806 Sprüche — Seite 26
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Sei gütig, denn alle Menschen, denen du begegnest, kämpfen einen schweren Kampf
— Platon
Wer den Häuptling an seine Schuhe erinnert, wird sie auch holen müssen.
Ein zu reicher Fang schädigt das Netz.
Wer zuletzt lacht, hat es nicht eher begriffen.
Sorge ist ein kostbarer Schatz, den man nur den Freunden zeigt.
Man sollte wirklich nur die zusammen leben lassen, die ohne einander sterben würden.
— Ludwig Anzengruber
Frauen sind wie Krawatten: Hat man sie zweimal umschlungen, hat man sie am Hals
Meine Absicht ist es, die Menschen von den falschen Vorstellungen zu befreien, die ihnen Gott als einen absoluten Herrscher darstellen, despotisch Macht ausübend, wenig geeignet und wenig wert, gelieb …
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Wer ist ein Snob? Jemand, der sich die Petersilie mit Fleurop schicken lässt.
Wer getragen wird, weiß nicht, wie weit die Stadt entfernt ist.
Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden
— Kurt Tucholsky
Vor dem Schießen kommt das Zielen.
Ärzte schütten Medikamente, von denen sie wenig wissen, zur Heilung von Krankheiten, von denen sie weniger wissen, in Menschen, von denen sie nichts wissen.
— Voltaire
Den Wert von Diamanten und Menschen kann man erst ermitteln, wenn man beide aus der Fassung bringt
— Marie von Ebner-Eschenbach
Klein ist das Eichhörnchen. Aber es ist kein Sklave des Elefanten.
Der Besitz besitzt. Er macht die Menschen kaum unabhängiger.
— Friedrich Nietzsche
Gebete ändern nicht die Welt. Aber die Gebete ändern Menschen und Menschen ändern die Welt.
— Albert Schweitzer
Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun.
Ein Kritiker ist ein Mensch, der den Weg weiß, aber nicht Auto fahren kann
Die Menschen in ihrer Überheblichkeit sind wie die umherspringenden Frösche; aber sie können nicht so weit springen, als dass sie Gott zu verletzen vermöchten. Sie wollen ihre Flügel ausbreiten, aber …
— Johannes Calvin