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Sprüche über Macht

755 Sprüche — Seite 13

Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.

Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.

  1. Den Aufbau von Macht ermöglichen meist diejenigen, die nachher ihre Opfer werden.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  2. Erzwingen heißt durchsetzen, was nicht zwingend ist.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  3. Der Mensch, der die Gewalt besaß, uns glauben und lieben zu machen, bleibt zutiefst in uns der königliche Mensch, auch noch als späterer Gegner.

    Lou Andreas-Salomé

  4. Ob eine Wahrheit grob ist oder nicht, darüber kann man ihr als solcher nichts anhaben; sie entspricht ihrem Wesen, wenn sie wahr ist; und wo sie hintrifft, das ist der Ort, der sie zur Grobheit oder H …

    Rahel Varnhagen von Ense

  5. Mit Tränen wirst du Stahl zur Rührung bringen.

    Ovid

  6. Die äußerliche und unberechtigte Herrschaft der Kirche muss gebrochen werden, bevor die innerliche und berechtigte Herrschaft der Religion beginnen kann

    Manfred Kyber

  7. Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.

    Juvenal

  8. Wie ohnmächtig stehen wir da vor dem Weltgang, indem es keine rückwärtsleitende Macht über geschehene Dinge gibt, welche wieder herstellen könnte, was wir verloren haben.

    August Pauly

  9. Was die Chirurgen noch nicht fertig gebracht, Amputationen am Herzen, das übt das Schicksal seit ewigen Zeiten an uns.

    August Pauly

  10. Eitelkeit ist eine untreue Dienerin. Sie macht ihren Herrn um soviel kleiner, als sie ihn größer zu machen vorgibt.

    August Pauly

  11. Es gibt keine materielle Macht, welche den sittlichen Mächten über den Kopf wachsen könnte, ohne den Untergang ihrer selbst vorzubereiten.

    August Pauly

  12. Vor der zwingenden Macht einer menschheitserzieherischen Aufgabe, sind persönliche Schmerzen und Entbehrungen unbedeutend und nichtig.

    Theresa Keiter

  13. Eine festverwurzelte Dynastie wird großen Staatsmännern zu einer langdauernden Tätigkeit verhelfen.

    Friedrich Paulsen

  14. Wahrheit behauptet stets und überall ihre Unbeschränktheit. Sie wird zur Verbrecherin, wenn sie sich zur Sklavin der Menschen machen lässt.

    Heinrich Martin

  15. Unsere Leidenschaft tritt so oft ungezügelt auf, dass sie dann unser bestes Wissen, unsern festen Willen und unsere ganze moralische Kraft niedertritt.

    Heinrich Martin

  16. Wenn Dich die üblen Launen plagen, so schließ' Dich ein. Dort magst du sie für Dich ertragen, uns macht es Pein.

    Heinrich Martin

  17. Kein Baumgipfel ist so hoch, dass sich dort nicht ein Rabe ein Nest bauen und zu uns herabkrächzen könnte. So auch das Unglück: wo ist seine letzte Etage?

    Heinrich Martin

  18. Was dir das Leben auch an Rätseln zeigt, die Liebe ist's, die alle übersteigt.

    Heinrich Martin

  19. Besitzt man erst einmal die beste Kraft aller Kräfte: Dank auszuteilen sogar den Widerständen, die uns ja nur erzogen haben, so ist das Spiel gewonnen! Was von nun ab unser Innenreich trüben will, i …

    Friedrich Lienhard

  20. Keine Macht auf Erden kann den Einfluss eines wertvollen, reinen, einfachen und nützlichen Lebens wettmachen.

    Booker T. Washington

  21. Du kannst niemanden unterdrücken, ohne selbst unten zu bleiben

    Booker T. Washington

  22. Durch Worte herrschen wir über den ganzen Erdkreis; durch Worte erhandeln wir alle Schätze der Erde. Nur das Unsichtbare, das über uns schwebt, ziehen Worte nicht in unser Gemüt herab.

    Wilhelm Heinrich Wackenroder

  23. Das Menschengeschlecht durchläuft in seiner äußeren und inneren Geschichte nur den von höherer Macht ihm vorgezeichneten Entwicklungsgang.

    Theodor Waitz

  24. Ein Baum, der umfällt, macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald, der wächst

  25. Die Furcht steckt an wie der Schnupfen und macht aus dem Singularis allemal den Pluralis.

    Katharina Elisabeth Goethe

  26. Der Stärkere hat allezeit die besseren Gründe.

    August Lafontaine

  27. Der Mann hat seinen Willen – aber die Frau setzt sich durch.

    Oliver Wendell Holmes

  28. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber ein Kamel macht eine Wüste!

    Alfred Capus

  29. Hinderst du die anderen daran zu reden, nennt man das Redegewandtheit.

    Alfred Capus

  30. Stark ist der Trotz – doch wundervoll, viel stärker ist der Liebe Macht.

    Felix Dahn

  31. Macht macht schlecht. Absolute Macht macht absolut schlecht.

    John E. Edward, 1st Baron Acton of Aldenham Dalberg

  32. Torheit ist es, sich der Natur entgegenzustemmen, nur dann herrscht der Mensch, wenn er den Gesetzen der Allgewaltigen gehorsamt, wenn er Einsicht hat in den Zusammenhang alles dessen, was ist.

    Udo Dammer

  33. Sehnsucht haben heisst so heisses Blut kriegen, daaa alles ringsum verdorrt.

    Max Dauthendey

  34. Frauen sind niemals stärker, als wenn sie sich mit ihrer Schwachheit bewaffnen.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  35. Die Zeit mildert viel, macht aber nichts ungeschehen

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer