
Während man dem Geist immer mehr Nahrung gibt und die Köpfe erhellt, lässt man nicht selten das Herz erkalten.
Bedeutung
Keller kritisiert Bildung, die den Geist nährt und die Köpfe erhellt, dabei aber das Herz erkalten lässt. Wissen, Aufklärung und geistige Nahrung sind wichtig, reichen aber nicht aus, wenn Mitgefühl, Wärme und Menschlichkeit fehlen. Das Bild vom erhellten Kopf und kalten Herz zeigt eine gefährliche Einseitigkeit. Der Satz fordert Bildung, die Denken und Empfinden zusammenhält, statt Klugheit von Güte zu trennen und Gefühl zu verlieren.
Verwendung
Passend für Bildungsreden, Pädagogik, Ethikunterricht, Wissenschaftskritik oder Texte über Herzensbildung. Der Spruch eignet sich, wenn Wissen ohne Mitgefühl problematisiert werden soll. Besonders gut passt er in Schul-, Hochschul- oder Erziehungskontexte, die Bildung ganzheitlich verstehen wollen und soziale Verantwortung betonen.
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Über Gottfried Keller
Über den Autor
Schriftsteller · Schweizerisch · 1819 - 1890
Gottfried Keller (1819–1890) war Schweizer Dichter, Maler und Erster Staatsschreiber des Kantons Zürich, dessen Romane „Der grüne Heinrich" und „Die Leute von Seldwyla" den bürgerlichen Realismus prägten.
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Nach einem Jugendstreich von der höheren Schulbildung ausgeschlossen, versuchte Keller zunächst als Landschaftsmaler Fuß zu fassen und verbrachte zwei Jahre in München. Erst die politische Lyrik des Vormärz brachte ihn zur Dichtung. Mit einem Zürcher Reisestipendium studierte er in Heidelberg und Berlin – ursprünglich mit dem Ziel, Theaterstücke zu schreiben, woraus stattdessen seine bedeutendsten Prosawerke entstanden.
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