
Wenige Menschen können denken, aber alle wollen eine Meinung haben.
Bedeutung
Berkeley unterscheidet scharf zwischen Denken und bloßer Meinung. Eine Meinung ist schnell geäußert, braucht aber nicht zwingend Prüfung, Wissen oder Selbstkritik. Denken verlangt dagegen Anstrengung, Zweifel und die Bereitschaft, eigene Urteile zu begründen. Der Spruch kritisiert eine Gesprächskultur, in der jeder Position bezieht, aber nur wenige wirklich nachdenken. Er ist bis heute aktuell, weil öffentliche Debatten oft schneller Meinungen produzieren als Einsichten. Gemeint ist ein Plädoyer für geistige Sorgfalt statt reflexhafter Behauptung.
Verwendung
Passend für Diskussionen über Medien, Bildung, Debattenkultur, Kommentare und politische Gespräche. Der Spruch eignet sich, wenn vorschnelle Urteile hinterfragt werden sollen. In Unterricht, Workshops oder Essays kann er als Einstieg dienen, um zwischen Meinung, Wissen und begründetem Denken zu unterscheiden und Argumente zu prüfen.
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Über George Berkeley
Über den Autor
Philosoph · Irisch · 1685 - 1753
George Berkeley (1685–1753) formulierte den Immaterialismus und wurde später anglikanischer Bischof von Cloyne.
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Sein Satz „esse est percipi“ bringt die These auf den Punkt, dass Dinge nur als Wahrgenommenes bestehen. Berkeley kritisierte abstrakte Begriffe und materialistische Erklärungen. Eine Zeit lang plante er sogar ein College auf Bermuda zur Ausbildung von Missionaren.

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