Sprüche über Macht
755 Sprüche — Seite 13
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Den Aufbau von Macht ermöglichen meist diejenigen, die nachher ihre Opfer werden.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Erzwingen heißt durchsetzen, was nicht zwingend ist.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Der Mensch, der die Gewalt besaß, uns glauben und lieben zu machen, bleibt zutiefst in uns der königliche Mensch, auch noch als späterer Gegner.
— Lou Andreas-Salomé
Ob eine Wahrheit grob ist oder nicht, darüber kann man ihr als solcher nichts anhaben; sie entspricht ihrem Wesen, wenn sie wahr ist; und wo sie hintrifft, das ist der Ort, der sie zur Grobheit oder H …
— Rahel Varnhagen von Ense
Mit Tränen wirst du Stahl zur Rührung bringen.
— Ovid
Die äußerliche und unberechtigte Herrschaft der Kirche muss gebrochen werden, bevor die innerliche und berechtigte Herrschaft der Religion beginnen kann
— Manfred Kyber
Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.
— Juvenal
Wie ohnmächtig stehen wir da vor dem Weltgang, indem es keine rückwärtsleitende Macht über geschehene Dinge gibt, welche wieder herstellen könnte, was wir verloren haben.
— August Pauly
Was die Chirurgen noch nicht fertig gebracht, Amputationen am Herzen, das übt das Schicksal seit ewigen Zeiten an uns.
— August Pauly
Eitelkeit ist eine untreue Dienerin. Sie macht ihren Herrn um soviel kleiner, als sie ihn größer zu machen vorgibt.
— August Pauly
Es gibt keine materielle Macht, welche den sittlichen Mächten über den Kopf wachsen könnte, ohne den Untergang ihrer selbst vorzubereiten.
— August Pauly
Vor der zwingenden Macht einer menschheitserzieherischen Aufgabe, sind persönliche Schmerzen und Entbehrungen unbedeutend und nichtig.
— Theresa Keiter
Eine festverwurzelte Dynastie wird großen Staatsmännern zu einer langdauernden Tätigkeit verhelfen.
— Friedrich Paulsen
Wahrheit behauptet stets und überall ihre Unbeschränktheit. Sie wird zur Verbrecherin, wenn sie sich zur Sklavin der Menschen machen lässt.
— Heinrich Martin
Unsere Leidenschaft tritt so oft ungezügelt auf, dass sie dann unser bestes Wissen, unsern festen Willen und unsere ganze moralische Kraft niedertritt.
— Heinrich Martin
Wenn Dich die üblen Launen plagen, so schließ' Dich ein. Dort magst du sie für Dich ertragen, uns macht es Pein.
— Heinrich Martin
Kein Baumgipfel ist so hoch, dass sich dort nicht ein Rabe ein Nest bauen und zu uns herabkrächzen könnte. So auch das Unglück: wo ist seine letzte Etage?
— Heinrich Martin
Was dir das Leben auch an Rätseln zeigt, die Liebe ist's, die alle übersteigt.
— Heinrich Martin
Besitzt man erst einmal die beste Kraft aller Kräfte: Dank auszuteilen sogar den Widerständen, die uns ja nur erzogen haben, so ist das Spiel gewonnen! Was von nun ab unser Innenreich trüben will, i …
— Friedrich Lienhard
Keine Macht auf Erden kann den Einfluss eines wertvollen, reinen, einfachen und nützlichen Lebens wettmachen.
— Booker T. Washington
Du kannst niemanden unterdrücken, ohne selbst unten zu bleiben
— Booker T. Washington
Durch Worte herrschen wir über den ganzen Erdkreis; durch Worte erhandeln wir alle Schätze der Erde. Nur das Unsichtbare, das über uns schwebt, ziehen Worte nicht in unser Gemüt herab.
— Wilhelm Heinrich Wackenroder
Das Menschengeschlecht durchläuft in seiner äußeren und inneren Geschichte nur den von höherer Macht ihm vorgezeichneten Entwicklungsgang.
— Theodor Waitz
Ein Baum, der umfällt, macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald, der wächst
Die Furcht steckt an wie der Schnupfen und macht aus dem Singularis allemal den Pluralis.
— Katharina Elisabeth Goethe
Der Stärkere hat allezeit die besseren Gründe.
— August Lafontaine
Der Mann hat seinen Willen – aber die Frau setzt sich durch.
— Oliver Wendell Holmes
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber ein Kamel macht eine Wüste!
— Alfred Capus
Hinderst du die anderen daran zu reden, nennt man das Redegewandtheit.
— Alfred Capus
Stark ist der Trotz – doch wundervoll, viel stärker ist der Liebe Macht.
— Felix Dahn
Macht macht schlecht. Absolute Macht macht absolut schlecht.
— John E. Edward, 1st Baron Acton of Aldenham Dalberg
Torheit ist es, sich der Natur entgegenzustemmen, nur dann herrscht der Mensch, wenn er den Gesetzen der Allgewaltigen gehorsamt, wenn er Einsicht hat in den Zusammenhang alles dessen, was ist.
— Udo Dammer
Sehnsucht haben heisst so heisses Blut kriegen, daaa alles ringsum verdorrt.
— Max Dauthendey
Frauen sind niemals stärker, als wenn sie sich mit ihrer Schwachheit bewaffnen.
— Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)
Die Zeit mildert viel, macht aber nichts ungeschehen
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer