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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 2

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Der Mensch ist mir mit nichts auf der Welt zufrieden, ausgenommen mit seinem Verstand. Je weniger er hat, desto zufriedener.

    August von Kotzebue

  2. Rat ist wie Schnee; je weicher er fällt, desto länger bleibt er liegen und desto tiefer sinkt er ins Hirn.

    Samuel Taylor Coleridge

  3. Junge Leute tragen im Geistigen oft eine Perücke, aber aus eigenem Haar.

    Hugo von Hofmannsthal

  4. Wenige Menschen können denken, aber alle wollen eine Meinung haben.

    George Berkeley

  5. Alles, was du dir im Geist vorstellst, wird Wirklichkeit, wenn du nicht aus dem Licht des Herzens heraustrittst.

  6. Ein Mensch mit Genie ist unausstehlich, wenn er nicht mindestens noch zweierlei dazu besitzt: Dankbarkeit und Reinlichkeit.

    Friedrich Nietzsche

  7. Ein großer Geist irrt sich so gut wie ein kleiner; jener, weil er keine Schranken kennt; und dieser, weil er seinen Horizont für die Welt nimmt

    Johann Wolfgang von Goethe

  8. Mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen kann

    Winston Churchill

  9. Gewisse Dinge greift man so vergeblich mit Worten an, wie Geister mit Waffen.

    Wilhelm Busch

  10. Dank ist keine Erniedrigung, sondern ein Zeichen hellen Verstandes.

    Jeremias Gotthelf

  11. Denken ist die Zauberei des Geistes

    Lord Byron

  12. Der, der mit seinen Händen arbeitet, ist ein Arbeiter. Der, der mit seinen Händen und mit seinem Kopf arbeitet, ist ein Handwerker. Der, der mit seinen Händen, seinem Kopf und seinem Herzen arbeitet …

    Franz von Assisi

  13. Fühlst du dich von jemandem beleidigt; so stellst du dich geistig unter ihn.

  14. Der Zufall bevorzugt den vorbereiteten Geist.

    Louis Pasteur

  15. Wenn die Gemeinheit Genie hat und der Anstand Talent, ist der Anstand verloren.

    Emil Gött

  16. Das Vertrauen gibt dem Gespräch mehr Stoff als der Geist.

    François de la Rochefoucauld

  17. Geist zu haben hat den großen Nachteil, dass man fortgesetzt genötigt ist, ihn an halbe Narren zu verschwenden.

    Stendhal

  18. Nichts auf der Welt wird so gefürchtet wie der Einfluß von Männern, die geistig unabhängig sind

    Albert Einstein

  19. Jeder Mensch schafft sich im Geiste eine Welt, in der er seinen Fähigkeiten nach im Mittelpunkt steht

    Kurt Tucholsky

  20. Je mehr sich unsere Bekanntschaft mit guten Büchern vergrößert, desto geringer wird der Kreis von Menschen, an deren Umgang wir Geschmack finden.

    Anselm Feuerbach

  21. Die Frau ist die Gefährtin des Mannes, mit den gleichen geistigen Fähigkeiten begabt.

    Mahatma Gandhi

  22. Die Gelegenheit bedarf eines bereiten Geistes.

    Louis Pasteur

  23. Es gibt keinen zuverlässigeren Beweis für Geistesgröße als wenn man sich durch nichts, was einem begegnen kann, in Aufruhr bringen lässt.

    Seneca

  24. Solange sich ein Mensch einbildet, etwas nicht zu können, solange ist es ihm unmöglich es zu tun.

    Baruch de Spinoza

  25. Während man dem Geist immer mehr Nahrung gibt und die Köpfe erhellt, lässt man nicht selten das Herz erkalten.

    Gottfried Keller

  26. Ein wirklich eigener Gedanke ist immer noch so selten wie ein Goldstück im Rinnstein.

    Christian Morgenstern

  27. Zum Lachen braucht es immer ein wenig Geist; das Tier lacht nicht.

    Gottfried Keller

  28. Bücher sind die Vermächtnisse, die ein großer Geist der Menschheit hinterläßt.

    Joseph Addison

  29. Die Wahrheit ist die Sonne des Geistes

    Marquis de Vauvenargues

  30. Das Schicksal will, dass die großen Begabungen für gewöhnlich eher Rivalen als Freunde sind, sie wachsen und leuchten für sich aus Furcht, einander zu beschatten. Die Schafe müssen sich zusammenrotten …

    Antoine de Rivarol

  31. Man vermag nichts mit seiner Intelligenz, wenig mit seinem Geist, alles mit seinem Charakter.

    Nicolas Chamfort

  32. Das Gesicht ist das Abbild des Hirns, die Augen sein Berichterstatter.

    Marcus Tullius Cicero

  33. Der menschliche Geist kann mit dem Körper nicht absolut zerstört werden, sondern es bleibt von ihm etwas übrig, das ewig ist.

    Baruch de Spinoza

  34. Meinung wird letztlich durch Gefühle und nicht durch den Intellekt bestimmt.

    Herbert Spencer

  35. Wer dein Schweigen nicht versteht, versteht auch deine Worte nicht.

    Elbert Green Hubbard

  36. Und doch ist selbst die größte Sammlung des Weltgeistes, das Zusammentragen der wichtigsten Gedankengüter, nur ein lächerlicher Ausschnitt aus der Unendlichkeit des Geistes selber. Also bedenke in Dem …

    Nikolaus von Kues

  37. Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.

    Marie Curie

  38. Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.

    Marquis de Vauvenargues

  39. Körper, Seele und Geist sind die Elemente der Welt.

    Novalis

  40. Oft ist's der eigene Geist, der Rettung schafft, die wir beim Himmel suchen.

    William Shakespeare

  41. Wenn man sich zu lange in engen, kleinen Verhältnissen herumdrückt, so leidet der Geist und Charakter. Man wird zuletzt großer Dinge unfähig und hat Mühe sich zu erheben.

    Johann Peter Eckermann

  42. Neugier ist eine der festen und ständigen Eigenschaften eines energischen Geistes.

    Samuel Johnson

  43. Der Geist der Frauen stärkt eher ihren Leichtsinn als ihre Vernunft.

    François de la Rochefoucauld

  44. Der tiefe Denker hegt immer den Verdacht, dass er oberflächlich ist.

    Benjamin Disraeli

  45. Was Grazie dem Körper ist Klarheit dem Geist.

    François de la Rochefoucauld

  46. Dieses Land kann es sich nicht leisten, materiell reich und geistig arm zu sein.

    John F. Kennedy

  47. Die Dauer aller Bücher wird weder durch freundschaftliche, noch feindliche Bemühungen bestimmt, sondern durch ihr eigenes spezifisches Gewicht oder durch den inneren Wert ihres Inhaltes für den unwand …

    Ralph Waldo Emerson

  48. Der Verkehr mit den großen Geistern der Vergangenheit durch ihre Bücher ist einer der edelsten Genüsse. Wir leben mit ihnen wie mit Freunden, wir bewundern und lieben sie, als wenn sie leibhaftig un …

    Gustav Freytag

  49. Es ist ein gewisses Verhältnis nötig zwischen denen, die vornehmlich zum Denken, und zwischen jenen, die vornehmlich zur Tätigkeit geneigt sind.

    Henry Thomas Buckle

  50. Die Arbeit, die tüchtige, intensive Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven, ist doch der größte Genuß im Leben.

    Rosa Luxemburg

  51. Wenn ein Buch weder dem Geist zu nützlichen Betrachtungen, noch dem Herzen zu guten Entschließungen Gelegenheit gibt, ist es ein unnützes Buch.

    Gotthold Ephraim Lessing

  52. Jedes Ich ist Persönlichkeit, folglich geistige Individualität

    Jean Paul

  53. Die Liebe ist das geistige Auge, sie erkennt das Himmlische.

    Bettina von Arnim

  54. Die auserwählten Leser haben immer geistige Tendenzen, die denen ihrer Zeit entgegengesetzt sind.

    Honoré de Balzac

  55. Der originelle Kopf bemerkt, was der gewöhnliche nur sieht.

    Emanuel Wertheimer

  56. Es ist besser, feurig von Geist zu sein, selbst wenn man dann mehr Fehler begeht, als beschränkt und übervorsichtig.

    Vincent van Gogh

  57. Der privilegierte Mann, ob er politisch oder ökonomisch privilegiert wird, ist ein Mann, der im Intellekt und im Herzen verdorben wird.

    Michail Bakunin

  58. Wer seine Kraft bewahren und seinen Geist ausruhen lassen kann, wird Nerven wie Stahl bekommen.

    Prentice Mulford

  59. Eine auserlesene Büchersammlung ist der vortrefflichste Hausrat.

    Francesco Petrarca

  60. Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind.

    Theodor W. Adorno