festhielt. Seine Aphorismen kreisen um Sprache, Urteilskraft, Bildung und das stille Maß des Denkens. Er stand im Umfeld der französischen Moralistik, schrieb jedoch weniger als strenger Richter denn als Suchender nach gedanklicher Klarheit.

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Joseph Joubert (1754–1824) veröffentlichte zu Lebzeiten kaum größere Werke, hinterließ aber Notizbücher, die ihn als feinen Beobachter von Geist, Sprache und Charakter zeigen. Er stand im Umfeld der französischen Moralistik, schrieb jedoch weniger als strenger Richter denn als Suchender nach gedanklicher Klarheit. Seine kurzen Texte verbinden Skepsis mit Milde: Sie prüfen Begriffe, Gewohnheiten und Urteile, ohne sie in ein geschlossenes System zu zwingen. Gerade diese offene Form macht Joubert bis heute lesbar. Seine Sätze wirken wie kleine Denkbewegungen, in denen eine Beobachtung nicht abgeschlossen, sondern präziser gemacht wird.

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