Sprüche über Macht
755 Sprüche — Seite 11
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Alter macht weiß, nicht weise
Das Licht vom Himmel lässt sich nicht versprengen, noch lässt der Sonnenaufgang sich verhängen mit Purpurmänteln oder dunklen Kutten.
— Nikolaus Lenau
Die eifrigsten Reformer haben lernen müssen, dass sie sich jediglicher Macht berauben, wenn sie den schwerfälligen Massen zu weit voraneilen.
— Woodrow Wilson
Es gibt Tugenden, die man nur ausüben kann, wenn man reich ist
— Antoine de Rivarol
Zuviel Schlaf macht den Kopf dumpf
So ein Spinnentüchlein voll Regentropfen - wer macht das nach?
— Christian Morgenstern
Bei der Erfahrung kommt es darauf an, mit welchem Sinn man an die Wirklichkeit geht. Ein großer Sinn macht große Erfahrungen und erblickt in dem bunten Spiele der Erscheinungen das, worauf es ankommt.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Der Staat ist eine Maschine zur Aufrechterhaltung der Herrschaft einer Klasse über eine andere.
— Wladimir Iljitsch Lenin
Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, ist der größte moralische Machtfaktor in unserer Gesellschaft.
— Joseph Pulitzer
Ich will aufhören, an Gott zu glauben, wenn ich sehe, dass ein Baum ein Gedicht macht und ein Hund eine Madonna malt; eher nicht.
— Christian Friedrich Hebbel
Das Charakteristische an der Demokratie ist die Herrschaft auf Zeit.
— Theodor Heuss
Herrschen ist Unsinn, aber Regieren ist Weisheit. Man herrscht also, weil man nicht regieren kann.
— Johann Gottfried Seume
Aberglaube ist die Form der Ehrfurcht, die selbst den Zufall als eine Anordnung höherer Mächte anerkennt.
— Carl Ludwig Schleich
Man überzeugt am besten von seiner Macht, wenn man sie missbraucht
— Daniel Spitzer
Die Liebe öffnet den Geist und macht den Verstand klar.
— Niccolò Tommaseo
Eine Flaumfeder kann einen Kieselstein rund schleifen, sofern sie von der Hand der Liebe geführt wird.
— Hugo von Hofmannsthal
Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Aber es ist nun einmal auf der Welt so eingerichtet, dass ein Mann, der den anderen das Brot gibt, zugleich sein Herr ist.
— Jack London
Im Leben kommt einmal die Zeit, da man sich darüber klarwerden muss, was besser ist, zu zertreten oder zertreten werden.
— John Knittel
Alle politischen Fragen, alle Fragen des Rechts, sind im Grunde nur Machtfragen.
— August Bebel
Faulheit findet alles schwer, der Fleiß macht alles leicht.
— Johann Jakob Engel
Die Versuchung ist eine unwiderstehliche Macht, die auf einen beweglichen Körper einwirkt.
— H. L. Mencken
Reichtum ist wie der Mist. Angehäuft stinkt er. Über das Land hin verteilt, macht er die Erde fruchtbar.
Wo Elefanten sich bekämpfen, hat das Gras den Schaden.
Die Bedrohung durch den Stärksten bewirkt bei mir, dass ich mich auf die Seite des Schwächeren stelle.
— Francois René de Chateaubriand
Tugend macht edel, aber Adel gibt keine Tugend.
Wer allen dient, macht sich keinem verbindlich.
Will unser Herrgott einen Narren, so macht er einen alten Mann zum Witwer.
Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.
Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.
Wer verzagt ist im Bitten macht den anderen beherzt im Abschlagen.
Der Kalendermacher macht den Kalender, aber unser Herrgott das Wetter.
Geburt macht nicht edel
Ehrlich macht reich, aber langsam geht's her.
E i n Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre
Eine Sonne ist der Mensch, allsehend, allverklärend wenn er liebt. Und liebt er nicht, so ist er eine dunkle Wohnung, wo ein rauchend Lämpchen brennt.
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Mit Haben, Gewinnen, Besitzen, Genießen schließt der Ideenkreis eine Kette um den Menschen, die ihn an Staub und Erde fesselt.
— Johann Georg Adam Forster
Wer die Gesellschaft nicht entbehren kann, soll sich ihren Gebräuchen unterwerfen, weil sie mächtiger sind als er.
— Adolph Freiherr von Knigge
Die Liebe zum Profit beherrscht die ganze Welt.
— Aristophanes
Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.
— Friedrich Georg Jünger
Durch Liebe steigt aus den Ruinen ein Leben, das in Trümmern lag.
— Adolf Friedrich von Schack
Auf andere herabzusehen macht kleiner und ärmer. Es geschieht von einem Standpunkt, von dem keine menschliche Wärme ausgeht und an den keine gelangt.
— Else Pannek
Es macht frei, seine Mitmenschen zu lassen wie sie sind.
— Else Pannek
Vorschriften, deren Einhaltung unmöglich ist, könnten beabsichtigt und der Machterhaltung dienlich sein.
— Else Pannek
Habgier zerstört den Gierigen, Habgier und Macht haben größere Dimensionen.
— Else Pannek
Das Wissen, wie man sich verstellt, ist das Wissen der Könige.
— Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu
Durch Belohnung oder Strafe kann man Menschen zwingen, zu erklären oder zu beschwören, dass sie glauben, und zu handeln, als ob sie glaubten: Mehr kann man nicht erreichen.
— Jonathan Swift
Gier macht den Menschen allezeit arm, und die Fülle dieser Welt macht ihn nicht reich.
Ohne Liebe ist der Reiche arm. Den Armen macht sie reich.
— Augustinus
Rache macht ein kleines Recht zu großem Unrecht.
Die Liebe gleicht einem Fieber; sie überfällt uns und schwindet, ohne dass der Wille im Geringsten beteiligt ist
— Stendhal
Die Blinden werden immer von den Sehenden geleitet werden, oder in die Grube fallen, und sicherlich ist keine Dienstbarkeit und keine Verknechtung schlimmer als die, welche den Verstand betrifft.
— Giacomo Leopardi
Alle Auflehnung gegen die Natur, gegen die Seinsbedingungen ist unfruchtbar und krankhaft.
— Sully Prudhomme
In dem Glauben an das ideale ist alle Macht wie alle Ohnmacht der Demokratie begründet.
— Christian Matthias Theodor Mommsen
Ein rechter Kontrakt macht den Prozess nichtig.
Ein Regen macht keinen Winter.
Jede wahre Kraft, der entgegengewirkt wird, verstärkt sich.
— Johann Heinrich Jung-Stilling
Unser Herrgott macht die Rechnungen nicht jeden Sonnabend
Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten.
— Berthold Auerbach
Man kann einen kleinen Mund und doch ein großes Maul haben
— Peter Sirius