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Sprüche über Macht

755 Sprüche — Seite 10

Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.

Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.

  1. Glück allein macht auch nicht reich

  2. In der Wirtschaft geht es nicht gnädiger zu als in der Schlacht im Teutoburger Wald

    Friedrich Dürrenmatt

  3. Ich habe dich geliebt und liebe dich noch! Und fiele die Welt zusammen, aus ihren Trümmern stiege noch hervor meiner Liebe Flammen.

    Christian Johann Heinrich Heine

  4. Überall, wo Autoritäten herrschen, gibt es verbotene Wege, und auf einem dieser Wege liegt gewöhnlich die nächste große Wahrheit.

    August Pauly

  5. Wenn alles schon schläft in dunkler Nacht, dann holet ihn bei Sternenschein und schlüpfet eh einer sichs gedacht gar heimlich damit ins Haus hinein. Dann schmückt er mit Lichtern jeden Zweig, hän …

    August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

  6. Witz tötet, Humor macht lebendig! Er führt zum Nachdenken, während jener alles Denken wie durch einen scharfen Blitz beendet.

    Georg Christoph Lichtenberg

  7. Indem der Mensch die Natur entmachtet, entzieht sie ihm die Bekömmlichkeit

  8. Johanni trocken und warm, macht den Bauern nicht arm. (24. Juni)

  9. Thimoteus bricht's Eis, hat er keins, dann macht er eins. (26. Jan.)

  10. St. Mattheis bricht's Eis, hat er keins, so macht er eins. (24. Feb.)

  11. Regnet es stark an Albinus, macht es dem Bauern viel Verdruß. (01. März)

  12. April windig und trocken, macht alles Wachstum stocken.

  13. St. Lazarus nackt und bar, macht einen linden Februar. (17. Dez.)

  14. Hat der Evangelist Johannes Eis, dann macht es auch der Täufer heiss. (27. Dez.)

  15. Barnabas macht Bäum' und Dächer nass. (11. Juni)

  16. Glück ist blind und macht blind.

  17. Wenn der Bauer auf's Roß kommt, reitet er ärger als der Herr.

  18. Borgen macht Sorgen, drum soll man nicht mehr verzehren, als der Pflug kann ernähren.

  19. Glück im Herzen und im Haus macht reicher als der beste Schmaus.

  20. Kind macht der Mutter immer Mühe.

  21. Große Fische fressen die kleinen.

  22. Gold macht taub, Glück macht blind.

  23. Ein Hahn zwingt zwölf Hennen, ein Weib halb so viel Männer.

  24. Näschige Katze macht achtsame Mägde.

  25. Eine Krähe macht keinen Winter.

  26. Liebe macht Gegenliebe.

  27. Die Liebe ist blind und macht blind.

  28. Eine Hochzeit macht die andre.

  29. Wer über einen Maulesel gesetzt ist, hält sich auch für einen Herrn.

  30. Wo der Ochs König ist, sind die Kälber Prinzen.

  31. Wer mit jungen Ochsen pflügt, macht krumme Furchen.

  32. Es ist nicht not, dass man die Schafe frage, die Wolle gilt!

  33. Eine Schwalbe macht keinen Sommer.

  34. Kleinvieh macht auch Mist.

  35. Nach und nach macht der Vogel sein Nest.

  36. Wer von einer Hure scheidet, macht eine gute Tagreise.

  37. Jagen und nicht fangen macht verdrossene Jäger.

  38. Woran man einmal herzhaft glaubt, dem macht man sich auch so oder anders dienstbar

    Adolph Kolping

  39. Die menschliche Hand bedeutet menschliche Macht: Mit dem durchgeistigten Handeln der Hand ist der Mensch der Natur gegenüber gefährlich geworden.

    Oswald Spengler

  40. Die fruchtbringende Liebe verschönt, wenn sie begonnen. Das ist der Same, den sie hat und kraft dessen sie nie vergehen wird.

    Gottfried von Strassburg

  41. Das Genie macht die Fußstapfen, und das nachfolgende Talent tritt in dieselben hinein, tritt sie aber schief.

    Wilhelm Raabe

  42. Im kleinsten der Schöpfung zeigt sich des Schöpfers Macht und Huld am größten.

    Johann Gottfried Herder

  43. Je größer die Schwierigkeit, die man überwand, desto größer der Sieg.

    Marcus Tullius Cicero

  44. Die Erkenntnis der eigenen Kraft macht bescheiden.

    Paul Cezanne

  45. Nicht die Sittlichkeit regiert die Welt, sondern eine verhärtete Form derselben: Die Sitte.

    Berthold Auerbach

  46. Die Eheherrn sollten künftig die Trauringe statt auf dem Finger in der Nase tragen, zum Zeichen, dass sie doch an der Nase geführt werden.

    Christian Dietrich Grabbe

  47. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das Feuer machen kann, und das hat ihm die Herrschaft über die Welt gegeben.

    Antoine de Rivarol

  48. Demokratie ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten die Wolle abzuscheren.

    Romain Rolland

  49. Ein guter Mensch erringt einen Sieg und belässt es dabei. Er geht nicht zu Gewalttaten über.

    Laotse

  50. Die Macht des Geistes ist die Theorie, ohne Taten ist sie jedoch nutzlos

  51. Ein Tontopf wird früher oder später brechen, ein Feldherr früher oder später fallen.

  52. Marientau macht grüne Au

  53. Wir werden durch das Buch vielleicht sicherer und länger herrschen als durch das Schwert.

    Honoré de Balzac

  54. Die Macht ist die Königin der Welt, und nicht die Meinung der Leute. Aber die Macht gebraucht die Meinung. Und die Macht macht die Meinungen.

    Blaise Pascal

  55. Zu tief in die Jauche schaun', macht den Bauern sportlich braun.

  56. Steppt wild die Sau, charmant, graziös, macht das den Metzger ganz nervös.

  57. Durch Ausharren ebnen wir Berge, setzen dem Meere Grenzen und machen aus Steinen Städte und Paläste und Mauern.

    Karl Julius Weber

  58. Wenn einer Geld hat, kann er dem Teufel Beine machen; wenn er keines hat, kommt nicht einmal der Mann, den er ruft.

  59. Die Fesseln der Gewohnheit sind meist so fein, dass man sie kaum spürt. Doch wenn man sie spürt, sind sie so stark, dass sie sich (offenbar) nicht mehr zerreissen lassen.

    Samuel Johnson

  60. Niemand ist härter als die Sanftmütigen aus Berechnung.

    Marquis de Vauvenargues