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Sprüche über Macht

755 Sprüche — Seite 11

Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.

Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.

  1. Alter macht weiß, nicht weise

  2. Das Licht vom Himmel lässt sich nicht versprengen, noch lässt der Sonnenaufgang sich verhängen mit Purpurmänteln oder dunklen Kutten.

    Nikolaus Lenau

  3. Die eifrigsten Reformer haben lernen müssen, dass sie sich jediglicher Macht berauben, wenn sie den schwerfälligen Massen zu weit voraneilen.

    Woodrow Wilson

  4. Es gibt Tugenden, die man nur ausüben kann, wenn man reich ist

    Antoine de Rivarol

  5. Zuviel Schlaf macht den Kopf dumpf

  6. So ein Spinnentüchlein voll Regentropfen - wer macht das nach?

    Christian Morgenstern

  7. Bei der Erfahrung kommt es darauf an, mit welchem Sinn man an die Wirklichkeit geht. Ein großer Sinn macht große Erfahrungen und erblickt in dem bunten Spiele der Erscheinungen das, worauf es ankommt.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  8. Der Staat ist eine Maschine zur Aufrechterhaltung der Herrschaft einer Klasse über eine andere.

    Wladimir Iljitsch Lenin

  9. Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, ist der größte moralische Machtfaktor in unserer Gesellschaft.

    Joseph Pulitzer

  10. Ich will aufhören, an Gott zu glauben, wenn ich sehe, dass ein Baum ein Gedicht macht und ein Hund eine Madonna malt; eher nicht.

    Christian Friedrich Hebbel

  11. Das Charakteristische an der Demokratie ist die Herrschaft auf Zeit.

    Theodor Heuss

  12. Herrschen ist Unsinn, aber Regieren ist Weisheit. Man herrscht also, weil man nicht regieren kann.

    Johann Gottfried Seume

  13. Aberglaube ist die Form der Ehrfurcht, die selbst den Zufall als eine Anordnung höherer Mächte anerkennt.

    Carl Ludwig Schleich

  14. Man überzeugt am besten von seiner Macht, wenn man sie missbraucht

    Daniel Spitzer

  15. Die Liebe öffnet den Geist und macht den Verstand klar.

    Niccolò Tommaseo

  16. Eine Flaumfeder kann einen Kieselstein rund schleifen, sofern sie von der Hand der Liebe geführt wird.

    Hugo von Hofmannsthal

  17. Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.

    Ludwig Andreas Feuerbach

  18. Aber es ist nun einmal auf der Welt so eingerichtet, dass ein Mann, der den anderen das Brot gibt, zugleich sein Herr ist.

    Jack London

  19. Im Leben kommt einmal die Zeit, da man sich darüber klarwerden muss, was besser ist, zu zertreten oder zertreten werden.

    John Knittel

  20. Alle politischen Fragen, alle Fragen des Rechts, sind im Grunde nur Machtfragen.

    August Bebel

  21. Faulheit findet alles schwer, der Fleiß macht alles leicht.

    Johann Jakob Engel

  22. Die Versuchung ist eine unwiderstehliche Macht, die auf einen beweglichen Körper einwirkt.

    H. L. Mencken

  23. Reichtum ist wie der Mist. Angehäuft stinkt er. Über das Land hin verteilt, macht er die Erde fruchtbar.

  24. Wo Elefanten sich bekämpfen, hat das Gras den Schaden.

  25. Die Bedrohung durch den Stärksten bewirkt bei mir, dass ich mich auf die Seite des Schwächeren stelle.

    Francois René de Chateaubriand

  26. Tugend macht edel, aber Adel gibt keine Tugend.

  27. Wer allen dient, macht sich keinem verbindlich.

  28. Will unser Herrgott einen Narren, so macht er einen alten Mann zum Witwer.

  29. Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.

  30. Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.

  31. Wer verzagt ist im Bitten macht den anderen beherzt im Abschlagen.

  32. Der Kalendermacher macht den Kalender, aber unser Herrgott das Wetter.

  33. Geburt macht nicht edel

  34. Ehrlich macht reich, aber langsam geht's her.

  35. E i n Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre

  36. Eine Sonne ist der Mensch, allsehend, allverklärend wenn er liebt. Und liebt er nicht, so ist er eine dunkle Wohnung, wo ein rauchend Lämpchen brennt.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  37. Mit Haben, Gewinnen, Besitzen, Genießen schließt der Ideenkreis eine Kette um den Menschen, die ihn an Staub und Erde fesselt.

    Johann Georg Adam Forster

  38. Wer die Gesellschaft nicht entbehren kann, soll sich ihren Gebräuchen unterwerfen, weil sie mächtiger sind als er.

    Adolph Freiherr von Knigge

  39. Die Liebe zum Profit beherrscht die ganze Welt.

    Aristophanes

  40. Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.

    Friedrich Georg Jünger

  41. Durch Liebe steigt aus den Ruinen ein Leben, das in Trümmern lag.

    Adolf Friedrich von Schack

  42. Auf andere herabzusehen macht kleiner und ärmer. Es geschieht von einem Standpunkt, von dem keine menschliche Wärme ausgeht und an den keine gelangt.

    Else Pannek

  43. Es macht frei, seine Mitmenschen zu lassen wie sie sind.

    Else Pannek

  44. Vorschriften, deren Einhaltung unmöglich ist, könnten beabsichtigt und der Machterhaltung dienlich sein.

    Else Pannek

  45. Habgier zerstört den Gierigen, Habgier und Macht haben größere Dimensionen.

    Else Pannek

  46. Das Wissen, wie man sich verstellt, ist das Wissen der Könige.

    Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu

  47. Durch Belohnung oder Strafe kann man Menschen zwingen, zu erklären oder zu beschwören, dass sie glauben, und zu handeln, als ob sie glaubten: Mehr kann man nicht erreichen.

    Jonathan Swift

  48. Gier macht den Menschen allezeit arm, und die Fülle dieser Welt macht ihn nicht reich.

  49. Ohne Liebe ist der Reiche arm. Den Armen macht sie reich.

    Augustinus

  50. Rache macht ein kleines Recht zu großem Unrecht.

  51. Die Liebe gleicht einem Fieber; sie überfällt uns und schwindet, ohne dass der Wille im Geringsten beteiligt ist

    Stendhal

  52. Die Blinden werden immer von den Sehenden geleitet werden, oder in die Grube fallen, und sicherlich ist keine Dienstbarkeit und keine Verknechtung schlimmer als die, welche den Verstand betrifft.

    Giacomo Leopardi

  53. Alle Auflehnung gegen die Natur, gegen die Seinsbedingungen ist unfruchtbar und krankhaft.

    Sully Prudhomme

  54. In dem Glauben an das ideale ist alle Macht wie alle Ohnmacht der Demokratie begründet.

    Christian Matthias Theodor Mommsen

  55. Ein rechter Kontrakt macht den Prozess nichtig.

  56. Ein Regen macht keinen Winter.

  57. Jede wahre Kraft, der entgegengewirkt wird, verstärkt sich.

    Johann Heinrich Jung-Stilling

  58. Unser Herrgott macht die Rechnungen nicht jeden Sonnabend

  59. Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten.

    Berthold Auerbach

  60. Man kann einen kleinen Mund und doch ein großes Maul haben

    Peter Sirius